• "Nein, ich habe es bis jetzt auch nicht bereut, wobei heiraten und verheiratet sein noch mal zwei verschiedene Paar Schuhe sind."


    meinte Iulia lächelnd


    "Ein schlechtes Gewissen braucht ihr wirklich nicht zu haben, ihr habt uns keine Unannehmlichkeiten bereitet.Wir bekommen ohnehin selten Besuch von der Familie. Aber jetzt stehlen wir wahrscheinlich eure Zeit, ihr habt schließlich noch einiges zuerledigen."

  • Danke schön,
    sagte sie nun zu Meridius gewandt für siene Worte, dass sie ja schon fast zur Familie gehören würde. Dann sah sie Severa und lächelte noch ein wenig mehr.
    Ich glaube unsere Zeit stehlt ihr ebenso wenig. Das muss sich alles erst einmal setzen und dann ein Zeitplan aufgestellt werden und das werden wir sicher nicht noch heute machen. Dazu sind die ganzen Informationen noch zu frisch und neu.

  • Nun stand ich auch auf, um mich zu verabschieden. Zuerst bei Severa...


    "Danke nochmal, dass du uns alles so genau erklärt hast!"


    Dann wandte ich mich an Meridius "Dir auch, Cousin, dass du dir Zeit genommen hast!"


    Dann wartete ich, bis auch Venusia sich verabschiedet hatte, damit wir uns auf den Weg machen konnten..... es stand noch Einiges an, z.B. das Essen mit Valentin.....

  • Auch Venusia verabschiedete sich von den beiden und bedankte sich brav auch noch einmal. Auch wenn sie sich gegenseitig davon überzeugten, dass sie nicht die Zeit des anderen stahlen, hatte doch jeder seinen Tag schon verplant irgendwie und irgendwo.

  • "Es war schön", "Bis demnächst" hatte Meridius den beiden noch mit auf den Weg begeben und ihnen dann nachgesehen. Ein Sklave führte sie nach draussen und Meridius lächelte. Dann wandte er sich an seine Gattin und nahm wieder Platz.


    "Hach ja, der kleine Primus heiratet. Wer hätte das je gedacht.
    Ich jedenfalls nicht..."


    Meridius lachte und sah dann seine Gemahlin an.


    "Du siehst gut aus. Hab ich das heute schon gesagt?"

  • "Klein ist gut..." meinte Iulia schmunzelnd, als sie an Magnus dachte.


    "Ja heute morgen, aber ich werde dir sicher keinen Vorwurf daraus machen" Sie lächelte wegen dem überraschenden Kompliment. Auch wenn sie seine Frage ein wenig amüsierte. Wollte er es ihr nicht zu oft sagen, damit sie nicht eingebildet wurde? "Danke"Sie stellte den Trinkbecher den sie immer noch in der rechten Hand hielt beiseite und legte sie auf seine.



    "Warum konntest du dir nicht vorstellen, dass Magnus irgendwann heiratet?" fragte sie neugierig.

  • "Magnus und heiraten?"


    Meridius lachte.


    "Er war früher immer ein Träumer und keiner hatte als Kind weniger Intresse an den Frauen als er. Er schwärmte immer von Pferden, davon Reiterführer zu sein und Welten zu erobern. Nunja, dass er hier in Germanien einer Frau begegnete, die zu ihm passt. dürfte eher dem Zufall geschuldet sein..."


    Er sah seine Frau nachdenklich an.


    "Wie geht es Dir eigentlich? Tragen unsere Bemühungen Früchte?"

  • "Nein"


    Sie umfasste seine Hand fester und sah ihn an.


    "Sie sollten es eigentlich, nicht wahr?"


    Seitdem sie das letzte mal darüber gesprochen hatten, war einige Zeit vergangen. Iulia hatte erwartet, dass sie irgendwann wieder darauf zusprechen kommen würden und in letzter Zeit vielleicht sogar ein wenig befürchtet.

  • Meridius wurde nachdenklich. Er drückte seiner Gattin einen Kuss auf die Stirn und sah dann in den Garten. Ein weiteres Kind wollte er mit Iulia schon noch gerne haben, eines, welches er dann auch heranwachsen sehen könnte. Lucius war ihm ja quasi beinahe schon erwachsen in den Schoß gefallen. Und Romanus, der Sohn seines Bruders war verstorben.


    "Nun gut, dann probieren wir es eben weiter."


    antwortete er schließlich.

  • Iulia beobachtete ihren Gatten und wartete seine Reaktion ab. Er machte den Eindruck als sei er geistig abwesend, aber zumindest nicht enttäuscht. Sie wusste das er noch ein Kind wollte und sie wollte es auch, nachdem vier ihrer Kinder für sie im Grunde unerreichbar waren. Seine Antwort viel sehr pragmatisch aus und vermutlich war das auch das Beste. Es half beunruhigende Gedanken, die sich in der Zwischenzeit leise gemeldet hatten, zu verdrängen.


    "Wenn es soweit sein sollte, werde ich es dir diesmal sagen."

  • Meridius schmunzelte nun und konnte eine leichte Erheiterung nicht verbergen. Diesmal würde sie es ihm sagen. Davon ging er eigentlich aus.


    "Das will ich doch hoffen, Iulia.
    Es muss ja nicht wieder wie bei Maximian ..."


    Er wandte sich ihr wieder zu und betrachtete ihr Gesicht. Es hatte immer noch jugendliche Züge, auch wenn Iulia natürlich längst eine erwachsene und reife Frau geworden war. Schade eigentlich, dass er diesen Reifeprozess nicht hatte erleben können.


    Ein gewisses sexuelles Verlangen überkam ihn und einen Moment überlegte er, ob er sie hier im Exedra verführen sollte, doch dann erschien es ihm nicht angebracht, wie ein Hund über sie herzufallen und ihre Frisur durcheinander zu bringen. Und er hatte noch einiges zu erledigen. Heute Abend im Ehegemach war immer noch Zeit, auch wenn sie dort längst nicht so häufig gemeinsam übernachteten, hatte doch jeder wie bisher sein eigenes Zimmer.

  • Ihre Antwort amüsierte Meridius offenbar. Dabei hatte sie es nur wegen seiner Frage am Anfang gesagt, wenn er davon ausging, dass sie es ihm sagte wenn es soweit war, brauchte er nicht zu fragen. Sie musste nun allerdings auch ein Lachen unterdrücken.


    "Damit es nochmal so kommt, müssten dann schon einige ungewöhnliche und unvorhergesehene Dinge geschehen, ab einem gewissen Monat ist es nämlich nicht mehr zu übersehen..."


    Kaum hatte sie es ausgesprochen, hoffte sie das sie das Unglück dadurch nicht erst recht beschrie. Iulia beschlich das Gefühl Meridius könne gleich aufstehen und gehen wollen. Sie schob ihre Finger in seine Handfläche und nahm seine Hand.


    Man merkt, dass du in letzter Zeit häufiger den Stilus als das Gladius in der Hand hattest."

  • Meridius genoß die Nähe seiner Gattin und als sie nach seiner Hand griff, fühlte er sich geliebt. Ein wunderbares Gefühl. Dann jedoch zog er eine Augenbraue nach oben. Stilus? Was meinte sie damit?


    "Ähm, sieht man es mir an?"


    Er blickte nach unten, fand jedoch weder einen Bauchansatz, noch dass er weniger sportlich aussehen würde. Doch vermutlich hatte sie recht, und er sollte öfters in die Therme gehen. Und vor allem sein Projekt, die Gründung eines Gymnasions vorantreiben.


    "Ich könnte mehr Sport treiben, das ist richtig."

  • Meridius Frage wunderte Iulia. Sehen? Vielleicht wenn man ganz genau hinsah, aber das war doch sicher nicht die erste Frage die einem in den Sinn kam. Erst danach wurde ihr klar, dass sie sich offenbar zu unklar ausgedrückt hatte.Ein Lächeln umspielte ihre Lippen.


    "Du hast nicht zugenommen. Davon rede ich auch gar nicht, ich meine deine Hände. Als wir uns wiedergesehen haben, damals als du aus Uttarae zurück warst, da waren sie schwieliger, mitgenommener, rauher..."


    Ihre Gedanken glitten in Erinnerungen ab. Erinnerungen an seine Finger auf ihrer Haut.


    "Ich habe es mehr gefühlt, als gesehen."

  • Jetzt verstand Meridius was sie meinte und betrachtete nun selbst seine Hand in der ihrigen. Iulia hatte weiche Hände, auch wenn man den Händen ansah, dass sie früher hatten arbeiten müssen, waren sie dennoch weicher geworden und man konnte nurmehr erahnen, welches sie Schicksal sie früher zu tragen hatten. Ihre schlanken, langen Finger ...


    "Ja, ich war in einem Feldlager."


    Die Erinnerungen an den Feldzug stiegen wieder hoch. An die Strapazen, die langen Märsche, die angespannte Situation, das Nichtwissen was als Nächstes kommen würde. Das Taktieren, das Abwarten ob die Pläne aufgingen und was der Feind machen würde. Immer wieder die Ungewissheit, die Verwantwortung über die Männer, der Zwang Erfolge vorzuweisen und nicht zu versagen. Die kleinen Scharmützel, die Überfälle und Rückzüge. Die großen Feldschlachten und letztlich die Zerstörung einer ganzen Stadt.


    Das alles war an Meridius damals nicht spurlos vorbeigegangen. Auch wenn die Thermen und der Luxus des Standortlebens die körperlichen Spuren - abgesehen von ein paar Narben - beseitigt hatte, saßen die die Erinnerungen dafür allzufrisch in seinem Gedächntnis. Meridius sprach nie oft darüber. Die Rückkehr nach Tarraco, das wundersame Erscheinen seiner jetzigen Gattin damals zu Hause, die erste leidenschaftliche Nacht waren dabei wie das Erwachen eines neuen Morgens nach einer langen dunklen Nacht gewesen.


    Oder verklärte er nicht schon wieder? Schrieb er seine Geschichte im Rückblick nicht um? Er wusste es nicht.

  • Iulia war sich nicht sicher ob Meridius mit diesem Satz etwas richtigstellen oder bestätigen wollte. Aber seine Antwort war kurz ausgefallen und hatte nicht danach geklungen, als wenn er weiter darüber reden wollte. Iulia beschloß keine weiteren Fragen zu stellen. In ihrem eigenen Leben gab es genug Ereignisse über die sie selbst ungern sprach. Warum sollte sie von jemand anderem etwas verlangen, was sie selbst zu vermeiden suchte. Sie nickte nur kurz und nachdem eine Weile Stille geherrscht hatte, fügte sie ein "Ja, ich weiß." hinzu. Kurz beugte sie sich vor und gab ihm einen Kuss auf die Wange.Die Lippen noch in der Nähe seines Ohres fragte sie halblaut.


    "Und was machen wir jetzt?"

  • "Ich weiß nicht. Aber das war schon mal ein guter Anfang."


    Meridius lächelte und legte nun seinen Arm um Iulia.


    "Wir könnten noch eine Weile hier bleiben und die Ruhe genießen, ein wenig plaudern, wenn Du Lust hast, oder wir ..."


    Nun neigte er sich zu ihr und küsste vorscihtig ihren Hals.


    "... genießen unsere Zweisamkeit einmal im Gartenzimmer. Ich müsste nur einen Sklaven anweisen, dass wir nicht gestört werden wollen und wir werden nicht gestört. Was meinst Du?"


    Er sah seine Gattin fragend an.

  • Bei seinem Kuss zuckte sie nicht zusammen, verspürte aber ein leichtes kitzeln. Während sie mit der Hand ganz leicht und sanft seinen Arm entlang strich, sah sie ihn einen Moment einfach nur an. Dann zeigte sich ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht, gepaart mit einem Hauch Ironie in der Stimme.


    " Und du meinst nicht, dass du ihn gerade damit darauf aufmerksam machst, dass du hier schon seit einiger Zeit ohne Arbeit sitzt? Bis jetzt ist ja auch noch niemand auf die Idee gekommen uns zu stören."

  • Meridius schmunzelte. Sie hatte sicher Recht und im Grunde war er aus dem Alter auch schon raus, um es wie ein Bengel in den Feldern oder im Freien zu treiben. In seiner Jugendzeit war dies etwas anderes gewesen und sie beiden hatten diese gemeinsame Erinnerung ja immer noch. Die Zeiten hatten sich jedoch gewandelt.


    "Du hast Recht."


    Er neigte sich erneut nach vorne und küsste ihren Hals. Er schmeckte so typisch nach Iulia und die Wärme ihrer Haut war schön.


    "Genießen wir einfach die Ruhe, ja. Einen schönen Abend können wir uns nachher immer noch machen."


    Damit nahm er sie an der Hand und ging mit ihr auf die Sitzgelegenheit zu. Wann hatten sie schon einmal die Gelegenheit ungestört miteinander zu reden? Man musste dies ausnutzen.

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