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Zum Ende der Seite springen Am Tiber entlang: Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt
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Volusus Didius Molliculus

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16.09.2019 19:08

Wie jeden Abend (auch schon vor meiner Zeit im Merkur-Tempel) schlug ich den Weg am Tiber entlang ein. Das war nicht der kürzeste Weg nach Hause. Ich hatte noch was zu erledigen. Hinter der Stadtmauer hockten sie wie jeden Abend: Alte, Obdachlose und Invaliden. In meinen Gedanken nannte ich sie "die Vergessenen". Denn das waren sie. Männer und Frauen ohne Familie, ohne Halt und ohne Zukunft. Männer und Frauen die für Rom nicht existierten. Und um die sich niemand kümmerte und an die nie jemand dachte. Auch nicht ihre Götter, denen die meisten immmer noch vertrauten.

Aila hielt schon nach mir Ausschau und lachte ihr zahnloses Lachen als sie mich erkannte. Was ziemlich spät geschah weil sie auch kaum noch sehen konnte.
Ich gab ihr ein Stück von einem besonders weichen Opferkuchen. "Hier, Aila, lass es dir schmecken. Und denk dran, die hier das Leid erdulden wird der Herr um so reicher beschenken im Paradies! Wenn du möchtest komm heute Abend, übliche Uhrzeit."
"Jaja, guter Junge ..." schmatzte sie zwischen zwei Bissen mit denen sie den Kuchen gierig verschlang. Ich wusste sie würde nicht kommen. Aber das machte nichts. Ich gab ihr noch ein Stück bevor ich mich wieder von ihr verabschiedete.


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Volusus Didius Molliculus

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17.09.2019 19:31

Ich drehte meine Runde und verteilte Kekse und Kuchen. Die meisten hier kannte ich. Nur ein alter Mann war mir neu. Er hatte kaum noch Haare auf dem Kopf und ein eingefallenes Gesicht. Zumindest seine Kleider wirkten noch halbwegs ordentlich.
"Salve! Ich bin Volusus. Hast du Hunger?"
"Ja." Er sah argwöhnisch auf. "Aber kein Geld."
"Ach, das macht nichts. Der Herr ist gütig zu all seinen Kindern."
Ich zog drei Dinkelkekse aus dem Beutel und reichte sie ihm. Er zögerte.
"Gott ist gütig zu all seinen Kindern." wiederholte ich und legte die Kekse in seinen Schoß.
"Hast du einen Schlafplatz für die Nacht?"
"Ja." Er biss zaghaft einen Keks an.
"Gut!" Ich lachte zufrieden und ließ ihn in Ruhe. Wenn er öfter kam würde ich ihn einladen.

Am Ende meiner Runde war mein Beutel leer bis auf den besonderen Kuchen und die Münzen. Zeit, nach Hause zu gehen.


17.09.2019 19:31 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
Volusus Didius Molliculus

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Gebt, so wird euch gegeben Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
30.09.2019 06:04

Meine Runde führte mich wie immer am Tiber entlang. Aila freute sich über Brot und einen Keks. Die Trauben Iehnte sie ab.
"Ich bin so alt und vertrocknet mir reicht das Brot. Gib das Obst dem Mutus. Der ist jung und kann es brauchen."
"Gebt, so wird euch gegeben. Oder eben umgekehrt. Wem gegeben wird, der gibt." lachte ich fröhlich. "Der Herr wird es dir lohnen, Aila!"
Sie biss in ihr Brot und murrte vor sich hin. Aber ich wusste, dass sie ein guter Mensch war. Und zwischen dem Brot schimmerte auch ein Lächeln durch.

Mutus war echt jung. Fast noch ein Kind. Ich hatte ihn einmal zum Waisenhaus der Binah gebracht. Aber er blieb nicht lange. Er schlug sich lieber allein durch. Das war bestimmt nicht einfach. Er war taub und stumm. Die anderen erzählten, dass er sich mit kleinen Diebstählen über Wasser hielt. Nicht immer sehr erfolgreich. Aber im Carcer gab es immerhin Essigwasser und Brot. Nicht viel, aber zum Überleben genug.
Wenn er nicht erfolgreich war und sie ihn nicht schnappten hockte er am Tiber wie die anderen.

Er beobachtete mich schon und winkte als ich zu ihm ging. Ich winkte zurück und zog die Trauben aus den Beutel. Er lachte.
"Die hier leiden werden selig sein im Paradies."
Er hörte mich natürlich nicht. Aber ich bildete mir ein, dass er die Worte des Herrn spüren würde. In seinem Herzen. Er nahm die Trauben und legte sie neben sich. Dann nahm er meine Hand und tätschelte sie. Das war seine Art Danke zu sagen.
Ich gab ihm auch noch ein Stück Brot. Obst allein würde ihn nicht satt machen.

Dann sah ich den Alten, der seit einigen Tagen neu hier war.


30.09.2019 06:04 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
Volusus Didius Molliculus

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02.10.2019 06:50

Ich näherte mich dem alten Mann. In der einen Hand hielt er ein Holz, in der anderen ein Messer. Als ich näher kam erkannte ich dass er einen Löffel schnitzte.
"Hast du Hunger?" fragte ich ihn obwohl ich die Antwort schon kannte.
"Ja." lächelte er schwach.
Ich gab ihm Brot und ein Stück Dinkelkuchen. "Der Herr sorgt für all seine Kinder."
"Dein Herr ist sehr großzügig" ging er zum ersten Mal auf meine Worte ein.
"Oh ja" strahlte ich. "Er ist der eine Gott, der seine Kinder liebt. Der sie liebt ohne dass sie ihn dafür bestechen müssen. "
"Aber ich bin kein Kind mehr" warf er ein.
"Das Alter ist Gott nicht wichtig. Auch du kannst zu seinen Kindern gehören. Möchtest du das?"
Er nickte. "Ich glaube schon."
"Gut. Er muss aber dein einziger Gott sein. Denn neben ihm gibt es keine Götter."Der Alte zuckte mit den Schultern. "Die Götter haben mir eh nichts geschenkt."
Ich nickte verständig. Wem hatten die 'Götter' je etwas geschenkt außer den Reichen und Mächtigen? "Dann komm, ich werde dich unserer kleinen Gemeinde vorstellen." Ich reichte ihm meine Hand und gemeinsam gingen wir nach Hause.

Numerius, so hieß er, lauschte in den nächsten Tagen gespannt Philotimas Weisheiten. Danach blühte er zusehends auf. Auch er hatte viel zu erzählen aus seinem langen Leben und vor allem die Kinder in Binahs Waisenhaus freuten sich über die vielen Fabeln die er kannte. Und die Holzlöffel die er ihnen schnitzte. Trotz seines Alters hatte er noch viel zu geben. Und es zeigte sich wieder: Wem gegeben wird, der gibt.


02.10.2019 06:50 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
Sciurus

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Vom Himmel gefallen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
03.11.2019 14:59

Sein Herr hatte ihn nicht nur verstoßen, er hatte ihn umgebracht. Sciurus, langjähriger Sklave des Manius Flavius Gracchus - Leibsklave, Vilicus, Privatsekretär, Vorleser und Rezitator, Bettgenosse, Handlanger, Vorkoster, Leibwache. Alles. Er hatte alles getan für seinen Herrn. Er hatte alle Gefahr von ihm abgehalten, hatte ihn beschützt - bis zuletzt. Doch Manius war verhext, verflucht, verblendet durch den falschen Schein des Decimus Serapio, und hatte Sciurus geopfert.

Er war gefallen, den Abhang der Schlucht hinabgerutscht, der Fels hatte ihm seine Haut aufgerissen, und nach einem harten Aufprall auf eine verkrüppelte, schief gewachsene Pinie war er halb in den Fluss gefallen. Womöglich hätte er sich mit Kraft an das felsige Ufer ziehen können. Doch Sciurus hatte keine Kraft mehr. Sciurus war tot. Er übergab seinen Leichnam den Strömen des Flusses, der ihn kalt und unbarmherzig umfing und mit sich riss, warf sich in die Tiefe, seine Seele reinzuwaschen, die hinabsank in tiefe Dunkelheit.

Doch Wasser war schon immer gleichgültig gegen das Leben. Was man hineinwarf, tauchte irgendwann wieder auf. Und so spie der Fluss auch den geschundenen Leib wieder aus, der gestorben und neu geboren zugleich war, die Hülle eines toten Sklaven, angefüllt mit einem rachsüchtigen Geist. Einen Tag, oder zwei, oder drei lag er am seichten Ufer, viele Meilen entfernt von der Jagdhütte des Voluptarianus Suavis, ernährte sich von dem Brennen in seinen Rippen, dem inneren Feuer des Hasses und seiner Verwirrung. Einen weiteren Tag, oder zwei oder drei vegetierte er im Wald, kroch über den Boden, aß Beeren, Kräuter und Wurzeln, um wieder zu Kräften zu kommen. Die herbstliche Natur war gnädig, versorgte ihn mit allem, was er brauchte, die Montes Lucretili gewährten ihm die Schonung, derer er bedurfte, und die Einsamkeit nährte in ihm die Rachsucht, die ihn am Leben hielt. Insbesondere die Einsamkeit war endlos und nahrhaft.

Halbwegs bei Kräften folgte er dem Fluss und gelangte zum Tiber. Einem Bauern, der auf seinem Feld arbeitete, stahl er den Mantel und den Mittagsproviant. Ansonsten hielt er sich von Menschen fern. Sciurus war tot, doch sein Leib trug noch immer das flavische Brandmal, im Alltag zwar unsichtbar, doch bei einer eingehenden Überprüfung nicht zu übersehen. Erst in der Nähe Roms wagte er sich am späten Nachmittag aus seiner Deckung. Er musste den unterirdischen Kaiser finden, den Mann mit der Vogelmaske. Nur er würde ihm helfen können seine Rache auszuführen.
Am Tiberufer, dort wo die Aussätzigen und Ausgestoßenen vegetierten, verschmolz er mit dem Bodensatz der Gesellschaft und wartete er auf den Anbruch der Nacht.


03.11.2019 14:59 Sciurus ist offline E-Mail an Sciurus senden Beiträge von Sciurus suchen Nehmen Sie Sciurus in Ihre Freundesliste auf
Volusus Didius Molliculus

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03.11.2019 17:28

Heute hatte ich Brot, Kekse, Trauben und Äpfel aus dem Tempel in meinem Beutel als ich zum Tiber kann. Und natürlich ein paar Münzen wie immer. Aila empfing mich mit ihrem Lächeln und freute sich über ein weiches Stück Brot. Das Obst lehnte sie wie immer ab.
"Gib es den Jungen. Die brauchen ihre Kraft. Vor allem heute Nacht. Es wird starker Regen kommen, das spüre ich in meinen Knochen."
Na prima! Ich mochte keinen Regen. Nasse Füße, klamme Kleidung und das Dach im Waisenhaus war noch nicht dicht! Leider war auf Ailas Regenvorhersagen Verlass.
"Hast du ein Dach über dem Kopf?" fragte ich sie. Sie schlief mal hier und mal dort. Oft unter freiem Himmel oder unter Säulengängen bis sie verjagt wurde.
"Ja, mach dir um mich keine Sorgen. Aber da drüben der ist neu. Sitzt schon eine Weile da. Und schaut gar nicht gut aus."

Ein Stück entfernt sah ich die neue Gestalt auf einem Stein sitzen. Wenn Aila mich nicht auf in hingewiesen hätte hätte ich ihn übersehen. Ich verabschiedete mich von ihr und ging zu dem Neuen.
"Salve! Ich bin Volusus. Hast du Hunger?"
Ich reichte ihm etwas Brot und erhaschte einen Blick auf das Gesicht unter der Kapuze. Aila hatte recht. Er sah ziemlich zerschunden aus.
"Hast du einen Schlafplatz für die Nacht? Es wird regnen, das wird ziemlich ungemütlich hier draußen."


03.11.2019 17:28 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
Sciurus

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04.11.2019 06:34

Er hatte nicht erwartet, angesprochen zu werden. Hastig senkte er den Blick, in den sich eine Hand mit einem Kanten Brot schob. Er wusste, dass bisweilen mildtätige Bürger Speisen an die Armen verteilten, doch dass sie dazu selbst an den Tiber kamen, war ihm neu. Er nahm das Brot und biss hungrig hinein, denn er hatte seitdem er den Bauern bestohlen hatte nur ein paar Wildkräuter gegessen. Ein Bissen Brot würde ihn zu nichts zwingen.

Der Mildtätige - Volusus - fragte ihn nach einer Unterkunft. Misstrauisch linste er unter der Kapuze des Umhangs hervor. Sein Auge, das der Decimer ihm beinahe ausgestochen hatte, war noch immer rot geändert und von einem grün-gelblichen Bluterguss gerahmt, und an seiner Lippe und seinem Kinn zeigte sich Schorf von den Abschürfungen, die er sich bei dem Sturz in die Schlucht zugezogen hatte. Im Palast des Vogelmannes würde ihn eine warme Mahlzeit und ein trockenes Lager empfangen, doch es gab keine Garantie, dass er in dieser Nacht noch Einlass erhielt. Der Palast wechselte regelmäßig seinen Ort, nur Eingeweihte kannten die Zugänge, und Sciurus hatte seine Kontakte zu lange vernachlässigt. Er schluckte den Bissen hinab.
"Nein", antwortete er ehrlich, doch weiterhin misstrauisch.


04.11.2019 06:34 Sciurus ist offline E-Mail an Sciurus senden Beiträge von Sciurus suchen Nehmen Sie Sciurus in Ihre Freundesliste auf
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04.11.2019 11:13

Ich erschrak als ich mehr von seinem Gesicht sah (vielleicht zuckte ich sogar kurz zurück). Der Fremde sah aus als hätte ihn jemand verprügelt. Damit kannte ich mich leider aus. Unsere Brüder und Schwestern die sich offen bekannten erlebten so etwas zu oft. Sein Anblick rührte deswegen etwas in mir. Ich zögerte nur kurz. Öffnete nicht der Barmherzige sein Herz fremder Not, machte sein Gegenüber durch barmherziges Handeln zu seinem Nächsten, den es zu lieben galt wie sich selbst?

Wie Lichter in der tiefsten Nacht, so ist es an uns zu leuchten und auch unseren Nächsten Licht zu spenden. Das hatte Philotima uns gepredigt .
"Wenn du möchtest gebe ich dir ein Obdach. Ich lebe in einer Gemeinde Gottes in der jeder willkommen und gleich ist. Wir können auch deine Wunden behandeln."
Da ich wusste dass das auf manche anfangs befremdlich wirkte fügte ich gleich hinzu. "Es kostet dich nichts. Der Dienst am Menschen ist Teil unseres Glaubens. Und niemand zwingt dich zu bleiben oder zu sonst irgendwas. Du kannst jederzeit wieder gehen."


04.11.2019 11:13 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
Sciurus

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05.11.2019 19:58

Aller guten Dinge sind drei. Er hielt nichts von solch platten Sprichwörtern, doch in diesem Falle lag ein Funken Wahrheit darin. Dreimal hatte der mildtätige Volusus ihn überrascht. Eimal als er ihn ansprach, ein zweites Mal mit der Gabe des Brotes. Und nun bot er ihm zu alledem eine Unterkunft für die Nacht an. Er blickte empor, durchbohrte mit dem Blick seiner eisig graublaufarbenen Augen sein Gegenüber als könne er in dessen Gedanken hineinsehen. Der junge Mann sah nicht aus als hätte er den harten Drill der Stadtwachen durchlaufen, nicht als würde er jene von der Straße haschen, die keiner vermisste, um aus ihrem Fett Seife und ihren Knochen Leim herzustellen - eher wie ein verweichlichter Knabe aus der Verwaltung, der in seinem mildtätigen Abenteuer am Tiber eine Flucht vor der Langeweile seines Lebens suchte.

Und er lebte in einer Sekte - eine Gemeinde Gottes, der Dienst am Menschen -, Christen vermutlich. Sciurus hatte sich intensiv mit seinem Herrn mit den Auswüchsen dieser Sekte beschäftigt, denn Manius hasste die Christen zutiefst. Sciurus waren sie stets gleichgültig gewesen. Doch nun hasste er Manius zutiefst, und der Feind seines Feindes war sein Freund, respektive ein möglicher Pflasterstein auf seinem Weg der Rache. Darüberhinaus waren diese Menschen wie Geister - verbargen sich in den Ritzen der Stadt und boten manchesmal gar ob ihres Glaubens verurteilten Verbrechern ein Versteck. Ein sicheres, warmes Obdach umringt von schwächlichen Christen war allemals besser als ein ungewisses, warmes Obdach umringt von den skrupellosen Klienten des Vogelmannes. Aus dem mildtätigen Nest heraus konnte er noch immer beginnen, seine nächsten Schritte zu planen.

Er senkte seinen Blick. "Ich wäre dir sehr dankbar", lies er leise, ein wenig unterwürfig vernehmen.


05.11.2019 19:58 Sciurus ist offline E-Mail an Sciurus senden Beiträge von Sciurus suchen Nehmen Sie Sciurus in Ihre Freundesliste auf
Volusus Didius Molliculus

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09.11.2019 07:58

Bei Gott, als der Mann aufschaute packte mich der Zweifel! In seinem Blick lag so viel Kälte dass mich direkt ein Schauer überkam.
Unsinn, Volusus, das ist nur die blasse Farbe seiner Augen! Und die Augenfarbe sagt absolut nichts über den Menschen aus. Sein geschundenes Äußeres trug außerdem auch noch zu diesem Eindruck bei.
Barmherzigkeit! Das Herz gegenüber denen in großer Not öffnen! Ja, und der hier war wirklich in großer Not!

Weil er dann ganz zögerlich mein Angebot annahm waren alle Zweifel auch schon wieder weggeblasen. Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Wenn man sich der Barmherzigkeit öffnete war das ja auch was schönes.
"Dann komm! Wir gehen einen kleinen Umweg, aber nicht zu weit."

Im immer geschäftigen Rom achtete niemand auf uns. Durch kleine Seitenstraßen näherten wir uns der Casa Didia.


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Volusus Didius Molliculus: 09.11.2019 07:59.

09.11.2019 07:58 Volusus Didius Molliculus ist offline E-Mail an Volusus Didius Molliculus senden Beiträge von Volusus Didius Molliculus suchen Nehmen Sie Volusus Didius Molliculus in Ihre Freundesliste auf
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