Beiträge von Manius Tiberius Durus

    | Stesichoros


    Eine Einladung? Normalerweise waren die Sklaven hoher Häuser wie der Aelier höflicher und stellten sich und ihren Besitzer zuerst vor. Stesichoros hingegen war grundsätzlich misstrauisch gegenüber unbekannten Besuchern, was seine Unhöflichkeit erklärte (abgesehen von der Kälte).


    Auch die Zeitangabe war für Stesichoros rätselhaft: Der Dies Martis? Zwar war diese Bezeichnung in den östlichen Provinzen geläufig, für Stesichoros jedoch, der zwar griechischer Abstammung war, jedoch im Haushalt der Tiberier geboren war, war dieser Begriff unbekannt. Daher fragte er noch einmal nach


    "An welchem Tag?"





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Caius Optimus


    Während sie so dicht an dicht fuhren, überlegte Caius fieberhaft, was er unternehmen konnte, um diesen lästigen Konkurrenten loszuwerden, als dieser plötzlich seine Peitsche hob. Sicher wollte er sich für sein unfaires Manöver rächen und sicherheitshalber ging Caius in die Hocke. Doch der Peitschenstiel zog nicht einmal über ihn, sondern etwas unglaubliches geschah:


    Caius hörte nur einen dumpfen, dann ging ein Ruck durch den ganzen Wagen. Und noch ehe sich der junge Auriga wieder richtig aufrichten konnte, kam das Gespann ins Schlingern, offensichtlich waren auch die Pferde von der plötzlichen Blockade des einen Rades verwirrt und wollten ausbrechen. In Panik klammerte Caius sich an die Wagenwand, während er plötzlich die Zuschauermenge statt der Rennbahn vor sich. Dafür beruhigten sich die Tiere langsam wieder und während hinter ihm die Gespanne vorbeischossen, lenkte er seinen Wagen wieder in die richtige Richtung und musste von neuem Geschwindigkeit aufnehmen - Serapio war inzwischen kaum noch erreichbar!


    Stattdessen musste Caius sich nun mit Paullus Ancharius Mus um einen Platz kämpfen. Es war wirklich demütigend, sich mit einem so alten Sack anzulegen!





    AURIGA - FACTIO VENETA

    | Stesichoros


    Stesichoros hatte den Brand der Villa wie durch ein Wunder überlebt: Er hatte zwar Dienst gehabt, doch hatte er seinen Posten kurz verlassen, um bei Capsa, dem heilkundigen Sklaven im Hause nach einem Mittel gegen seine Erkältung zu fragen. Just in diesem Moment hatte es zu brennen begonnen und als er auf seinen Platz hatte zurückkehren wollte, war ihm bereits Rauch entgegengekommen.


    Dennoch war der Ianitor nicht ganz zufrieden, denn der neue Eingang der Villa sah nicht vor, dass dort ständig ein Pförtner postiert war, sodass es keinen echten Unterstand für ihn gab. Verbunden mit der Kälte, die der Winter auch über Rom brachte, war dies Gift für seine Gesundheit. Immerhin hatte der Maiordomus ihm einen warmen Mantel geben lassen, was sein Gesicht jedoch trotzdem nicht wärmte. Außerdem musste er ständig in dem angeschlossenen Hof auf- und abgehen, um seine Füße zu wärmen.


    Als es nun klopfte, musste er erst durch den ganzen Hof eilen, ehe er öffnen konnte und den Sklaven mit einem knappen


    "Was willst du?"


    begrüßte. Hinter ihm zeigte sich der leere Hof, der während seiner Nutzung als Haupteingang peinlich saubergehalten wurde.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Tiberius Durus hatte erst mittels der Bekanntmachung des Consuls von der Senatssitzung auf Wunsch von Quintus erfahren, dass er heute im Senat zu sprechen wünschte. Dies wiederum hatte ihn sehr überrascht, denn er hatte nicht den Hauch einer Idee, was sein Cousin vom Senat wollte. Er hätte es zwar bevorzugt, wenn Quintus ihn unterrichtet und möglicherweise seine Meinung eingeholt hätte, dennoch zeigte er keine allzu böse Miene, als er die Curia betrat und seinen Platz bei den Prätoriern suchte.

    Zitat

    Original von Tiberius Prudentius Balbus
    Balbus hatte irgendwie das Gefühl, dass der Tag schon viel zu lange dauerte und er gleich einfach mal Feierabend machen sollte. Er fühlte sich unverstanden, aber das war ja einfach nichts neues. Innerlich seufzte er.


    "Ich befürchte, ich habe mich missverständlich ausgedrückt." sagte er. "Es geht nicht darum, dass du das Amt des Procurators übernehmen sollst, sondern dass du dich während der Abwesenheit von Decimus Mattiacus um die Aufgaben des Procurators kümmerst. Immerhin hast du selbst dieses Amt dereinst ausgefüllt."


    Ach so! Da hatte Durus ganz offensichtlich wirklich etwas missverstanden. Er sollte also informell als a cognitionibus fungieren, was seiner Idee von der informellen Rechtsberatung durch den Kaiser relativ nahe kam. Und dem war er ja nicht abgeneigt...


    "Dann bin ich gern bereit, ihm zu helfen."


    Nun wartete er eigentlich darauf, zum Kaiser vorgelassen zu werden, der ihn dann persönlich um seine Hilfe bat, immerhin hielt er sich für eine hochgestellte Person!

    Leider war die Villa Tiberia vor einiger Zeit teilweise abgebrannt, sodass Methodius am Eingang nichts fand außer zwei Sklaven, die in der winterlichen Kälte damit beauftragt waren, die nicht verbrannten Mauern abzutragen und brauchbares Baumaterial zu bergen.


    "Wenn du was von den Herren willst, geh' zum Nebeneingang!"


    meinte einer von ihnen, als er Methodius an eine Säule klopfen sah.

    Wenn Durus sich erinnerte, glaubte er sich wirklich zu erinnern, welche der beiden Damen es gewesen war, die Arvinia entführt hatten. Sie war wirklich sehr hübsch gewesen, wenn sie auch etwas jung gewirkt hatte. Aber das war ja an sich kein Nachteil - vielmehr bedeutete es, dass die Wahrscheinlichkeit höher war, dass sie gesunde Kinder gebar!


    Umso erfreulicher war es, dass Corvinus gleich ein konkretes Angebot machte - als er mit einer zweiten Sache überrascht wurde. Natürlich hatte er nicht die Blicke bemerkt, die Orestes und Arvinia sich auf seiner Cena zugeworfen hatten, wusste nicht, dass sie sich bereits begegnet waren. Und nun wollte der Aurelier also gern im Gegenzug für Laevina ihre Hand? Einen Augenblick dachte Durus nach: Orestes war ein Sacerdos, hatte bisher keine Ambitionen gezeigt, eine politische Karriere einzuschlagen - ob das eine richtige Auswahl war?


    "Grundsätzlich würde nichts dagegen sprechen, jedoch bin ich leider nicht in der Lage, dir sofort zuzusagen, wenn du erlaubst."


    erwiderte er vorsichtig. Es musste in jedem Fall noch einmal die Liste der römischen Senatoren-Junggesellen konsultiert werden, außerdem musste er auch Arvinias Vater dazu hören. Wobei der sich sicher nicht gegen das Urteil von Durus auflehnen würde...dennoch.


    Um nicht ganz so reserviert gegen die Verwandtschaft in spe zu wirken, fügte er noch rasch


    "Dennoch kann ich dir versichern, dass Arvinia noch nicht versprochen ist. Genaugenommen muss ich noch mit ihrem Vater sprechen."


    an. Eigentlich war das mit dem Vater eine sehr gute Ausrede...

    In diesem Moment wurde der nächste Gang aufgetragen und damit das Gespräch unterbrochen. Die Speisen waren keine Schaugerichte, dennoch von edler Qualität, wie Durus' geschulter Blick erkannte. Natürlich kam auch ein Sklave dazu, der ihm die Hände wusch, sowie ein weiterer, der ihm den Teller füllen würde. Er ließ sich eine Anstandsportion Geflügel, sowie hauptsächlich vom Fleisch geben, dazu das raffinierte Brot, sowie verschiedene Soßen. Doch ehe er zu Schmausen beginnen konnte, wartete er auf eine Antwort von Corvinus, die prompt kam.


    Er war erfreulich direkt, denn anstatt zuerst große Anpreisungen zu machen, fragte er direkt nach Durus' Interesse. Dies hatte fast etwas von einem Verkaufsgespräch, doch beide wussten, dass dies die harte Realität innerhalb des römischen Adels war: Der Vater verheiratete die Töchter und diese hatten dabei nichts mitzubestimmen!


    "Oh, selbstverständlich!"


    bestägte Durus und sofort wurde ihm ein Angebot unterbreitet: Aurelia Laevina, ein Mädchen das er angeblich bereits kennen sollte. Das Problem war, dass sich der Tiberier überhaupt nicht erinnern konnte - die Hochzeit war so voll gewesen, so viele Hände hatten geschüttelt werden müssen! Wie sehr wünschte er sich nun seinen Nomenclator herbei. Daher log er


    "Flüchtig, ja. Ich wäre froh, wenn du mich ihr noch einmal persönlich vorstellen könntest."


    Durus nickte zufrieden - offensichtlich erinnerte sich Balbus doch! Dann rückte er aber gleich mit dem Grund seines Besuches heraus: Der Kaiser brauchte einen Rechtsberater, wie es schien! Natürlich hatte er erfahren, dass Mattiacus Meridius auf seiner Reise begleitete und natürlich war er sich im Klaren, dass er als letzter auf diesem Posten als Vertretung besonders infrage kam. Allerdings der Posten eines Procurators? Für einen Diener des Kaisers fühlte er sich inzwischen eigentlich zu schade, das war eines Senators nicht angemessen...


    "Ich weiß nicht, ob das Amt eines Procurators für einen Senator geeignet ist...wenn der Kaiser allerdings Hilfe braucht, wäre ich natürlich bereit, ihn zu beraten!"


    gab er daher zu bedenken. Wenn der Kaiser ihn bat, ihn gewissermaßen unverbindlich zu beraten, wenn er rechtliche Fragen hatte, ohne dass er den Posten antreten musste, war der Tiberier trotz aller Kritik für den Kaiser selbstverständlich bereit! Denn die Nähe eines so kränklichen Mannes bedeutete fast automatisch auch mehr persönliche Macht!

    "Ich bin ebenfalls dieser Meinung!"


    fügte Durus an und nach ihm meldeten sich noch weitere Pontifices zu Wort. Im Grunde gaben letztendlich jedoch alle zu, dass dies keine dumme Sache war, wenn der Kaiser dabei nicht zu stark in Bedrängung gebracht werden würde. Zuletzt fasste der Rex Sacrorum zusammen:


    "Dann sind wir also einig, dass wir dem Senat dies als Einschätzung des Collegiums darbieten: Der Blitzeinschlag ist eine Warnung d er Götter, die sich größerer Beachtung von der Spitze des Staates erfreuen wollen. Daher mögen die Consuln gemeinsam mit dem Pontifex Maximus ein Opfer an den gesamten Götterpantheon richten."


    Er blickte in die Runde und stieß auf zustimmendes Gemurmel.


    "Flavius, wärst du bereit, diese Entscheidung dem Senat vorzulegen?"

    Die Perspektive, die Corvinus zeichnete, war finster wie die ewige Nacht des Orcus. Ganz so finster sah es Durus nicht, denn in dieser Position lag die Gefahr wohl eher, dass sich ein Schattenregime von Quarto oder diesem Salinator in den Sattel hob, das Valerianus zwar hielt, ihm aber alle Entscheidungen abnahm. Wenn Quarto die Oberhand hatte, war dies ja nicht so schlimm - ihn hielt der Tiberier für einigermaßen fähig - aber wenn der Praefectus Urbi das Heft in die Hand nahm...wer wusste schon, was dieser Fremdling und Homo Novus wollte?


    Dann plötzlich machte das Gespräch eine Wende, die Durus nicht erwartet hatte und die ihn so überraschte, dass er das alte Thema gar nicht mehr aufgriff. Eigentlich bewunderte er Corvinus, wie rasch er die Kurve dahin bekommen hatte (wäre er ein Auriga, hätte er damit das Rennen sicher gewonnen ;)). Aus seiner gewissen Verlegenheit heraus (in seinem Alter war es tatsächlich langsam peinlich, nicht verheiratet zu sein und die geplatzte Verlobung mit der Fabierin war ebenfalls schon eine Weile her) lächelte er erst einmal. Dann nahm er sich einen Schluck Wein und erst dann hatte er sich eine Antwort überlegt.


    "Das ist richtig, Corvinus! Immer wieder muss ich geradezu staunen, welch schöne Früchte am Baum der Aurelia wachsen!"


    Gedanklich beglückwünschte Durus sich zu diesen poetischen Worten. Und schon lief sein Gehirn auf Hochtouren: War es sinnvoll, sich mit der Aurelia zu verbinden? Sicherlich waren deren Töchter äußerlich ansprechend, ihre Abstammung akzeptabel. Aber war die Aurelia auch mächtig genug, um einem Pontifex und Praetorier eine Frau in die Ehe zu geben? Corvinus hatte erst seine Quaestur hinter sich, doch schon strömten neue Männer nach....heute kaum mehr als Pediarii im Senat, doch andererseits...zweifelsohne würden sie den Cursus Honorum weiter beschreiten und vielleicht waren sie tatsächlich der neue Stern am Himmel des römischen Staates. Und eigentlich war es doch gar nicht dumm, in die Zukunft zu investieren...


    Er beschloss kurzerhand, dass die Aurelia seiner würdig war und fragte etwas direkter


    "Bist du denn auf der Suche nach einem Ehemann für sie?"

    Offensichtlich freute Balbus sich, ihn zu sehen - ob jedoch aus Sympathie oder einem anderen Grund, doch im Grunde war Durus dies egal - Balbus mochte zwar der Sohn eines Consuls sein, doch er selbst hatte sich für die weitaus weniger ehrenvolle Ritter-Karriere entschieden - ein Fehler in den Augen des Tiberiers.


    So nahm er Platz und war nun seinerseits etwas verwirrt. Er hatte den Brief vor einiger Zeit gekommen und ganz überlesen, dass Balbus ihm den Befehl mitteilen würde. Nur eine Entscheidung des Kaisers zu seiner Person war ihm in Erinnerung geblieben. Und in seinem Selbstbewusstsein als Praetorier und Pontifex ging er davon aus, dass wenn der Kaiser es schon nicht schriftlich mitteilte, er es ihm persönlich sagen wollte.


    "Nein, Du hast mir diesen Brief geschrieben!"


    erwiderte Durus. Ob Balbus ihn vergessen hatte?

    Die Consuln ebenfalls? Einen Augenblick hatte Durus fast den Verdacht, dass der alte flavisch-aelische Gegensatz wieder aufflammte und Cornelius (der bestimmt eingeweiht war) versuchte, alles den Aeliern in die Schuhe zu schieben. Dann jedoch obsiegte seine hohe Meinung von dem Cornelier und eine Sekunde später war ihm auch klar, warum: Aelius Quarto war immerhin der wichtigste Berater des Kaisers (zumindest wenn, was Durus hoffte, dieser tölpelhafte Salinator es nicht war) und hätte ihn darauf hinweisen müssen. Jetzt musste er es eben ausbaden!


    "Selbst ein großes Opfer sollte ein günstiger Preis für die Pax Deorum sein! Und sicher wäre es gut, die Consuln als Führer Roms ebenso einzubeziehen."


    warf Durus ein, dann meldete sich wieder ein anderer zu Wort, der offensichtlich zu den Günstlingen des Kaisers zählte:


    "Würden die Consuln nicht ausreichen? Der Kaiser ist doch mit so vielen Aufgaben belastet!"


    "Der Kaiser ist immerhin der oberste Priester Roms! Es sollte nicht zu viel verlangt sein, wenn er bei einem solchen Sühneopfer beteiligt ist!"


    gab Durus noch einmal dazu. Wie sehr er diese ganzen Speichellecker hasste, die sich durch Schöntun eingeschmeichelt hatten und in Wirklichkeit doch nur auf Macht und Ansehen spekulierten! Wie konnte man diesen unfähigen Kaiser nur in Schutz nehmen? Ihn in dieser Angelegenheit zu schützen kam ja mit Verrat an der Res Publica gleich!


    "Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist..."


    gab ein anderer Pontifex zu bedenken, doch wieder einen anderen schienen die Argumente doch überzeugt zu haben. Durus nahm hingegen an, er habe einfach mehr Vernunft als die anderen:


    "Möglicherweise ist es wirklich sinnvoll, die ganze Spitze des Staates zu einem Opfer an alle Götter anzuhalten..."

    Als er hereingebeten wurde, öffnete der Sklave dem Tiberier die Tür. Einen Augenblick überlegte Durus, ob er seinen Mantel abnehmen sollte - dies erschien ihm jedoch dann zu umständlich, denn dann müsste man das Darunterliegende richten und es würde schlichtweg zu lange dauern. Das konnte man immer noch regeln, wenn man in die Domus Flaviana hinüberging.


    Folglich trat er direkt ein und erblickte einen offensichtlich sehr beschäftigten Balbus. Noch gut erinnerte er sich an ihr letztes Zusammentreffen: Die Hochzeit, bei der Durus dem Prudentier geholfen hatte.


    "Salve, Prudentius! Ich wurde vom Kaiser geladen."


    begrüßte er den Procurator.

    Nachdem Tiberius Durus keine Hinweise vom wachhabenden Prätorianer erhalten hatte, hatte er beschlossen, dass der Kaiser zweifelsohne nicht in der Domus Flaviana auf ihn wartete. Also sollte man sich vielleicht doch an passender Stelle anmelden - der a libellis war sicher die passende Adresse. So stand er nun in seinem warmen Wintermantel in dem Gebäude, in dem er vor langer Zeit selbst gearbeitet hatte. Es war nicht schwierig, das Amtszimmer des Balbus zu finden, wo er direkt klopfen ließ (sein ägyptischer Sklave hatte ihn ja begleiten dürfen!).


    *KLOPF KLOPF*

    Auch dieser Themenkomplex beschäftigte den Tiberier schon eine ganze Weile, denn das Strafrecht bedurfte zweifelsohne einer Straffung, die sie den modernen Gegebenheiten anpasste. Und besonders das Thema des heimtückischen Mordes, denn schließlich war dies so ziemlich die einzige Möglichkeit, einen Senatoren, der praktisch ständig von Dienern, Klienten und Sklaven umgeben war, zu töten. Schon Gedanken daran mussten abschreckend wirken, daher war Durus nur zu gerne bereit, den Consul zu unterstützen.


    "Ja, der heimtückische Mord sollte in jedem Fall mit dem Tode bestraft werden, wobei ich der Meinung bin, dass jede vorsätzliche Tötung mit dem Tode zu bestrafen ist.


    Das Verwerflichste jedoch, das ich mir vorstellen kann und das bereits unsere Ahnen verabscheuten, war der Mord am eigenen Vater. Ich bin der Meinung, dass wir hierfür die traditionelle Hinrichtungsmethode wieder einführen sollten. Die Ehrfurcht vor dem Vater ist mindestens genauso wichtig, wie die Wehrhaftigkeit eines jeden Bürgers."


    Das Säcken war eine äußerst spektakuläre Strafe, wobei der Delinquent mit einer Schlange, einem Skorpion und einem Hund in einen Sack eingenäht wurde, woraufhin man ihn in den Tiber warf. Diese Methode war jedoch schon lange nicht mehr praktiziert worden - zumindest hatte Durus sie noch nie gesehen.

    Zitat

    Original von Ein Praetorianer

    Sim-Off:

    ein link in solchen fällen - zum original des schreibens - wäre erfreulich. kein muss, aber würde als nette geste empfunden werden :)


    Sim-Off:

    Okay :)


    Durus war angenehm überrascht, dass man ihn diesmal nicht wie einen verdächtigen Penner auf Waffen untersuchte, sondern ihm so viel Vertrauen entgegenbrachte, ihn nicht zu durchsuchen. Als man den Sklaven zu durchsuchen begann, war er noch erstaunter - die letzten Male hatte kein Sklave den Palatin betreten dürfen, doch man durchsuchte ihn sicher nicht, damit er unbewaffnet vor dem Tor stand. Also gab der Tiberier einen Wink und trat mit dem Sklaven im Schlepptau den Weg hinauf an.


    Auf halbem Weg blieb er stehen - ob er einfach in die Domus Flaviana treten sollte und dort auf den Kaiser wartete? Oder doch lieber zuerst zum Procurator a libellis, der den alten Magister Domus Augusti abgelöst hatte?

    "Selbstverständlich!"


    antwortete Durus und ließ sich zu einer Aussage hinreißen, die ihm schon längere Zeit unter den Nägeln brannte und sein Verständnis von der Res Publica schon immer gestört hatte:


    "Ebenso wäre es ein wesentlich größeres Zeichen seines Vertrauens und gegenseitigen Respektes, wenn der Kaiser nicht per Nachfolge-Gesetz seine Tribunicia Potestas, die Censur und den Oberbefehl in Form eines Imperium Proconsulare Maius erhielte, was auch den Traditionen der Res Publica etwas näher käme, ohne seine überragende Auctoritas zu schädigen."

    Nachdem auch Gracchus sich trotz seiner sprachlichen Probleme geäußert hatte, fasste Durus wieder ein wenig Mut, denn es schien sich ein Konsens herauszubilden, der tatsächlich auch seine Vorteile hatte und ein paar Schwächen seiner eigenen Formulierung vereinfachte. Daher fasste er noch einmal zusammen:


    "Möglicherweise würde der Senat dann folgende Formulierung des neuen Paragraphen bevorzugen?


    (1) Mit der Übereignung eines Betriebes erlöschen alle Konzessionen des Verkäufers
    (2) Bei der Übereignung eines Betriebes können die gelagerten Waren an den Erwerber mitveräußert werden.
    (3) Im Erbfall, bei dem der Erbe nicht zur Führung des Betriebes befugt ist, muss der Betrieb innerhalb von drei Monaten an einen Dritten übereignet werden. Bei Verstreichen der Frist fällt der Betrieb dem Staat zu.
    (4) Die Kontrolle im Erbfall obliegt den Decemviri litibus iudicandis.


    Ich denke, die Formulierung in (2) würde die neue Rechtslage zweifelsfrei und prägnanter festlegen."


    Vielleicht kam die Diskussion damit endlich zum Ende.