Beiträge von Garulf

    Garulf war müde und erschöpft. Er hatte sich beim Training eine Verletzung zugezogen die einfach nicht ausheilen wollte, seine Karriere als Gladiator war anscheinend vorbei bevor sie richtig angefangen hatte. Ein kurzes Gespräch mit seinem Herrn hatte ergeben dass dieser auch erstmal in Rom keine Verwendung für ihn haben würde, also wurde der Germane auf eines der Landgüter der Decimer gesendet um dort zu arbeiten und auch ein wenig als eine Art Schutz zu dienen, wenn er nicht als Gladiator brauchbar war, dazu sollte es doch reichen.


    So machte sich Garulf nun, bepackt mit dem nur nötigsten, auf eine Reise von der er nicht wusste wann sie ihn wieder zurück nach Rom bringen würde. Er mochte diese Stadt und er mochte seine Herren denen er gerne diente, aber er wusste auch dass er hier nur eine Belastung war und er wollte nie jemandem zur Last fallen. Ein wenig traurig trat er seine Reise an.

    Garulf sah sich dieses Schauspiel aus einiger Erfahrung an, er verstand zwar was der Hintergrund war aber manche Dinge waren so ganz anders als er es aus seiner Kultur kannte. Nein, man redete nicht lange mit den Göttern man opferte und vor allem lies man solche unmännlichen Sachen wie Honigwaben weg, ein Eber, fertig.
    Schon seltsam diese Römer es schien sogar als wäre die Furcht vor den Göttern eher eine Art Verhältniss, als wäre man den Göttern manchmal ebenbürtig und könnte sie wirklich gnädig stimmen.

    Garulf half den anderen zusammenzupacken, drückte dann die Zügel des Begleitpferdes Ravdushara in die Hand, er wollte auch mal gallopieren, und ritt dann hinter Serpaio her. Sein Pferd war sehr erfreut über die kurze Rast und hatte ordentlich am Gras zugelangt. Nun furzte es gemütlich bei jedem gefühlten Schritt und Garulf hoffte dass die dahinterreitenden den Geruch nicht merken würden.


    Sim-Off:

    Alle die Haflinger kennen wissen was ich meine ;)

    Garulf war froh dass die Schinderei erstmal zu Ende war und hörte dem doctor aufmerksam zu, insofern er dazu noch fähig war. Ein Dimacheus also, ein Kämpfer der anscheinend nur ein Schwert besaß, das war wirklich keine leichte Aufgabe aber er würde sie irgendwie meistern müssen wenn er alt werden wollte.
    Als der Sklave ihn ansprach und iohm erklärte wie es hier ablief war Garulf ruhig und nickte nur, es musste ausreichen. Er wollte sich einfach nur noch hinlegen und auf den kommenden Tag warten, er war erschöpft und auch etwas demotiviert.

    Garulf nickte Ravdushara nur zu, er konnte auch nicht verstehen wie sein Herr immer so sein konnte. Gut solange er es ihm gegenüber nicht wahr war es dem Germanen egal, aber trotz allem tat ihm der Kelte schon leid. Es war offensichtlich was sich hier zutragen würde, also suchte Garulf lieber das Gespräch mit Ravdushara.

    Garulf wusste nicht weiter, mit jedem "Tot" wurde er nur noch wütender, es waren keine gezielten Schläge mehr nichts und die Erschöpfung machte sich breit. Nach einer für ihn gefühlten Ewigkeit lies er sein Schwer fallen, er konnte einfach nicht mehr, wie sollte er sich so denn auch verteidigen.
    "Ohne Verteidigung ist das einfach nichts. Wie soll man da überleben?"

    Garulf wusste nicht einmal was passierte, er merkte nur noch dass der Boden näher kam und einen dumpfen Schlag auf die Schulter. Als er den Kopf nach oben drehen wollte sah er das Schwert und die Worte des doctores machte ihm klar, dass er doch nicht kämpfen konnte.


    Er stand auf, die Schulter schmerzte und doch sah es so aus als sollte er es noch einmal versuchen. Er wusste nicht was er tun sollte, wie er es tun sollte also attackierte er einfach darauf los, immer wieder andere Stellen als Ziel suchend, Attacke auf Attacke folgend. Dabei versuchte er nicht erneut auf dem Boden zu landen, er hatte genug Sand im Mund und keine Lust auf einen Nachschlag. Doch sein Arm wurde mit jedem Schlag schwerer und schwerer, die Schläge schwächer und die Angriffe immer ungezielter.

    Garulf antwortete auf den ersten Satz nicht, wie sollte man auch einen Kampf gewinnen wenn der Gegner 5mal mehr Männer hätte, dazu besser bewaffnet und gerüstet? Gar nicht, trotz allem hatte man gekämpft und viele gute Krieger verloren, er selbst konnte fliehen und wurde erst Jahre später gefangen genommen. Aber das alles konnte der doctor nicht wissen.


    Als Garulf das Schwert aufnahm war er überrascht, wenn auch nicht sehr, er kannte es bereits aus einem Übungskampf mit seinem Herrn dass die Schwerzer schwerer waren, dieses hier war allerdings noch ein Stück gewichtiger als er es erwartet hatte. Ein Kampf also, Schwert gegen Schwert mit einer Waffe die der Germane so nicht kannte. Das sica war ein gebogenes Schwert, vor allem dazu gedacht Schilde zu entreisen oder gute Schläge von der Seite in den Brustraum auszuführen. Genau auf diese Art versuchte es auch Garulf, er hatte es damals in der Arena so gesehen oder zumibndest so in Erinnerung.


    Er umkreiste den doctor und achtete dabei genau auf dessen Bewegungen, die Beine waren flink er stand immer günstig, attackiert aber auch erst einmal nicht. Für einen Moment dachte er eine der kleine Unachtsamkeit zu erkennen und führte das Sica in einem schnellen Bogen an die ungeschützte Seite seines doctors, dort wo eigentlich der Schild sein sollte.

    Recht gemütlich kam Garulf wieder angeritten, Lupus Pferd im Schlepptau. Er hatte bereits gesehen dass der Kelte sich wieder bewegt hatte, also war alles wohl nur halb so schlimm. Kurz darauf wurde alles für eine Rast arrangiert und Garulf war erstaunt darüber wieviele Köstlichkeiten sein Herr mitgebracht hatte.
    Er langte zu, natürlich auch darauf achtend dass er sich entsprechend seiner Ausbildung ernährte, aber das war bei dieser Auswahl nun wirklich kein Problem.

    Garulf blieb ruhig, ganz ruhig und atmete durch.
    "Gib mir was du willst, mein Können werde ich dir schon zeigen. Ob es hier ausreicht weiß ich nicht, es reichte aber einst aus um im Notfall meinen Stamm zu verteidigen."
    Er wollte nie töten, aber wenn er musste tat er das auch und er hatte bereits viele Menschen getötet, wenn auch keine Römer so aber doch viele verfeindete Germanen aus fremden Stämmen.

    So, ein Heiligtum für die Götter also. Na das konnte ja was werden, die römischen Götter waren der germanischen nicht einmal so unähnlich.
    "Nun Herr, nach einer gewonnenen Schlacht machen wir das vielleicht schon, aber ansonsten unterscheiden sich unsere Opfer kaum von den euren, selbst die Götter könnte man gut und gerne anpassen." Was ja nicht falsch war und Menschen zu opfern, das tat man ja nun wirklich nicht häufig Garulf selbst hatte es erst einmal erlebt.


    Als Kieran fiel ritt auch Garulf so schnell es geht zu ihm hin, ein unachtsamer Sturz konnte schwere Folgen haben das wusste er selbst und so hoffte er darauf dass dem Kelten nichts passiert war. Sein Herr war jedoch schneller dort und als er hörte was sein Herr sagte lies er das Packpferd los und jagte dem Pferd hinterher. Es war eine mühseelige Hatzerei, denn die Falbe wollte nicht eingefangen werden aber nach einiger Zeit hatte er es endlich geschafft und kam weider zurückgeritten.

    Garulf ritt gemütlich hinterher und kicherte über Kierans Versuche nicht vom Pferd zu fallen. Hätte er die Möglichkeit gehabt hätte er sicher seinem Herrn ein gutes Rennen geliefert. So aber war er dazu verdammt langsm zu sein und Kieran war nun wirklich kein guter Reiter.


    Nach einer Weile kam er bei Serpaio an. "Herr, wo gehen wir hin?"

    Ein seltsamer Kerl war das, nicht gerade freundlich und er sah auch nicht danach aus. garulf legte die Tunika ab und gab antwort.
    "Aus Nordgermanien, ich war Waffenschmied und kenne mich daher mit viele Waffen aus." Was sollte er sonst sagen? er könnte dem Typen das Mundwerk stopfen, ihn auf mindestens 10 Arten töten wenn er denn wollte. Er war hier in einer Gladiatorenschule, was war da schon wichtig?

    Garulf betrachtete den Greifvogel, diese Tiere waren jeher etwas besonders gewesen und als Kind sah er diesen majästetischen Vögeln gerne beim Jagen zu. Dazu kam er in Rom nie, dort gab es keine Greifvögel, zumindest keine die auch hätten jagen können, auch wenn es genug Mäuse und Ratten in Rom gab.


    Das Wettrennen fand Garulf zwar lustig, aber sinnlos. Er hatte den Packesel hinter sich, er konnte gar nicht gallopieren auch wenn er gewollt hätte, der eber wäre sicher direkt runtergefallen. Also ritt er den anderen langsam hinterher und hoffte dass sie ihn nicht verlieren würden.

    Was die beiden Mediziner da beredeten interessierte Garulf nur nebenbei, er sah bereits dem Training zu. Als man ihm jedoch sagte dass er zunehmen musste, da schmunzelte er etwas. Seine Frau hatte sich immer beschwert er sei zu dick und nun würde er vollgestopft werden, solange man es essen konnte war ihm das egal.
    Als Garulf den Jungen sah wusste er bescheid, er nickte freundlich und ging auf den Knaben zu.

    Garulf ritt seinerm Herrn her und genoss es einfach mal auf einem Pferderücken zu sitzen und diese Ruhe und Stille zu genießen. Das Getrampel der Hufe war sehr leise, die Pferde schnaupten und die Vögel sangen. Für einen Moment war es fast wie in seiner Heimat, aber eben nur fast. Gespannt ritt der Germane stur hinter seinem Herrn her, ohne zu wissen wo denn die Reise enden würde.

    "Ja mir geht es wieder gut dominus." Dabei machte er einen positiven Gesichtsausdruck, wie ernst es war wusste er ja selbst nicht so genau. Die folgenenden Worte seines Herren nahm er jedoch mit Freuden auf, er durfte endlich wieder reiten. Wie lange muss es her gewesen sein, sicherlich Jahre denn zum letzten Mal saß er in Germanien auf einem Pferd, als freier Krieger seines Stammes.
    "Ich pass auf Eber auf, der haut nicht ab." Er schwang sich gekonnt auf das Pferd, nahm die Zügel auf und hielt in der rechten Hand auch die Zügel des Packpferdes fest. Wenn es nach ihm ginge konnte es nun losgehen.

    Die Beine mit den Fingern zu berühren war kein Problem, da hatte der Germane andere Dinge die ihm wirklich Probleme machten, schuld daran war die jahrelange Arbeit als Schmied, aber danach wurde erstmal nicht wirklich gefragt. "Nein keine Krankheiten, das einzige was haben ich ist Problem wenn schnell Oberkörper drehen, es etwas weh tun."
    Woher es genau kam wusste er nicht, aber er vermutete einfach dass es von der Arbeit kam, wo er oft mit schweren Werkzeugen hantierte und durch die Schürze auch oftmals ein paar der Werkzeuge sich selbst in die Rippen rammte wenn es schnell gehen musste. Aber es konnte auch anderes sein, vielleicht eine Verletzung die nie richtig heilte oder so etwas.

    Garulf hörte zu, sein Herr klang zufrieden und erleichtert. "Nein niemanden erschlagen, war lange krank konnte nicht trainieren. Musst Kieran fragen, er mehr erzählen kann, er gut trainiert und er wird ein guter Gladiator sein."
    Es tat ihm leid dass er nicht mehr berichten konnte, aber so war es leider. Er war froh noch am Leben zu sein, immerhin hatte er auch viel gekostet da musste er seinem Herrn auch lange dienen können.

    Garulf war gespannt was auf ihn warten würde. Ein Bote hatte ihm und Kieran im Ludus bescheid gegeben, die beiden waren sehr früh am Morgen aufgebrochen um auch nict zu spät zu kommen. Das gemeinsame Training, oder zumindest der gemeinsame Aufenthalt dort, hatte die beiden etwas enger zusammen gebracht, von einer Freundschaft konnte man trotz allem wohl nie sprechen.
    Als sie am vereinbarten Treffpunkt ankamen bot sich ihnen ein seltsames Schauspiel. Statt zu reiten lief ihr dominus neben dem Pferd her, ein Sklave dahinter mit weiteren Pferden, auf einem der Tiere lag ein prächtiger Eber, der hätte mal auf ein Feuer gehört, schmeckte sicher prachtvoll und Garulf lief das Wasser im Munde zusammen.


    Nun stand die Gruppe still und die beiden Sklaven gingen weiter auf die Gruppe zu. Als der Abstand immer weniger wurde ging Garulf einige schnellere Schritte an seinen Herrn heran. "Hallo Herr, schön dich so gesund zu sehen. Wie war deine Reise in die Ferne, hast du viele Männer erschlagen?"