• Scato schaute zermürbt. Cerretanus blieb offenbar sogar mit verdrehten Gliedmaßen und zerschmettertem Rückgrat lieber in der Subura liegen, als sich von ihm verarzten zu lassen. Den Ruf als medicus mortis hatte er weg. Den wieder loszuwerden, würde eine Herausforderung darstellen.


    "Ich wollt ja nur mal gucken! Zwei Freiwillige, die nicht wir sind - wie wäre es mit Pullus und Tarpa? Ramnus hätte sicher auch Lust, ist aber beschäftigt und ich fürchte, ihm mangelt es an Feingefühl."


    Es kam eben ganz darauf an, was der Optio vorhatte. Aber unauffällig war Ramnus nicht, dafür konnte er Möbel mit den Händen falten wie Bettlaken. An Nicon erinnerte Scato sich. Der könnte mit Stilo um die Wette trinken - und würde gewinnen.


    "An Nicon habt ihr im Carcer bald keine Freude mehr, wenn das diese Schnapsdrossel von einem Jüngling ist. Es sei denn, er bekommt regelmäßig Wein, sonst klappt der uns bald zusammen."

  • " Meine Güte.....jetzt seid nicht gleich eingeschnappt." Genervt rollte der Furier mit den Augen. " Mir tut so gut wie alles weh. Und je länger das hier dauert....es wird nicht besser. Und zuerst wird die Sache hier erledigt."


    " Lurco....Lurco...Lurco. Entweder du kommst mal sehr weit oder du hast bald ein Problem dich aufrecht halten zu können. 20 Hiebe mit der Peitsche machen einen nicht geschmeidiger und hübscher."


    "Also...wie gesagt....lasst die Sklavin frei. Rede mit ihr und versuch so viel wie möglich aus ihr herauszubekommen. Und....egal ob sie nun unfreundlich ist....schalte mal die persönlichen Gefühle aus.
    Wir haben nun mehrere Personen die bei dem Brand des Ganymeds und hier Beweise liefern um uns an die Täter herantasten können."



    " Die beiden Freiwilligen benötige ich für einen Auftrag der erst in der Castra besprochen wird. Wir sind hier zu exponiert. Zuviele Ohren und Augen."
    " Auch kannst du in der Castra dein Wissen an mir testen. Ich hoffe nur dass es kein Experiment wird und du unzählige Tests benötigst um ein positives Ergebnis zu erzielen."

  • "Dann würde Nicon nüchtern sterben. Wäre auch eine Möglichkeit ihn zum reden zu bringen. Reden und Wein, oder lass es sein und durste. Möglicherweise erinnert er sich dann auch an mehr", antwortete Lurco Sacto.


    Wofür Lurco 20 Hiebe kassieren sollte, fragte er sich. Ihm war gleich, was sein Optio mit der Sklavin gehabt hatte. Es hatte ja auch nicht andere zu interessieren, was er mit seiner Einrichtung trieb.


    Lurco schaute etwas zerknirscht, dass er mit dem Subjekt reden sollte.


    "Das Subjekt wird nichts sagen, außer die übliche Leier... ich war das nicht, ich bin unschuldig, meine Unschuld wird bewiesen werden, dann folgen die üblichen Bedrohungen in Dauergemurmel. Meine Gefühle sind außen vor Optio, sonst hätte ich das Ding schon längst dahin befördert wohin es gehört und zwar mit einem Hieb in den Abgrund. Bei solchen Sklaven sollte man sich sorgen bezüglich eines zweiten Spartakus, aber dafür fehlt dem Subjekt der Verstand. Die Götter sind uns also wohlgesonnen.


    Welches Experiment?!?", fragte Lurco verdattert. Irgendwie hatte er völlig den Faden verloren, oder er war doch etwas gebeutelter als er dachte.

  • " Besser wäre es wenn er keine Tropfen mehr bekommt. So kann man ihn unter Druck setzten." Dies grinste Appius die beiden an.


    Danach folgte ein knapper Fluch und sein Gesicht verzog sich wegen der Schmerzen die von seinem Rücken nach unten das Bein entlang rannen.


    " Hast du nichts dabei um Schmerzen etwas zu lindern?" erkundigte sich Appius lautstark.

  • "Leider nicht Optio!" Vor lauter Solidarität bekam Scato Bauchschmerzen. "Ich hab noch keine Capsa und nichts!* Aber in der Castra könnte ich dich verarzten."


    Während er vor Nervosität auf dem Nagel seines Zeigefingers kaute, starrte er wieder die Beine von Cerretanus an.


    "Wenn ich wüsste, woher der Schmerz kommt, könnte ich dich zumindest so verbinden, dass es nicht schlimmer wird. Ein Fixationsverband!"


    Im Hintergrund hörte man einen langgezogenen Schrei, als Ramnus Stilo aus dem Fenster pflückte und hinab in das Sprungtuch warf. Dann zerrte er an Quietus, der sich verzweifelt am Rahmen festhielt und immer längere Arme zu bekommen schien. Scato bemerkte es nicht, weil er mit der Gesundheit von Cerretanus beschäftigt war.


    "Welche beiden Freiwilligen wählst du also? Ich denke, es hängt von der Mission ab, wer am geeignetsten ist! Pullus kann alles. Ramnus kann alles kaputtmachen. Wenn Feingefühl gefragt ist, brauchen wir Tarpa. Asper kann auch alles und schaut dabei noch freundlich. Und Quietus ist jener, der alles weiß, unser wandelndes Lexikon. Und Stilo ... ja. Der ist noch zu kaputt von der Nachtübung, nehme ich an."


    Sim-Off:

    * Die Handlung begann, als Scato noch nicht Capsarius war, sorry Boss. :D

  • " Im Rücken beginnt es und flutet nach unten ins Bein. Gerade war wieder alles Gefühl weg im Bein. Ausser Schmerzen. Die spüre ich."


    Vllt könnten diese Details etwas helfen und Scato würde wissen was zu tun ist.


    " Sobald wir hier weg sind und zurück Inder Castra, Scato. Seid nicht ungeduldig. Geduld ist eine Tugend.
    Ich benötige jedenfalls zwei freiwillig oder unscheinbar sind und sich unauffällig verhalten. Keine Abrissbirnen oder so. Was ich im Kopf hat muss mit Feingefühl angefasst werden."

  • Scato versuchte, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen, was ein sinnloses Unterfangen war, da er an seinem Zeigefingernagel kaute. Der Rücken und das Bein von Cerretanus wurden taub ... das klang nicht gut.


    "Optio, du hörst bitte ausnahmsweise auf mich, wenn ich dir jetzt was sage, ja? Es ist sehr wichtig. Du gehörst schnellstmöglich ins Valetudinarium, aber nicht auf eigenen Füßen. Ich werde jetzt eine Trage organisieren. Und du wirst nicht versuchen, aufzustehen! Wir kümmern uns hier derweile um den Rest, sag einfach, was wir tun müssen. Für dein Vorhaben werden Quietus und Tarpa am geeignetsten sein. Und du machst nichts anderes, als ruhig zu liegen."


    Quietus war gerade im Sprungtuch gelandet und Ramnus war gerade dabei, Camerinus davon zu überzeugen, ebenfalls zu springen, sobald das Tuch wieder frei war.

  • Besorgt schaute Lurco von Cerretanus zu Scato und zurück. Er sagte nichts zu dem Thema, denn er hatte überhaupt keine Ahnung was Medizin anging. Außer die paar Hausmittelchen die ihm sein Vater beigebracht hatte. Er hoffte Scato würde Cerretanus wieder hinbekommen, oder der Medicus in der Castra.


    "Quietus und Tarpa sind dafür die besten Männer. Ramnus und ich kommen nicht in Frage", warf Lurco ein.

  • Ruhig liegen bleiben. Das Schnauben deutete auf die Unzufriedenheit hin mit der Appius die Situation betrachtete.


    " Gelände abriegeln. Vigiles verständigen falls dies nicht schon geschehen ist. Einen Melder in die Castra und ein weitere Cohorte anforden um die Sicherheit zu gewährleisten. Und dann....knöpft ihr euch das Gesindel vor dass sich hier herum treibt. Von mir aus legt Daimenschraiben an um etwas zu erfahren." Zornig schlug er mit der Hand gegen die Wand an der er lehnte.


    " Dann will ich diesen Kyriakos sehen. Und alle anderen mit denen wir erst vor kurzem zu tun hatten. Wäre ja gelacht wenn wir nicht erfahren was dahinter steckt. Die Krähe, es deutete ja einiges darauf hin, ist der Urheber dieser Ereignisse. Und um definitiv zu wissen welcher Bastard dahinter steckt brauchen wir Informationen. Oder kennt jemand die wahre Identität?"

  • "Verstanden Cerretanus. Irgendwer wird die wahre Identiät kennen. Die Opfer führen uns zu den ausführenden Tätern. Und die führen uns zu der Krähe. Falls die Krähe eine Einzelperson und nicht eine ganze Gruppe ist. Eine Gruppe hat allerdings auch einen Kopf, den dann abzuschlagen gilt.


    Kyriakos befindet sich laut Aussage seines Kollegen im Magnetum Momentum. Ich kann ihn herschaffen", bot Lurco an.

  • " Mach das. Lurco. Aber......seid nicht zu grob. Und........die anderen Gestalten die bei dem Überfall auf das Ganymed noch am Leben sind.....die werden wir auch nochmals unter die Lupe nehmen."


    Das der Octavier gerade in diesen Momenten nicht anwesend war machte dem Furier zu schaffen. Die Erfahrung die der Centurio hatte...da fehlten Appius noch ein paar Tage.

  • Lurco nickte, dass er verstanden hatte.


    "Überlebt hat Kyriakos, ein kleiner Junge, der Mann den ich aus den Flammen zog namens Phyton, Nicon der schon bei uns einsitzt und noch ein paar. Ich werde Kyriakos nach ihren Namen und Aufenthaltsorten fragen.


    Keine Sorge, dass sind wir nicht. Sie sind Opfer eines Anschlags, genau wie der Ladenbesitzer, die Bauarbeiter und wir. Wir kümmern uns darum, bei Scato bist Du in guten Händen. Passt auf Euch auf, solange wir weg sind", sagte Lurco.


    Pullus musterte ihren Optio und Scato. Beide sahen schlimm aus.


    "Wir beeilen uns", versprach Pullus und schon machten sich Lurco und Pullus auf den Weg zum Lupanar in dem sich gerade Kyriakos herumtreiben sollte.

  • Cerretanus schnaubte, als ihm aufgetragen wurde, liegen zu bleiben und Scato konnte es ihm nicht verdenken. Es war kein Centurio zugegen und dann sollte der einzige Befehlshaber auch noch ausfallen. Dass einem verantwortungsbewussten Mann das nicht gefiel, lag auf der Hand, aber wenn nun etwas Falsches geschah, dann fiel Cerretanus nicht nur für kurze Zeit aus, sondern für immer. Gelähmt könnte er von Glück reden, noch einen Schreibtischposten zu erhalten, aber wahrscheinlicher war, dass er in dem Falle die Cohortes Urbanae verlassen musste. Scato kommandierte also zwei Milites herum, die er für entbehrlich hielt, während Ramnus die letzten beiden aus der Station ins Sprungtuch warf. Kaum war auch Ramnus sicher unten gelandet, krallte Scato sich das Sprungtuch und nahm es ihnen weg. Unter seiner Regie wurden aus dem Tuch und zwei Langhölzern von der Baustelle eine improvisierte Trage. Aber wie bekam man nun den Verletzten da drauf, ohne seinen Rücken weiter zu malträtieren?


    "Legt die Trage genau da hin." Scato zeigte mit dem Finger neben das Bein des Optios. Die Trage wurde diagnonal gelegt. Scato schob sie so dicht wie möglich an Cerretanus heran. Nun konnte der Sitzende sich mit sehr wenig Rückenbewegung auf das Transportmittel begeben.


    Lurco indes verschwand schon wieder mit Pullus ... heute Abend würde Scato vermutlich auch wunde Füße zum Verarzten haben. Die Befehle von Cerretanus hatte Scato vernommen, aber zunächst musste er sich um den Verletzten kümmern.


    "Darf ich bitten, Optio?" Scato zeigte auf die Trage und stellte sich so darüber, dass er dem Verletzten helfen konnte, sich möglichst schonend niederzulegen. Er hoffte, dass Cerretanus jetzt nicht auf Stur stellte und bockte. Verletzte Vorgesetzte, die nicht hörten, waren der Alptraum eines jeden Sanitäters (und von jedem, der es werden wollte).

  • Erneut schnaubte appius unwillig. Er kam sich vor wie ein hilfloses Etwas, unfähig etwas selbst auf die Reihe zu bekommen.


    Als er sah wie sie die Bahre neben ihn platzierten lachte er auf. " Na toll. Als hätte ich nicht schon genug für Sport gesorgt. Meinst du nicht die anderen sind wichtiger? Wer weiß was denen fehlt. Vllt kollabiert gleich einer von denen weil sie durch den Rauch schon so vergiftet sind?"


    Appius wollte Zeit schinden. Ihm behagte es überhaupt nicht auf einer Bahre davongetragen zu werden. Schliesslich hatte er Verantwortung zu tragen die er im selben Moment verlieren würde in dem er auf der Bahre lag

  • Und Cerretanus bockte.


    Scato stemmte die Hände in die dürren Hüften. Er sah sich nun vor zwei Möglichkeiten:


    a) Mit Samtzünglein auf den Optio einreden und wertvolle Zeit vergeuden.
    b) Den Optio einfach auf die Trage packen und hoffen, dass er nicht zappelte und sich dabei noch mehr verletzte (und nicht allzu wütend wurde).


    Scato wünschte sich ein Baumwolltuch, getränkt mit einem gewissen Pflanzensaft, der Cerretanus binnen Sekunden ins Reich der Träume schickte. Leider trug er so etwas nicht bei sich. Sobald er seine Capsa offiziell mit sich herumtragen durfte, würde dieser Bestandteil Einzug in die Verbandstasche finden. Aber es gab noch eine weitere schonende Methode. Als Stadtwache beherrschte man da ja so einige nette Handgriffe. Mit einem kurzen Griff drückte Scato Cerretanus die Finger in die weiche Stelle hinter dem Ohr, damit der Optio zusammensackte.


    ... möglich war allerdings auch, dass Cerretanus ihm stattdessen die Fresse polierte, denn bei seinem Vorgesetzten ging Scato da deutlich zaghafter vor, als bei einem üblen Bürger, dem er die Finger gewaltsam bis sonstwohin rammte, wenn das erforderlich war.

  • Gerade noch sah Appius die Hand von Scato vorschnellen und spürte deren Finger an einer bestimmten Stelle hinter dem Ohr. In selben Moment durchzuckte ihn wieder einer dieser Schmerzlichen Wellen wodurch seine Aufmerksamkeit schlagartig weg war.


    So begab es sich nun dass der Kopf des Furiers nach vorne auf die Brust kippte und der Oberkörper langsam seitlich abrutschte.


    Dies hatte nun den Nachteil dass appius wie ein nasser Sack da lag und der Transfer auf die Bahre um einiges aufwendiger machte.


    Appius würde sich wahrscheinlich vor Lachen krümmen wenn er sehen konnte wie sich die Milites nun mit ihm abmühten.

  • Als würde er schlummern, hing Cerretanus da. Soeben hatte er noch gesprochen, nun war er bewusstlos. Mehrere vorwurfsvolle Blicke richteten sich auf Scato, der seinen Ruf als medicus mortis nun endgültig zementiert hatte.


    "Glotzt nicht so", fauchte Scato. "Ich habe ihn nur von seinen Schmerzen erlöst. Jetzt packt mit an!"


    Er hatte in weiser Voraussicht so gestanden, dass Cerretanus seitlich an sein Bein gesunken war, anstatt zu einem Häuflein zusammenzufallen. Scato sortierte die Hände seiner Helfer an der Tunika von Cerretanus, damit gleichmäßig an ihr gezogen wurde. Jemand griff auch nach den Füßen. Scato selbst nahm dem Optio vorsichtig den Helm ab, band ihn an seinen Gürtel und griff nach Cerretanus´ Kopf, damit der nicht herumhing. Auf drei hoben sie alle gemeinsam den Optio an, so dass seine Wirbelsäule gut von der eigenen Kleidung gestützt wurde, und legten ihn ganz vorsichtig auf die Bahre. Wenn viele Hände halfen, war ein Mann nicht sonderlich schwer (von Ramnus abgesehen).


    "So", rief Scato. "Tarpa und Quietus - der Optio will euch dann sehen. Er hat einen Auftrag für euch. Darum werdet ihr beide die Trage in die Castra tragen. Ich werde euch begleiten. Ramnus, du sorgst hier vor Ort weiterhin für Ordnung! Der Befehl des Optios lautete: Gelände abriegeln. Vigiles verständigen falls dies nicht schon geschehen ist. Einen Melder in die Castra und eine weitere Cohorte anforden um die Sicherheit zu gewährleisten - das werden wir nun tun - Und dann knöpft ihr euch das Gesindel vor, das sich hier herum treibt. Folter wurde vom Optio als Mittel zur Informationsbeschaffung freigegeben, also macht davon bei Bedarf großzügigen Gebrauch. Ich werde den Optio erstmal ins Valetudinarium begleiten und komme dann zurück, sofern ich keinen anderen Befehl erhalte."


    Er nahm am Kopfende der Bahre neben Tarpa Aufstellung, der zeitgleich mit Quietus die Hände um die Tragestangen legte. "Auf drei hebt ihr die Trage an. Eins - zwei - drei." Vorsichtig hoben Quietus und Tarpa ihren Optio empor. Scato plärrte weiter. Da er hier die Verantwortung für den Verletzten trug, war es logisch, dass er auch das Kommando übernahm. "Langsam und gleichmäßig gehen. Kein Holpern und keinesfalls irgendwo anstoßen. Auf mein Kommando. Im Gleichschritt, Marsch! Eins - zwei. Eins - zwei ..."



    Castra Praetoria - Valetudinarium >>

  • Lurco blieb mit Pullus und Anis vor der Ruine der Urbanerstation stehen.


    "Das ist die Ruine unserer Station. Dort drüben ist das Geschäft das überfallen und dessen Verkäufer ermordet wurde. Hier auf der Straße wurde ebenfalls eine Person niedergestochen und in der Station haben die Täter einige Bauarbeiter ermordet. Im Geschäft und in der Station wurden die Rabenschädel gefunden. Erste Anmerkungen hierzu Anis?", fragte Lurco.

  • Lupanar Ganymed >>>


    Hairan hatte geschwiegen, als er den Urbanern folgte. Er wirkte ganz in Gedanken versunken, seine dunklen Augen ins Leere gerichtet.
    Die Verwüstungen, die die neue Urbaner Station erlitten hatte, waren selbst für stoische Gemüter erschreckend, aber der Parther zeigte keinerlei Gefühlsregung.


    „Darf ich?“, fragte er, seine Miene war ungewöhnlich düster.


    Er trat auf die Überreste einer Mauer zu, und bevor ihn jemand daran hindern konnte, fuhr er mit seinen schlanken Fingern über das Mauerwerk, tastete in Ritzen.


    Sein Gesichtsausdruck, der vorher schon düster gewesen war, änderte sich nicht, aber mit seiner rechten Hand vollführte er zunächst verschiedene Gesten und dann die alte Abwehrgeste der mano in fica, in dem er den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmte. Mit der anderen Hand griff er nochmal in seinen Beutel, warf Salz gegen die Wand und sein langer dunkelpurpurner Umhang blähte sich und verdeckte einige Augenblicke seine hagere Gestalt und das, was er tat.


    Kleine Schweißtropfen begannen sich auf Hairans Stirn zu zeigen; der Magus war bleich, als er sich nun wieder den Urbanern zuwandte.


    Und dann zog er folgende drei Dinge aus der Mauerspalte, die er gerade untersucht hatte:
    Das erste waren blutverschmierte schwarze Vogelfedern.
    Das zweite war eine tote Kröte, der man Maul und Augen mit Nadel und Faden zugenäht hatte.
    Aber das dritte und abscheulichste von allem war ein kleiner menschlicher Fötus. Babyleichen fand man in der Subura; oft wollte und konnte eine geschwängerte Lupa ihr Kind nicht behalten. Aber diese kleine Leiche hatte man mit roter Farbe bemalt und ihm winzige Hörner umgebunden.


    Hairan legte die drei Abscheulichkeiten vor die Urbaner hin.
    Dann sprach er:
    „Dieser Ort ist verflucht. Wer hier bleibt, wird Acherontis pabulum *werden. Die neue Station der Urbaner
    wurde von bösen Mächten attackiert. Aber nur Mut, es war gut, dass ihr mich gerufen habt. Ich weiß, was zu tun ist, und es wird mir eine Ehre sein, dem Imperium zu dienen."


    Sim-Off:

    * Futter für den Acheron= Hades

  • Lurco und Pullus beobachteten den Magus, als dieser seinem magischen Handwerk nachging. Nach einigen Augenblicken in denen er sein Ritual vollführte, förderte er eine blutige Feder, eine maltretierte Kröte und ein winziges Ungeborenes zu Tage.


    Lurco und Pullus betrachteten die die Beweis mit genauso finsterem Ausdruck wie der Magier selbst.


    "Du hast über Steine gewischt um die verfluchten Gegenstände zu bergen. Vielleicht hat die Sklavin versucht das Ganymed zu verfluchen und ihre Hinterlassenschaften zurückzuholen?", warf Pullus ein.


    "So viel Grips und Fähigkeit traue ich dem Subjekt nicht zu. Es kann ja nicht mal eine einzige Frage sachlich neutral ohne Gesichtszerrung beantworten. Wenn handelte sie im Auftrag und selbst den hat sie verkackt.


    Anis, da Du schon hier vor Ort bist und den Fluch gefunden hast, kannst Du den Fluch aufheben? Falls ja hebe ihn auf oder sag uns was Du dafür benötigst. Kannst Du auf magischem Weg zurückverfolgen, welcher Magus oder welche Person den Fluch hierher gebracht hat?", hakte Lurco nach.

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