[Insula Tiberina] Templum Aesculapii

  • Zitat

    Original von Gaius Iulius Caesoninus
    Eiligen Schrittes trug Caesoninus das verletzte Turmfalkenweibchen in seinem mit Heu ausgepolstertem Korb durch Rom, das er bei der Stadtmauer gefunden hatte. Schon überquerte er die östliche Brücke der Tiberinsel, um danach auf dem allgemeinen Tempelvorplatz zu kommen (bei aller Eile jedoch natürlich immer auch auf den Vogel achtend). Noch in der Bewegung hatte er schon begonnen sich nach Personen auf der Insel umzusehen, die wie ein Heiler aussehen könnten.


    Doch auf den ersten paar Blicken konnte er einfach keinen entdecken, was ein leichtes Gefühl der Frustration in ihm weckte. Der Falke fiepte inzwischen noch schwächer, auch wenn ihm sein weiches Polster bestimmt besser bekam, als zuvor noch der harte Erdboden. Doch was jetzt unternehmen?
    Caesoninus war schon so weit gekommen, es konnte doch jetzt nicht alles an einem fehlenden Heiler auf der Tiberinsel scheitern!
    Unruhig sah er sich um, doch da war immer noch niemand passender. Sein Blick fiel schließlich auf einen Mann und eine Frau, die beide ganz nah bei ihm am Ufer standen. Vielleicht wussten die ja Rat, oder vielleicht war der Mann sogar ein Kundiger der Medizin. Schnell eilte er mit seinem Korb mit dem Falken darin auf die beiden zu und sprach sie an: "Salvete, kennt ihr zufällig einen Heiler hier irgendwo, der sich den gebrochenen Flügel dieses Falken ansehen könnte?" fragte er schnell und zeigte ihnen das Falkenweibchen im Korb.


    Ein jüngerer Mann der irgendwas fiepsendes in einem Korb transportierte kam auf sie zu:
    "Salve...",
    Commodus warf einen kurzen Blick in den Korb. Für ein Kleinkind war der ja eher zu klein aber diese Geräusche. Schließlich erkannte er den Inhalt
    "..öhm ich weiß gar nicht ob dieser Notleidende hier überhaupt Hilfe findet. Der Tempel ist sehr stark besucht...", Commodus sah fragend zu Chyrsogona.

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    Original von Gaius Iulius Caesoninus: Eiligen Schrittes trug Caesoninus das verletzte Turmfalkenweibchen in seinem mit Heu ausgepolstertem Korb durch Rom, das er bei der Stadtmauer gefunden hatte. Schon überquerte er die östliche Brücke der Tiberinsel, um danach auf dem allgemeinen Tempelvorplatz zu kommen (bei aller Eile jedoch natürlich immer auch auf den Vogel achtend). Noch in der Bewegung hatte er schon begonnen sich nach Personen auf der Insel umzusehen, die wie ein Heiler aussehen könnten. Doch auf den ersten paar Blicken konnte er einfach keinen entdecken, was ein leichtes Gefühl der Frustration in ihm weckte. Der Falke fiepte inzwischen noch schwächer, auch wenn ihm sein weiches Polster bestimmt besser bekam, als zuvor noch der harte Erdboden. Doch was jetzt unternehmen? Caesoninus war schon so weit gekommen, es konnte doch jetzt nicht alles an einem fehlenden Heiler auf der Tiberinsel scheitern! Unruhig sah er sich um, doch da war immer noch niemand passender. Sein Blick fiel schließlich auf einen Mann und eine Frau, die beide ganz nah bei ihm am Ufer standen. Vielleicht wussten die ja Rat, oder vielleicht war der Mann sogar ein Kundiger der Medizin. Schnell eilte er mit seinem Korb mit dem Falken darin auf die beiden zu und sprach sie an: "Salvete, kennt ihr zufällig einen Heiler hier irgendwo, der sich den gebrochenen Flügel dieses Falken ansehen könnte?" fragte er schnell und zeigte ihnen das Falkenweibchen im Korb.


    Auch Chrysogona blickte in den Korb in dem ein verletzter Falke saß. Ganz deutlich stand der Flügel ab und das Tier flatterte verängstigt.
    "Oh je, der arme Falke! Was für ein schönes Tier!"


    Die Medica grübelte. "Eigentlich ist das hier die falsche Adresse. Du könntest zum Diana-Tempel gehen. Sie gilt ja als Göttin der Jagd und der Herrin der Tiere. Aber ob die viel Ahnung vom Schienen eines gebrochenen Flügels haben...???"


    Wieder sah sich die Medica den hilflos flatternden Vogel an. Dann traf sie eine Entscheidung.
    "Weißt du was? Wir versuchen in den Behandlungsräumen der Medici Hilfe zu finden. Auch wenn hier übrlicherweise nur Menschen behandelt werden. Ich bin übrigens selbst Medica. Mein Name ist Plinia Chrysogona. Komm mit mir,... wie war gleich dein Name?"

  • Bei den Göttern, er hatte richtig getippt! Jetzt konnte es für das Tierchen vielleicht doch noch alles gut werden, denn zwar nicht der Mann, dafür aber die Frau war Heilerin! Eilig lief er mit ihr mit.
    "Danke, vielen, vielen Dank! Ich bin Gaius Iulius Caesoninus. antwortete er ihr. Caesoninus hoffte wirklich, dass Plinia dem Falken helfen konnte.

  • Commodus musste innerlich grinsen. Es gab was oder jemanden zu heilen da war für Chrysogona gleich alles andere vergessen. Er folgte, in einigem Abstand, den beiden mit dem Verletzten.
    Im Kopf ging er derweil einige Dinge durch, kam da aber schnell an seine Grenzen. Zum Glück war Neoptolemus ja dabei und Commodus winkte seinem Scriba heran. Dieser kramte aus seiner Umhängetasche eine mehrseitige Wachstabula und einen Stylus und fing sogleich an die Dinge die Commodus ihm sagte niederzuschreiben.


    Commodus Custodes blieb derweil im Hintergrund und verhielt sich ruhig und beobachtend.

  • Chrysogona betrat das Gebäude in dem die Priester ihre Behandlungsräume hatten. Gezielt steuerte sie einen Raum an, den sie nutzen konnte, wenn sie im Tempel freiwillig ihren Dienst tat. Sie klopfte. Eine Stimme von innen antwortete. Chrysogona musste warten, der Raum war belegt. Sie ließ sich auf die Knie nieder und griff mit vorsichtigen Fingern in den Korb.
    "Autsch!" Sofort zog sie den Finger zurück und rieb ihn sich lachend. "Sie ist ganz schön kräftig. Außerdem scheint sie beschlossen zu haben, nicht behandelt werden zu wollen, Caesoninus."


    Als sie das entsetzte Gesicht des Mannes sah, lachte die Medica erneut.
    "Das war Spaß! Aber ich werde wohl Hilfe brauchen, wenn wir den Flüge schienen wollen. Wartet ihr beide hier, ich mache mich auf die Suche nach passendem Material zum Schienen."


    Sprach´s und verschwand. Wenig später erschien sie mit einem dünnen Stecken, der von einem Schilfgras zu stammen schien. Er war zäh und biegsam, brach nicht so leicht. Chysogona nickte zufrieden.


    Inzwischen wurde auch das Behandlungszimmer frei. Sie betraten es gemeinsam mit dem Falkenweibchen.
    Während Caesoninus den Korb hielt, griff Chrysogona erneut hinein. Dieses Mal blitzschnell und beherzt. Sie schaffte es den Vogel so zu greifen, dass er sie nich beißen konnte.
    Gezielt untersuchte sie die Schwingen. Der rechte Flügel war körpernah gebrochen. Chrysogona steckte den Flügel vorsichtig.
    "Commodus? Kannst du mal abmessen wie lang die Schiene sein muss?"


  • Commodus noch ganz in Gedanken bei der Konstruktion des Steges brauchte ein paar Augenblicke.
    Dann aber verstand er was gefordert war und maß die Länge ab.
    Er wusste es zwar nicht aber das junge Falkenweibchen war frisch ausgewachsen und hatte daher eine Spannweite von 76 cm.


    Commodus maß per Auge was er als Architekt natürlich recht gut konnte.


    "Also ich würde sagen ein halbes Digitus über einer Länge von 5 Palmus muss die Schiene sein."

  • Zitat

    Original Marcus Helvetius Commodus: Commodus maß per Auge was er als Architekt natürlich recht gut konnte. "Also ich würde sagen ein halbes Digitus über einer Länge von 5 Palmus muss die Schiene sein."


    Chrysogona konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
    "Fein, Herr Architectus, wie wäre es wenn du dieses Schilfgras entsprechend abschneidest oder abbrichst. Ich habe gerade kein weiteres Handpaar zur Verfügung!"
    Mit dem Kinn wies Chrysogona auf eine Truhe.
    "Da, Caesoninus, müssten Fäden verschiedener Dicke und Länge drin sein. Kannst du mal nachsehen, was sich zum Schienen dieses Vögleins eignen könnte?"
    Der Vogel piepste inzwischen kläglich. Er hatte Angst. Sie sollten sich beeilen.

  • Das Lächeln was Chrysogona ihm dann schenkte brachte ihn für einen Moment aus dem Konzept.
    "Äh...ja...na..türlich"


    Er sah sich kurz leicht orientierungslos um. Sein Scriba half ihm aus der Patsche und reichte ihm ein kleines scharfes Messer mit dem er wohl sonst Schreibfedern oder dergleichen anspitzte.
    Commodus nahm es dankend entgegen und fing an das Schilfgras entsprechend zu kürzen.


    Neugierig sah er dann, das gekürzte Gras in der Hand zu was Chrysogona als nächstes vorhatte. Anbinden oder eher annähen. Commodus grübelte einen Moment darüber nach ob die Federn eines Vogels eine Naht halten würden so wie ein Tierfell.

  • Caesoninus verfolgte mit leicht besorgter Miene die Prozedur, die Plinia Chrysogona da eingeleitet hatte, um dem Falkenweibchen zu helfen. Er war wie gesagt besorgt, doch gleichzeitig beruhigte es ihn, dass die Medica offensichtlich wusste, was sie zu tun hatte.
    Jedenfalls hatte der Falke jetzt schon eine gut 100% höhere Überlebenschance hier im Behandlungsraum unter kundigen Händen, als draußen auf dem Feld vor den Mauern Roms, wo ihn jederzeit ein Raubtier hätte finden und fressen können.


    Die ersten Minuten stand Caesoninus nur unbeteiligt daneben und sah zu, als ihn Plinia plötzlich ebenfalls einspannte. Er sollte Fäden usw. holen gehen. Sogleich eilte er auf die besagte Truhe zu und sah hinein. Tatsächlich! Es befanden sich Fäden darin! Sogleich griff er hinein und holte einfach alle heraus, die darin lagen und brachte sie zum Ort der Operation. Anschließend saß er sich um, mit was sie den Flügel schienen könnten. Hmmm...dort! In einem Korb lagen Holzstücke zum Schienen von Knochenbrüchen, doch waren diese für Menschen ausgelegt und daher wie zu erwarten viel zu groß für etwas derart filigranes wie einem Falkenflügel. So eilte Caesoninus hinüber, um sich eines der Holzstücke zu schnappen und anschließend eilig mit einer herumliegenden Knochensäge möglichst flott in die passende Größe zu bringen.


    Anschließend kehrte er wieder zu Plinia und Commodus zurück und hielt das zurrechtgeschnittene Holzstückchen hoch. "Würde das zum schienen gehen?"

  • Chrysogona bedankte sich bei Commodus und Caesoninus für die Hilfe. Sie besah sich beide Schienenmaterialien, entschied sich dann aber für das Schilfgras.
    "Das hier ist fest genug und etwas besser anmodellierbar", stellte sie fest. "Ich weiß nur noch nicht ob ich die Schiene mit anbinden fest genug bekomme. Wir werden es versuchen."


    Sie suchte sich einen passenden Faden und bat nun wieder ihre Helfer ihr zur Hand zu gehen. Caesoninus hielt den aufgeregten Vogel, Commodus die Schiene und Chrysogona bemühte sich den Faden so um den federbesetzten Flügel zu binden, dass er sie hielt. Dabei verlor die Fälkin leider einige Federn. Doch schließlich hielt die Schiene. Allerdings hielt der Vogel den Flügel nun unnatürlich vom Körper weg. Auch schien sein Gleichgewichtssinn zu leiden. Wie zu erwarten war.
    "Vielen Dank euch beiden. So könnte es gehen. Tja, Caesoninus. Da hast du jetzt eine Aufgabe. In den kommenden 3-4 Wochen wirst du den Vogel praktisch immer bei dir haben und füttern müssen. Hast du Erfahrung damit?"

  • Als alles vorbei war atmete Caesoninus aus. Ihr aller gemeinsamer Werk sah gut aus für ihn und er freute sich, dass der Falke überleben würde. Zumindest, wenn er selbst jetzt keine dummen Fehler mehr machte, da er hörte, wie Plinia ihm soeben eröffnete, dass er von jetzt an mehrere Wochen lang sich um den Vogel kümmern sollte und das fast ununterbrochen. Während er den Vogel wieder behutsam in den Korb legte reagierte er innerlich darauf mit einer Mischung aus Vorfreude, Bedenken und ersten Blitzüberlegungen bzgl. der Fütterung und Unterbringung des Falkenweibchens. Was wohl die anderen dazu sagen würden, zuhause?
    Naja, er würde es ja bald genug herausfinden.


    An Plinia gewandt sagte er zu ihr: "Na schön, ich werde es versuchen, sollte sich schon irgendwie einrichten lassen und darüber hinaus,.." jetzt sah er auch Commodus an und versuchte möglichst zu beiden gleichzeitig zu sprechen "danke ich euch beiden vielmals für eure uneigennützige Hilfe! Dieser Vogel hat was gut bei euch, doch da er das niemals verstehen wird, bin ich an dieser Stelle so frei euch zu sagen, dass ihr, falls einer von euch einmal meine Hilfe bei irgendwas benötigen sollte, oder ich euch anderweitig weiterhelfen soll, ihr euch jederzeit vorbehaltlos an mich wenden könnt. Iulius Caesoninus ist nochmal mein Name und ihr könnt mich praktisch immer erreichen, wenn ihr eine Botschaft entweder zur Domus Iulia am Esquilin schickt, oder zum Tempel der Venus Genetrix, denn dort bin ich Aedituus."
    Er achtete darauf, dass das Vögelchen möglichst bequem in seinem Körbchen lag. Jetzt da alles vorbei war, war es wohl langsam an der Zeit bald wieder von dannen zu ziehen, um die beiden Helfer von ihm wieder ungestört sein zu lassen. Doch er freute sich trotzdem sehr für den Falken, dass sie so schnell einfach so ihm geholfen hatten. Hmm, er sollte sich auch einen Namen überlegen für den Vogel.

  • Die Medica freute sich, dass sie nicht nur dem Falken helfen konnte, sondern offensichtlich in Caesoninus einen Menschen gefunden hatte, der sich zuverlässig um das Tier kümmern würde. Als sie hörte, dass er Aedituus im Tempel der Venus Genetrix war, warh sie beruhigt. Bestimmt würde er die Falkendame pflegen und letztlich irgendwann wieder in die Freiheit entlassen.
    "Wir freuen uns, wenn wir helfen konnten. Es ist schließlich ein sehr schönes Tier. Dort wo ich herkomme, aus Aegyptus, ist es ein Privileg besonders reicher und angesehenr Männer, sich einen Falken zur Jagd zu halten. Horus, einer der wichtigsten Götter des ägyptischen Pantheons, wird durch einen Falken symbolsiert. Man hält dort im Tempel auch Falken und wenn sie sterben werden die heiligen Tiere sogar einbalsamiert und bestattet. Na, wer weiß, vielleicht ist dies der Anfang einer ganz besonderen Freundschaft. Ich komme euch beide mal besuchen. Vale bene!"


    Mit einem zufriedenen Lächeln sah Chrysogona Caesoninus nach, wie er mit seinem Körbchen den Äskulapiustempel verließ.


    Sie wandte sich wieder Commodus zu.
    "Wollen wir unseren Rundgang hier fortführen?"

  • "Oh, das ist eine wundervolle Idee!" rief Caesoninus aus, als er Plinias Ausführungen lauschte. "Gerade eben habe ich nämlich über einen passenden Namen nachgedacht, wie wäre es mit Hora so als weibliche Form für "Horus"? Oder würde das zu sehr verwirrend sein, da das Wort auch "Stunde" heißen kann? Ach und da wäre noch etwas, falls ich für meine neue Falkendame doch einmal wieder etwas brauchen sollte, darf ich dich dann erneut konsultieren? Wo könnte ich dich dann finden?"


    Besser Caesoninus wusste das jetzt schon, als wenn später wieder das Tier in Lebensgefahr wäre und er erst wieder auf die Tiberinsel laufen müsste, um nach irgendeinem Heiler zu suchen, der dann mit dem bisherigen Fall gar nicht vertraut war, wenn er überhaupt Tiere behandelte.


    Sim-Off:

    Bitte dein Powerplay wieder etwas zurückfahren. :)

  • Zuvor: Officium | MFG et SAV - Wegbereitung


    Ich war etwas überrascht, dass mein recht forscher Brief an den Cultus Deorum tatsächlich eine solche Beachtung gefunden hatte und der Pontifex mich zu sich nach Hause einlud. Das Gespräch mit ihm war sehr anregend und ich fühlte mich zuversichtlich, dass dies mein erster Schritt zu Höherem sein würde.


    Nach dem Termin beim Flavier suchte ich also die Tiberinsel erneut auf, nachdem ich vor Tagen auf meinem Rundgang schon kurz hier gewesen war und die Insel von allen Seiten betrachten konnte. Für einen Pergamener war es nicht sonderlich abwegig, dass Asklepios der persönliche Schutzgott war. Und bekanntlich konnte man Asklepios und Aesculapius gleichsetzen, nachdem er ja aus Epidauros nach Rom gekommen war. Die Geschichte, die Ovidius Naso überliefert hatte, erzählte auch von dieser Insel und warum der Tempel genau hier stand: der Gott hatte sich den Ort ausgesucht, damit man ihm hier huldigen konnte. Und das wollte ich jetzt tun.


    Ich hatte den Priestern gesagt, dass ich ein privates Opfer zum Dank abhalten wollte und sie bereiteten ihren Teil vor. In der Zwischenzeit war ich zum forum boarium geeilt, um ein würdiges Opfertier zu suchen. Ich kam mit einem gesunden Ferkel zurück, das ich zunächst samt meiner Tasche, in der sich etwa ein zuvor gekaufter Kuchen befand, an einen Tempeldiener gab und folge einem anderen zur rituellen Reinigung. Es tut sehr gut, den Schmutz der Stadt von sich abwaschen zu können, und ich fühle mich durch das Bad nicht nur körperlich sauber, sondern auch geläutert. Es erscheint mir aber bis heute etwas skurril, dass ich danach alle Handlungen ohne Schuhwerk vollziehe...


    Der Tempeldiener, der mich zum Bad geführt hatte, zeigt nun zu dem anderen Tempeldiener, dem ich meine Tasche überreicht hatte und der vor dem Tempel stand. In seiner Hand hielt er den Kuchen, den ich mitgebracht hatte, auf der hölzernen Tafel, die ebenfalls in der Tasche war. Ich gehe zu ihm und nehme ihm still die beiden Dinge ab und betrete anschließend den Tempel. Das Kultbild des Gottes ist schon von draußen zu erkennen gewesen, ebenso der davor aufgestellte Tisch. Da niemand sonst gerade ein Opfer zelebrierte, kann ich schnurstrakt auf den Tisch zugehen. Gemessenen Schrittes lege ich die letzten Schritte zurück und präsentiere dabei dem Gott meine Gaben. Im Stillen spreche ich ein erstes Gebet und lege den Kuchen auf dem Tisch ab. Das Holztäfelchen lehne ich an den Kuchen an.*

    D·AESCULAPIO·SER·ANNAEVS·VINDEX·D·D

    Ich verlasse den Tempel nach einer Verneigung vor dem Kultbild rückwärts gehend. Draußen empfängt mich der Tempeldiener erneut und überreicht mir das Ferkel, das in der Zwischenzeit für seine zentrale Rolle bei meinem Opfer vorbereitet wurde: es wurde grob gereinigt und ein buntes Band liegt auf seinem Rücken. Es ist wesentlich ruhiger als zuvor, ich stelle das aber nicht in Frage. Der Tempeldiener deutet auf den Beginn des kurzen Prozessionsweges, der zum Altar führt. Dort wartet bereits ein Priester mit einer tibicina neben sich auf mich, den Tempeldiener und das Ferkel.


    Alle gemeinsam, fünft Personen und ein Tierchen, schreiten nun den kurzen Prozessionspfad zum Altar in langsamen und feierlichen Schritten. Dort angekommen erhebt der Tempeldiener seine Stimme: "Favete linguis!" Ich lege das Ferkel auf dem Altar ab, es atmet ruhig und bleibt still liegen. Als alle sicher sind, dass sich das Tier nicht zur Flucht erhebt, gibt mir der Priester leise die Darbringungsformel vor, die ich laut und mit den Händen zum Himmel gerichtet wiederhole. Der Tempeldiener hält mir dann nacheinander eine Schale und ein Tuch hin, mit dem ich meine Hände erneut reinige und trockne.


    Die tibicina hat mittlerweile mit dem Flötenspiel begonnen, ich merke, dass immer mehr Menschen mir ihre Blicke zuwenden, aber meine Konzentration lässt nicht nach. Vom Priester nehme ich das Opfermesser entgegen und halte es über das Ferkel, während er aus einem Gefäß Wein über Messer und Ferkel gießt und so beides weiht; der Stoff war schon entfernt worden. Ich streiche mit dem Messer vom Kopf des Ferkels bis zu seinen Hinterbeinen, es ist noch immer vollkommen ruhig.


    "Aesculapius, der du deine schützende Hand immer über mich gehalten hast, der du meine Familie vor Krankheit, Leid und Gebrechen bewahrt hast, der du stets durch deine Tochter für jugendliche Gesundheit auch im hohen Alter gesorgt hast. Oft habe ich dir meine Ergebenheit geschenkt, deinen Kult geehrt und deinen Dienern mit Rat und Tat zur Seite gestanden, oft habe ich dir geopfert und tue das auch heute, indem ich dir erneut für deinen Schutz und deine gaben danke. Gib auch weiterhin, schütze auch weiterhin, lasse das Band bestehen wie auch ich schwöre dir weiterhin treu zu sein, deine Ideale hochzuhalten und dir alle Ehren zu erweisen!"


    Der Priester nickt mir zu und ich führe das Opfermesser an die Kehle des Ferkels. Eine leichte Berührung war ausreichend, um einen ersten Blutstropfen hervortreten zu lassen. Ich spanne meinen Arm und schneide kräftig durch die Kehle des Ferkels, das viel Blut verliert, kurz zuckt und dann vollkommen still auf dem Altar liegt. Wir warten einige Minuten, bis der Blutfluss versiegt, der Priester nimmt in der Zwischenzeit das Opfermesser wieder an sich. Er öffnet die Bauchhöhle des Ferkels und entfernt die Innereien, die er in eine Schale legt, dann beginnt der Tempeldiener damit, das Ferkel zu zerlegen. Der Priester begutachtet die Innereien, lächelt mir zu und nickt: das Opfer wurde angenommen. "Litatio!" ruft der Tempeldiener aus. Die tibicina beendet ihr Flötenspiel und wir lösen uns auf. Das zerlegte Ferkel wird vorbereitet, ich gehe mich erneut reinigen.


    Später liegen die ausgewählte Teile des Ferkels auf dem Altar und werden Aesculapius durch Feuer übergeben. Das abschließende Essen, das ich aus der Heimat kenne, muss durch den Platzmangel auf der Insel leider entfallen, stattdessen erhalte ich einen kleinen Korb mit Fleisch. Ich verlasse den Tempel nach meinem Opfer, geläutert, zufrieden und mit einer Mahlzeit für später.


    Sim-Off:

    *Hier Marmor in Ermangelung von Holz

    Deo Aesculapio Servius Annaeus Vindex dono dedit

    (wenn mich meine Kenntnisse so spät am Abend nicht täuschen)

    itcrom-aedituus.png annaea2.png

    KLIENT - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

    TIRO FORI - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

    SODALIS - FACTIO ALBATA



  • Tempestates templas deminuunt | Eine Inspektion des Aesculapius-Tempels


    Als Aedil oblag Manius Minor neben den wenig rühmlichen Kontrollen von Garküchen und Lupanaren auch die Aufsicht über die Baulichkeiten sakraler Natur und da er von Manius Maior hatte vernommen, dass der Tempel des Aesculapius auf der Tiber-Insel zuletzt in mäßigen Zustand sich hatte befunden und einem neuen Aedituus war anvertraut worden, so hatte er sich ankündigen lassen und stand eines Tages nun, geleitet von einer Schar Apparitoren und Beratern, darunter natürlich auch eines Architekten aus dem Umfeld der Familia Flavia Romae, jenes "Boot" betrat, auf welchem die Priester des Heilergottes Sieche kurierten und ihrem divinen Herrn die Opfer der Heilsuchenden darboten.

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