Pagus Chattorum | Aut bibat, aut abeat!

  • Der junge Flavius verfolgte die Errichtung des Lagers von seinem Feldherrenhügel aus. Das Paludamentum um die Schultern, darunter die Arme hinter dem Rücken verschränkt, stand er einsam zwischen dem aufgepflanzten Vexillum der Legion zur Rechten und dem Draco der Turma zur Linken, um voller Admiration jene routinierten Handlungen zu verfolgen, welche binnen kürzester Zeit aus der schlichten Wiese ein formidables Castellum mit Wall, Graben und ordentlichen Reihen von Zelten formte. Die gesamte Zeit war der Tribun damit okkupiert, an dieser oder jener Stelle einzelne Abläufe zu studieren, sodass die Zeit wie im Fluge verging, bis sein Zelt, sodann die der Centurionen und endlich das gesamte Lager vollendet war.


    Endlich wandte er sich ab und betrat sein Zelt, welches bereits durch seinen Cornicularius nach seinem Gusto eingerichtet worden war: Im Eingangsbereich befand sich ein Tisch mit einer Karte, hinter einem Vorhang dahinter sein Feldbett, bedeckt mit zahlreichen weichen Decken sowie die Truhe mit seiner Kleidung, welche Patrokolos ihm gepackt hatte, ein weiteres Tischlein mit einer Schüssel für die morgendliche Waschung und das Nachtlager seines Dieners. Obschon er all jene Abläufe bereits auf dem Übungsmarsch verfolgt hatte, erfüllte es ihn noch immer mit Bewunderung, in welcher Eile und Präzision die Soldaten ein wohlgeordnetes Lager errichteten, welches nicht lediglich ihnen selbst ein agreables Heim bot, sondern darüber hinaus auch den Offizieren sämtliche basalen Annehmlichkeiten und sämtliche Necessitäten für die Führung einer Kampagne.


    Er trat wieder aus seinem Zelt und inspizierte den Foculus, welchen soeben der Haruspex installierte, welcher ihn auf dieser Mission geleitete, um die allabendlichen Opfer zu vollziehen. Manius Minor war wohlbewusst, dass jene kultischen Pflichten, die manchem simplen Soldaten als obsolete Rituale erscheinen mochten, durchaus von Bedeutung waren, insonderheit für ihn selbst, der gut daran tat, die Götter bei jeder sich bietenden Okkasion milde zu stimmen. Aus diesem Grunde befahl er den legionseigenen Minister, welcher ebenfalls nach Errichtung seines Zeltes zum kultischen Zentrum des Lagers geeilt war, auf dem Altar ein kleines Feuer zu entzünden. Sodann brachte der junge Flavius einige Körnlein Weihrauch dar, verbunden mit der Bitte an die Laren jenes Ortes, ihnen gnädige Gastgeber zu sein.


    Als er geendet hatte, waren bereits die Centurionen sowie der Decurio der Ala zur Stabsbesprechung versammelt, welche heutig durchaus von Bedeutung war: Morgen würde der Thing stattfinden, auf welchem Duccia Silvana und er zu Gast sein würden. Folglich verlor der junge Flavius keine Zeit, sondern führte die Offiziere in sein Zelt um den Tisch und setzte sogleich zu reden an:
    "Meine Herren."
    Er blickte in die Antlitze der vielschrötigen Männer, zwischen denen das leuchtende Haar der duccischen Seherin geradezu herausstach. Selbstredend vermochte er im Lichte der aufgehängten Öllampe die Mienen nicht recht zu identifizieren, doch war ihm dennoch wohlbewusst, dass ein derartiger Blick die Appetenz des Publikums auf ihn zog.
    "Wir werden morgen die Stammesversammlung der Chatten visitieren. Wie bereits besprochen, wird das Gros unserer Vexillatio unweit des Versammlungsortes ein Lager errichten, um in Hörweite der Gespräche bereit zu stehen, ohne die Stammesfürsten durch immediate Präsenz zu irritieren."
    Er blickte zu Germanicus Varro.
    "Germanicus, deine Männer werden in diskreter Weise rund um das Thing-Gelände patrouilleren, um etwaige Hinterhalte aufzudecken und als schnelle Eingreiftruppe parat zu stehen."
    Sein Blick wurde eindringlich und er hob mahnend den Zeigefinger.
    "Es ist von größter Bedeutung, dass du nur erfahrene Späher für diese Mission einsetzt, da es sich als fatal erweisen würde, wenn den Germanen der Eindruck entstehen würde, wir versuchten sie einzukesseln oder dergleichen. Höchste Diskretion ist folglich oberstes Gebot!"
    Sein Blick ging weiter zu Tiberius, der als ranghöchster Centurio der Vexillatio gewissermaßen das Kommando über die Legionäre führte.
    "Tiberius, du und zwei Contubernia werden Duccia und mich bis in die unmittelbare Nähe des Versammlungsortes geleiten. Je nach Gebräuchen der Germanen wirst du außerhalb des Ortes mit den Männern verweilen oder mich begleiten. In jedem Falle solltest auch du Diskretion üben, um nicht jene zu offendieren, welche sich möglicherweise deiner erinnern."
    Während des Marsches hatte der junge Flavius nochmals intensiv mit sich gerungen, ob er den Centurio im Lager der Vexillatio belassen sollte oder ihn mit sich nahm. Da es ihm sowohl an Erfahrung mit dem Feind fehlte, als auch an Kompetenz mit dem Schwerte, sollte es zu einem gewaltsamen Konflikt kommen, hatte er sich final doch für die riskante Präsenz jenes nachweislich loyalen und wohlexerzierten Kriegers entschieden.
    "Die Verhandlungen werde indessen ich gemeinsam mit Duccia Silvana führen. Niemand anderes wird ohne meine Erlaubnis das Wort ergreifen."
    Er blickte nochmalig in die Runde und haftete zuletzt an der Seherin.
    "Findet jener Plan dein Plazet?"

  • Runa hört sich den Plan des Flaviers an nickt hier und da. „Soweit ja...“ sagte sie, doch dann sah sie zu dem Centurio Tiberius. „... er wird... er muss dich begleiten. Warum, dies würde ich gern unter vier Augen mit euch besprechen.“ Sagte sie dabei. Ja sie wollte nicht, dass unnötig viele erfuhren was sie dazu zu sagen hatte. Es würde wohl länger dauern den beiden die in viele Dingen über die hier lebende Bevölkerung unwissend waren, zu erklären, warum es sogar zwingen nötig war, dass der Tiberius anwesend war. Auch wenn Runa inzwischen ihren Frieden mit dem Mann gemacht hatte schmeckte ihr da zwar gar nicht, aber es war Idun, die jenen Grundstein dafür gelegt hatte und sie Runa würde sich nie gegen deren willen stellen.



    Sim-Off:

    Ich mach hier mal einen Sprung und gehe davon aus, dass die drei nun unter sich sind.


    „Flavius, Tiberius... „ begann sie etwas leiser als normal. „...wie ihr wisst, hat Idun den Stämmen einen Nachricht wegen ihrer Versklavung zukommen lassen. Sie hat, damit die Stämme sich nicht wegen ihr erheben, ihnen mitgeteilt, dass sie sich einem Götterurteil gestellt hat. Sie hat ihnen weiter mitgeteilt, dass dieses Urteil von römischer Hand geführt und vollstreckt wurde.“ Runa ließ ihre Worte sacken bevor sie weitersprach. „Nun ist es so, dass die Oberhäupter natürlich den Mann sehen wollen, der zum einen ihr Urteil gegen Wulfgar und jenes Urteil der Götter über die Seherin vollstreckt hat.“ Runa blickte von einem zum anderen. „Sie sind dir...“ Sie blickte den Centurio nun direkt an. „... nicht feindlich gesonnen. Ich würde sogar sagen, dass du bei ihnen ein hohes Ansehen genießt.“ Sie blickte dem Mann nun tief in die Augen. „Meinst du, dass du deine Abneigung gegen jene zurücknehmen und unbewaffnet auf ihr Thing erscheinen kannst? Waffen wird dort niemand tragen, auch ihr nicht.“ Dies betonte sie außerordentlich. „Es gibt einen Frieden auf dem Thing, dieser ist heilig und darf nicht gebrochen werden. Mit Waffen auf jenem zu erscheinen wäre ein Frevel gegen die Götter dies würde niemand dulden – es würde die Götter erzürnen.“
    Sie blickte wieder von einem zum Anderen und konnte nur hoffen, dass sie die Bedingungen akzptierten.

  • Zitat

    Original von Duccia Silvana
    „Flavius, Tiberius... „ begann sie etwas leiser als normal. „...wie ihr wisst, hat Idun den Stämmen einen Nachricht wegen ihrer Versklavung zukommen lassen. Sie hat, damit die Stämme sich nicht wegen ihr erheben, ihnen mitgeteilt, dass sie sich einem Götterurteil gestellt hat. Sie hat ihnen weiter mitgeteilt, dass dieses Urteil von römischer Hand geführt und vollstreckt wurde.“ Runa ließ ihre Worte sacken bevor sie weitersprach. „Nun ist es so, dass die Oberhäupter natürlich den Mann sehen wollen, der zum einen ihr Urteil gegen Wulfgar und jenes Urteil der Götter über die Seherin vollstreckt hat.“ Runa blickte von einem zum anderen. „Sie sind dir...“ Sie blickte den Centurio nun direkt an. „... nicht feindlich gesonnen. Ich würde sogar sagen, dass du bei ihnen ein hohes Ansehen genießt.“ Sie blickte dem Mann nun tief in die Augen. „Meinst du, dass du deine Abneigung gegen jene zurücknehmen und unbewaffnet auf ihr Thing erscheinen kannst? Waffen wird dort niemand tragen, auch ihr nicht.“ Dies betonte sie außerordentlich. „Es gibt einen Frieden auf dem Thing, dieser ist heilig und darf nicht gebrochen werden. Mit Waffen auf jenem zu erscheinen wäre ein Frevel gegen die Götter dies würde niemand dulden – es würde die Götter erzürnen.“
    Sie blickte wieder von einem zum Anderen und konnte nur hoffen, dass sie die Bedingungen akzptierten.


    Sim-Off:

    @ Varro & Verus: Es steht euch selbstredend frei, noch in der Stabsbesprechung zu reagieren. Deshalb werde ich jene zweite Partie Silvanas temporär separieren, sodas wir beide Zeitstränge parallel absolvieren können.


    Nach der Stabsbesprechung verblieben lediglich Centurio Tiberius und Duccia Silvana in dem Zelt. Kaum waren die übrigen Centurionen gegangen, ergriff die Seherin das Wort. Akustisch vermochte der Jüngling wie Worte zu fassen, welche sie sprach, doch intellektuell muteten sie ihm überaus fremd an, da es ihm doch inexplikabel erschien, inwiefern die Versklavung der eigenen Lebensretterin, ihre Demütigung durch eine schmerzhafte Auspeitschung, zumal einer wehrlosen Frau, als ein Gottesurteil zu ponderieren war. Doch mochte all dies den Römern zum Nutzen gereichen, weshalb er sich eines Kommentares diebezüglich enthielt und lediglich konfirmierte:
    "In diesem Falle wird Tiberius uns begleiten und wir werden unsere Waffen im Lager zurücklassen."

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus Minor


    Er blickte zu Germanicus Varro.
    "Germanicus, deine Männer werden in diskreter Weise rund um das Thing-Gelände patrouilleren, um etwaige Hinterhalte aufzudecken und als schnelle Eingreiftruppe parat zu stehen."
    Sein Blick wurde eindringlich und er hob mahnend den Zeigefinger.
    "Es ist von größter Bedeutung, dass du nur erfahrene Späher für diese Mission einsetzt, da es sich als fatal erweisen würde, wenn den Germanen der Eindruck entstehen würde, wir versuchten sie einzukesseln oder dergleichen. Höchste Diskretion ist folglich oberstes Gebot!"


    Varro nickte mit steinerner Miene. Er wußte nichts über die Topografie des Lagers. Eine Patrouille zu Pferde dürfte im Wald schwierig werden, ebenso bei zu offenem Gelände unbemerkt zu bleiben. Probleme ohne Ende...Jawohl, Tribun! Natürlich würde er nur die alte Garde mitnehmen...nicht auszudenken ein Tiro würde die Missio vermasseln. Das war ein Fall für seine Speculatores. Trotz der ungewissen Ausgangslage durchfuhr ihn eine gewisse Vorfreude .


  • Und so begann es. Verus richtete seine lorica hamata, welche hochwertiger war als sein letztes Stück Rüstung, welches im willfährigen Feldzug gelitten hatte. Seinen mächtigen Helm gab er einem bereitstehenden Sklaven, der unweit der kleinen Gruppe stand. Es war üblich, dass die Offiziere ihre Helme zur Verwahrung kurzfristig an Sklaven oder Soldaten übergaben, wenn diese nicht konkret in Verwendung waren. Nun störten ihn trotzdessen die geschmiedeten Armschienen, die ein wenig eng geschnürt waren. Er hatte sie nachgeschnürt, nach der harten Arbeit am Lager. Doch nun waren die Bänder zu eng und pressten zu fest in sein Fleisch, so dass er mit einem geübten Handgriff, die Befestigungsbänder löste und die Panzerung seiner Arme besser positionierte, um danach die Bänder erneut zu schließen. Es war eine beruhigende Handlung, da sie seine Aufmerksamkeit lenkte und er seine Gedanken im Stillen sortieren konnte. Ferner konnte man nun in der eleganten Bewegung dieses Militärs erkennen, dass auf diesen Armschienen massive Kerben eines Kampfes eingeschlagen waren und das Wappen der Tiberii, welches umschlossen war von den Buchstabden SPQR, deutlich im Licht glänzte, da er es erheblich poliert hatte. Seine Ausrüstung, bis auf den Spuren seiner Kämpfe, war in einem guten Zustand, wie auch die Beinschienen und das neue Seidenhalstuch aus roter Seide, welches leicht um seinen Hals gelegt war, um Schnitte im Gefecht zu verfangen und zu verhindern. Seine Hände waren bereits, bis auf die Fingerspitzen und seinen Daumen, mit einem Stoffband aus weißem Leinen umwickelt, und waren bereit eine Waffe zu führen. Diese Stoffe an seinen Händen dienten viel mehr dem Schweißfang und dem leichten Schnittschutz, denn als wirklicher Schutz vor schweren Angriffen auf seine Hände. Dennoch hatte er es sich angewöhnt, da es ihm half sein Gladius sicherer zu führen und die Hände vor kleineren Schnitten, auch durch die eigene Ausrüstung zu schützen. Die meisten Legionäre umwickelten ihre Hände vor dem Gefecht. Handschuhe waren unüblich bei der Infanterie. Der breite Waffenrock aus Lederriemen, fein gearbeitet aus braunem Rindsleder mit eingeschlagenem Zeichen der res publica, war ebenfalls neu und wurde unterstützt vom cingulum militare, dem neuwertigen Militärgürtel, welcher den edlen handgeschmiedeten Pugio in Silber beschlagener Scheide hielt. Sein Gladius, mit dem Ebenholzgriff, trug er, wie es für Centurionen üblich war, links mit dem Trageriemen, der ebenfalls mit festen Silberplatten beschlagen war. Man sah ihm an, dass er ein Patrizier war, denn er trug wahrlich wertvolle Rüstungsteile, die dennoch nicht ihre Funktion versagten. Ein geheimes Motto dieses Mannes war inzwischen, dass er lieber ordentlich und adrett abtrat als abgenutzt und alt. In diesem Sinne legte er erheblich wert auf eine ausgezeichnete Rüstung, die nicht nur funktional war, sondern auch hübsch anzusehen; zumindest für römische Verhältnisse. Der Tribun sprach bereits und Verus konnte seine Rüstungskorrektur seiner Armschienen entsprechend beenden. "Wir werden die Details unserer Reise zum Thing ohnehin noch einmal unter Sechs Augen besprechen. Ich schließe die Ala nicht bewusst aus aber ich halte Kriegsgeheimnisse für wichtig. Insofern sollten wir später allein sprechen, - meine Person, der Tribun und die Duccia," erinnerte sich Verus an den alten Rat, dass man wichtige Missionsparameter immer nur wenigen vertraut machen sollte. Geheimnisse waren oft kriegsentscheidend. Insofern setzte er diese Aussage einfach als Fakt in den Raum und war fest davon überzeugt, dass der Tribun dies verstehen würde. Zudem hatte er selbst noch fragen, die er aber nicht in der öffentlichen Runde aller wichtigen Offiziere besprechen wollte. "Ich werde meine besten Männer handverlesen, Tribun," versicherte Verus eine Garantie, damit dieser sich wirklich sicher fühlen konnte. Auch Verus wollte nur die vertrauenswürdigsten und besten Soldaten bei sich wissen, denn diese Mission war gefährlich und im Zweifel musste man um sein eigenes Überleben sowie das der Kameraden kämpfen. In seinem Hinterkopf zeichnete sich erneut die Bilder aus seiner Erinnerung ab, die er schnell verwischte, da er sich nicht in dieser Angst verfangen wollte. Trotzdessen waren diese Erinnerungen da und belasteten seine Selbstsicherheit, da seine Augen an Überzeugung verloren und wieder an stiller Traurigkeit gewannen. Die Rüstung in ihrer kriegerischen Erscheinung half diesen Zustand zu vertuschen.


    Zitat

    Original von Duccia Silvana
    Runa hört sich den Plan des Flaviers an nickt hier und da. „Soweit ja...“ sagte sie, doch dann sah sie zu dem Centurio Tiberius. „... er wird... er muss dich begleiten. Warum, dies würde ich gern unter vier Augen mit euch besprechen.“ Sagte sie dabei. Ja sie wollte nicht, dass unnötig viele erfuhren was sie dazu zu sagen hatte. Es würde wohl länger dauern den beiden die in viele Dingen über die hier lebende Bevölkerung unwissend waren, zu erklären, warum es sogar zwingen nötig war, dass der Tiberius anwesend war. Auch wenn Runa inzwischen ihren Frieden mit dem Mann gemacht hatte schmeckte ihr da zwar gar nicht, aber es war Idun, die jenen Grundstein dafür gelegt hatte und sie Runa würde sich nie gegen deren willen stellen.


    In der Tat unterstützte Duccia Silvana bereits sein Vorhaben, die wichtigen Missionsparameter im Geheimen zu besprechen. Verus war ein wenig paranoid geworden, da ihm einmal Steuern und Zölle entwendet worden waren; nur weil ein Legionär zu viel wusste und zu redselig mit den Einheimischen war. Insofern gefiel ihm dies, da es seinen faktierten Wunsch erheblich förderte. Nur, dass er unbedingt mit zum Thing selbst musste und auch dort auflaufen sollte, vewunderte Verus. Er sah sich als Feind der Germanen. Nicht, weil er dies wollte aber er hatte nun mal kriegerische Handlungen vornehmen müssen und war sicherlich nicht zimperlich im Kampf gewesen. Verus weitete seine Augen, die wieder an Schärfe gewannen und der Ernst kehrte wieder ein. "Da wir ohnehin diese Details im privaten Kreise besprechen sollten, bin ich gespannt, warum meine Anwesendheit auf dem Thingplatz selbst so wichtig ist." Verus wusste um ein paar Dinge, die auf einem Thing passierten. Immerhin lebte er schon eine geraume Zeit in Germanien und somit ahnte er bereits, dass es um den Besuch des Thingplatzes ging.


    ~~~


    Sim-Off:

    Der wunderbare Zeitsprung! :P


    So geschah es schließlich, dass man sich im geheimen Kreise wiederfand und bereits wichtige Dinge besprach. Verus, immer noch seltsam überrascht, hörte aufmerksam zu und verschränkte dabei seine Arme vor der gepanzerten Brust, so dass die feinen Ringe seiner Rüstung ein bekanntes Geräusch ergaben, wie es üblich war, wenn sich Rüstungsteile bewegten. "Ein Götterurteil?" - fragte Verus skeptisch und verzog seine Augenlider und seine Stirn zu einem Gesicht des Unmutes. Was hatte Idun angerichtet? Er wollte nicht verklärt werden als Abgesandter eines Gotter oder als Held. Doch hatte sie es getan. Zwar hatte sie kurz mit ihm darüber gesprochen aber wirklich verstanden hatte es Verus nicht. Er verstand zwar, warum sie es getan hatte, um einen größeren Konflikt zu verhindern aber warum hatte sie ihn mit hineingezogen? Sie hätte auch das Theaterstück des Jesus aus Iudaeä kopieren können und ihr Leid als Preis für den Schutz und die Erlösung der Germanen darstellen können. Götterbilder waren für ihn auch nur funktionale Konstrukte, um den Alltag zu regeln. Man sollte sie achten aber nicht übermäßig personifizieren. Nun war er selbst Teil eines Kultes geworden, was ihm sichtbar missfiel, da er sich erschüttert mit der Hand über das Gesicht fuhr, bevor er diese kraftlos fallen ließ. "Ich tue, was getan werden muss," antwortete Verus vorsichtig und blickte dann zum Tribun. Er traf bereits seine Entscheidung und der Tiberius fügte sich. "Dann ist es entschieden," schloss er ab und dachte noch einmal über die Worte der Duccia nach. Seine geplanten Fragen hatten sich damit auch erledigt, da es nun einen festen Plan gab. Die Mission war definiert und er als guter Soldat würde seine Befehle befolgen, auch wenn ihm diese Befehle in dieser Sache suspekt waren und ein erhebliches Unwohlsein auslösten. Denn er musste sich seinen Ängsten und Taten stellen.

  • Sim-Off:

    ...später... ;)


    Varro konnte nicht umhin sich bei dieser Missio wie das 5. Rad am Wagen zu fühlen. Nachdem er die Beratung verlassen hatte ging er in Gedanken versunken an schuftenden Legionären vorbei die nach dem langen Marsch nun ein sicheres Marschlager aus dem Boden stampften. Überall organisierte Aktivität. Die Männer der Ala fand er am Rande des kleinen Sees wo sie ihre Pferde versorgten, zu seiner Freude fand er auch hier alles organisiert und geordnet vor. Es bestand bereits ein gesicherter Pferch für die bereits versorgten Pferde, der Capsarius betrachtete die Verletzungen eines Tiro, der in vollem Galopp vom Pferd gefallen war, jedoch außer ein paar Schrammen und blaue Flecken mit dem Schrecken davon gekommen war. Varro gab dem leidlich grinsenden Burschen eine väterliche Kopfnuss und ging weiter zu den Pferden. Die Tiere hatten den Marsch bisher klaglos überstanden.
    Dann sah er seine Nike. Sie zupfte in aller Ruhe ihr saftiges Gras und schnaupte erfreut als sie seiner gewahr wurde. Varro entledigte sich seiner Ausrüstung indem er seinen Mantel ausbreitete und die Rüstungsteile ordentlich darauf platzierte. Er würde nach der Pferdepflege danach sehen. Nur noch mit der Tunika und den Caligae bekleidet machte er sich daran Nike zu versorgen. Das lenkte ihn ab und ließ den leichten Ärger über diese Heimlichtuerei ein wenig verrauchen. Die Bürste fuhr langsam durch das staubige Fell währende Nike weiter graste. Seine Sinne vibrierten plötzlich und er wandte sich um, die Bürste wurfbereit,...es war Ocella. Varro entspannte sich und bürstete weiter das Fell.
    Salve alter Freund,...wenn wir hier fertig sind schickst du 20 Mann auf die erste Wache,...aber die 20 Mann die uns nachher auf der Missio begleiten sollen,...Stammpersonal, keine Tirones. Er machte ein vielsagendes Gesicht.
    Wir sollen das Thing vor eventuellen Überfällen sichern.
    Das Geräusch der Bürste nahm keinen Abbruch.

  • Ocella hatte alles organisiert und die Pferde wurden versorgt. Als er Varro sah ging er zu ihm und hörte sich an was er im Grunde schon geahnt hatte.
    Gut,...ich werde das organisieren... Er sah Varro von der anderen Seite des Pferdes an und kaute auf einem Grashalm.
    ...das heißt wir brauchen nur die Hälfte des Lagers aufzubauen,...prima,...und wie ist es sonst so? Du wirkst ein klein wenig angepisst.
    Varro und Ocella kannten sich ihr halbes Leben und waren beim Militär durch dick und dünn gegangen. Da blieb es nicht aus, daß man spürte wenn es dem anderen schlecht ging.
    Wie ein altes Ehepaar...

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Verus
    ... "Wir werden die Details unserer Reise zum Thing ohnehin noch einmal unter Sechs Augen besprechen. Ich schließe die Ala nicht bewusst aus aber ich halte Kriegsgeheimnisse für wichtig. Insofern sollten wir später allein sprechen, - meine Person, der Tribun und die Duccia," erinnerte sich Verus an den alten Rat, dass man wichtige Missionsparameter immer nur wenigen vertraut machen sollte. Geheimnisse waren oft kriegsentscheidend. Insofern setzte er diese Aussage einfach als Fakt in den Raum und war fest davon überzeugt, dass der Tribun dies verstehen würde. Zudem hatte er selbst noch fragen, die er aber nicht in der öffentlichen Runde aller wichtigen Offiziere besprechen wollte. "Ich werde meine besten Männer handverlesen, Tribun," versicherte Verus eine Garantie, damit dieser sich wirklich sicher fühlen konnte. Auch Verus wollte nur die vertrauenswürdigsten und besten Soldaten bei sich wissen, denn diese Mission war gefährlich und im Zweifel musste man um sein eigenes Überleben sowie das der Kameraden kämpfen. In seinem Hinterkopf zeichnete sich erneut die Bilder aus seiner Erinnerung ab, die er schnell verwischte, da er sich nicht in dieser Angst verfangen wollte. Trotzdessen waren diese Erinnerungen da und belasteten seine Selbstsicherheit, da seine Augen an Überzeugung verloren und wieder an stiller Traurigkeit gewannen. Die Rüstung in ihrer kriegerischen Erscheinung half diesen Zustand zu vertuschen.


    Als der Tiberius so rundheraus beschied, dass sie den Thing zu dritt disputieren würden, hob sich die rechte Augenbraue des jungen Flavius in flavischer Weise und der Jüngling fühlte sich geneigt, den Centurio coram publico auf seinen Platz zu verweisen, um den Decurio nicht zu düpieren:
    "In welchem Kreise wir welche Details unserer Mission besprechen, entscheide noch immer ich, Centurio."
    Faktisch war Verus in derselben Weise als Eskorte Teil dieser Vexillatio wie der Germanicus und obschon die Legion selbstredend im Range über der Ala stand, so implizierte dies dennoch nicht, dass jener sich klammheimlich in die operative Leitung dieses Unterfangens katapulierte und seine Mitoffiziere in die zweite Reihe verwies.

  • Zitat

    Original von Servius Matinius Ocella
    ...das heißt wir brauchen nur die Hälfte des Lagers aufzubauen,...prima,...und wie ist es sonst so? Du wirkst ein klein wenig angepisst.
    Varro und Ocella kannten sich ihr halbes Leben und waren beim Militär durch dick und dünn gegangen. Da blieb es nicht aus, daß man spürte wenn es dem anderen schlecht ging.
    Wie ein altes Ehepaar...


    Varro musste wieder Willen grinsen. Er nahm sich die Mähne des Pferdes vor und puhlte kleinere Äste und Kletten heraus.Mir gefällt das Ganze hier nicht...weißt du noch mit dem Dorf vor ein paar Wochen? Er wartete keine Antwort ab, denn er wußte ja daß Ocella dabei war. Jetzt stiefeln wir hier wieder durch die Gegend,...mit einer germanischen Seherin, einem traumatisiertem Legionshelden und einem sehr, sehr jungen Tribun. Er schnippte eine Klette weg, die er gerade aus Nikes Mähne gepuhlt hatte. ...wir sollen den ganzen Zinnober aus der Ferne beobachten uns nicht sehen lassen und im Ernstfall den Tribunus evakuieren.
    Er klopfte Nike auf die Kruppe und entließ sie zur Tränke an den See. Er sah ihr nach und genoß das Bild des Friedens. Im Grunde mußten sie nur das machen was sie immer machten, das Gelände sondieren nicht auffallen und nachher den Müll wegräumen.
    Doch diesmal störte es ihn. Diesmal war es anders.

  • Ocella wußte nicht so wirklich worüber sich sein Kumpel da aufregte. Sie waren nun mal die Ala,...und Soldaten. Sie taten was man ihnen auftrug.
    Überrascht dich das?...zugegeben der Tribun ist ein Babygesicht, ...zugegeben er redet seltsam blasiert,...aber er scheint doch gut zu wissen was er hier macht. Er trat neben Varro und betrachtete den See. Also,...mach´dich nicht verrückt. Ich muss mich jetzt für die Wache fertigmachen,... Seine Hand legte sich auf Varros Schulter und drückte sie.
    Dann ging er zu den Wachen. Die nächsten vier Stunden würden sie wachen und das tun was sie am besten konnten.

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus Minor
    Als der Tiberius so rundheraus beschied, dass sie den Thing zu dritt disputieren würden, hob sich die rechte Augenbraue des jungen Flavius in flavischer Weise und der Jüngling fühlte sich geneigt, den Centurio coram publico auf seinen Platz zu verweisen, um den Decurio nicht zu düpieren:
    "In welchem Kreise wir welche Details unserer Mission besprechen, entscheide noch immer ich, Centurio."
    Faktisch war Verus in derselben Weise als Eskorte Teil dieser Vexillatio wie der Germanicus und obschon die Legion selbstredend im Range über der Ala stand, so implizierte dies dennoch nicht, dass jener sich klammheimlich in die operative Leitung dieses Unterfangens katapulierte und seine Mitoffiziere in die zweite Reihe verwies.


    Verus fühlte sich bestätigt. Der junge Tribun verstand die Gefahren des Krieges nicht und auch nicht, wie gefährlich die Welt in Rüstung war. Nicht ohne Grund, war Verus in gewisserweise paranoid geworden und versuchte sich durch übereifrige Absicherungen gegen Übergriffe zu schützen. Verus ging nach seinen Erfahrungen von einer gewalttätigen Welt aus, die nicht zu seinem Wohle existierte und bestenfalls ein Überleben sicherte. Wäre da nicht Idun, hätte er sich ganz an den Krieg verloren. Nur seine Liebe hielt sein Herz und seinen Verstand gegen die Furcht zusammen. Als Berufssoldat fügte sich Verus jedoch und nickte kalt zum Tribun. Immerhin gab es hier noch sichere Hierachien, die Verus auch als Versteck sowie Schutz dienen konnten. Nun war es die Entscheidung des Tribuns und nicht mehr die eigene. Es befreite erheblich von Verantwortung, obwohl er immer noch eine schleichende Gefahr sah: Geheimnisse waren wichtig.

  • Nach der Besprechung des Stabes und der Unterredung mit Centurio Tiberius und der Duccia beschloss der Tribun, obschon der Tag bereits sich geneigt hatte und einige der Männer vor ihren Zelten bereits Feuer entfacht hatten, Decurio Germanicus aufzusuchen, da ihm doch der Eindruck war verblieben, dass die Männer der Ala bisherig während der Mission ein wenig stiefmütterlich waren traktiert worden, sodass es geboten schien die Wertschätzung der Missionsleitung für die Reiterei zu klarifizieren.


    Enger als sonst gehüllt in sein Paludamentum erschien somit der junge Flavius vor dem Zelt Varros, dessen Turma leichtlich anhand der hinter den Mannschaftszelten angepflockten Pferde zu identifizieren war.
    "Germanicus? Auf ein Wort!"
    , sprach er sodann und wartete.

  • Kunolf versorgte er seinen Freund, Alswinn. Er hatte heute gute Arbeit geleistet. War brav in der Formation gelaufen, obwohl er sowas überhaupt nicht wollte. Er hätt sein eignen Kopf. Aber er vertraute Kunolf und dieser vertraute Alswinn.
    Er genoss die Einheiten mit der Bürste, während er genüsslich am Gras knabbert und ab und zu schnaubte, als Zeichen man solle weiter machen.
    Die Stimmung im Lager war gespalten. Kunolf hatte den Eindruck als sahen die Legionäre in den Reiter nur minderwertige Soldaten. Irrte er sich?

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus Minor
    Enger als sonst gehüllt in sein Paludamentum erschien somit der junge Flavius vor dem Zelt Varros, dessen Turma leichtlich anhand der hinter den Mannschaftszelten angepflockten Pferde zu identifizieren war.
    "Germanicus? Auf ein Wort!"
    , sprach er sodann und wartete.


    Varro kam gerade mit Ocella von einer Inspektion der Wachroute zurück als er den Tribun vor seinem Zelt erblickte. Er nickte Ocella zu und dieser machte sich auf den Weg die besprochenen Aktionen durchzuführen. Tribun! grüßte er den Flavier....was kann ich,...was kann die Turma I für dich tun?
    Dabei fragte er sich ob er den Würdenträger und eventuellen Senator in spe in sein einfaches Zelt einladen sollte. Er entschloss sich diese Entscheidung dem Flavier zu überlassen.

  • Zitat

    Original von Kunolf
    Die Stimmung im Lager war gespalten. Kunolf hatte den Eindruck als sahen die Legionäre in den Reiter nur minderwertige Soldaten. Irrte er sich?


    Nachdem Ocella den Tribun und Varro verlassen hatte traf er auf Kunolf. Er mochte den vor Kraft strotzenden jungen Germanen irgendwie. Die sanfte, liebevolle Art mit der er sein Pferd versorgte zeigte ihm jedoch wie jung und unerfahren er doch noch war. Er stellte sich ihm gegenüber auf der anderen Seite des Pferdes auf und sprach ihn an,
    Tiro,...du gehörst zur zweiten Wache, media nox. Die Tirones und 12 Equites lösen uns ab, also mach dich schlaffertig,...
    Irgendetwas schien den Mann zu beschäftigen und da noch Zeit war fragte Ocella,
    Alles in Ordnung soweit? Es war immerhin sein erster Einsatz, sicher hatte er tausende Eindrücke zu verarbeiten.

  • Kunolf wurde überrascht als der Duplicarius auf einmal vor ihm stand.
    Er unterbrach sein Tun. Ich habe verstanden Duplicarius da kam Freude auf, gleich die zweite wache. Das hieß wohl das diese Nacht nicht viel Schlaf drin war.
    Ja, soweit ist alles in Ordnung. Nur bin ich von der Masse und der Tätigkeiten hier beeindruckt. Wir würden einfach ein Feuer entzünden und das war es. Und ich habe das Gefühl als wären wir hier nur zweite Geige. eine Anspielung auf dem Umstand das die Soldaten die Männer der Ala zu meiden schienen.
    Was sollen wir hier genau?
    Kunolf nahm weiter sein Tun auf und Bürstete weiter Alswinn der schon ein wenig protestierte. Wenige Handstriche später war es vollbracht. Das Pferd war versorgt, Alswinn rieb noch einmal seinen Kopf an der Brust Kunolfs, schnaubte leise und ging durch das Gatter auf die weide, Kunolf schloss hinter ihm das Gatter.

  • Ocella hörte sich an was der Tiro von sich gab und bemerkte die für ihn zu große Nähe zu dessen Pferd. Für ihn selbst war das Pferd ein Kamerad, er hielt es sauber, sorgte für Futter und übernahm Verantwortung. Zu nah ließ er die Gäule nicht an sich heran, denn er wußte wie schnell sie verloren waren.
    Wir sind hier, weil man uns befohlen hat hier zu sein. Wir sind Soldaten Rom´s und erfüllen unseren Eid. Was die Plattfüsse von uns halten ist nicht von Interesse, Tiro! Er klopfte ihm auf die Schulter Wir werden das tun was wir am besten können,...dafür sind wir da,...und jetzt mach dich ab... Er wandte sich um und ging zu seinem Wachbereich. Unglaublich worüber sich die Sensibelchen den Kopf zerbrechen.

  • Zitat

    Original von Gaius Germanicus Varro
    Varro kam gerade mit Ocella von einer Inspektion der Wachroute zurück als er den Tribun vor seinem Zelt erblickte. Er nickte Ocella zu und dieser machte sich auf den Weg die besprochenen Aktionen durchzuführen. Tribun! grüßte er den Flavier....was kann ich,...was kann die Turma I für dich tun?
    Dabei fragte er sich ob er den Würdenträger und eventuellen Senator in spe in sein einfaches Zelt einladen sollte. Er entschloss sich diese Entscheidung dem Flavier zu überlassen.


    Der Tribun wartete, bis der Duplicarius von dannen gezogen war, ehe er das Wort erhob.
    "Ich bin nicht gekommen, um neuerliche Befehle auszugeben."
    Er hielt inne, um seine Worte adäquat zu formieren. Weder wollte er hypersensibel erscheinen, um nicht den Respekt jener Männer zu verspielen, bei welchen Befehl und Gehorsam zu den alltäglichen Evidenzen zählte, noch den Eindruck erwecken, die Auxiliares aufs Neue von oben herab kalmieren zu wollen.
    "Ich bin gekommen, um auf einige Punkte hinsichtlich der Stabsbesprechung zurückzukommen. Meinem Dafürhalten nach besteht eine gewisse Spannung zwischen den Männern der Legion und deiner Einheit."
    Ob dies der Realität entsprach oder lediglich einer Einzelmeinung des Tiberius entsprach, vermochte der junge Flavius nicht zu ermessen, doch formierte jene Beobachtung ohnehin lediglich den Introitus für seine eigentliche Botschaft:
    "Ich möchte dir darob lediglich versichern, dass ich für meine Person nicht geringeres Vertrauen in deine Soldaten setze als in jene der Legion. Du versichertest mir, dass sie absolut loyal sind und ich bin durchaus geneigt dies zu glauben.
    Insofern bitte ich dich, die Entscheidung deine Männer in der Peripherie zum Einsatz zu bringen keineswegs als Votum des Misstrauens zu po-"

    Er hielt inne, als er sich der diversen Ermahnungen erinnerte, gegenüber dem Militär sich eines restringierteren Sprachcodes zu befleißigen.
    "-verstehen."
    , korrigierte er somit seine womöglich etwas exaltierte Diktion und erwartete die Reaktion Varros.

  • Varro hörte dem Flavier zu und nickte verstehend. Er lockerte seine Haltung ein wenig und entgegnete, Ich danke dir Tribun,...jedoch ist es von jeher so, daß die Auxilliartruppen bei den Legionen herabgewürdigt werden.
    Er sah den Tribun ernst an. Wir müssen uns den Respekt der Legionskameraden immer wieder neu erwerben,...doch das macht uns nichts, denn unsere Taten sprechen eine eindeutige Sprache und die Legio profitiert in der Regel von unserer Arbeit. Der Hauch eines Lächelns umspielte seinen Mundwinkel.
    Wir sind stets bereit und in der Lage jede Aufgabe die man uns stellt zu erfüllen, dazu haben wir uns, wir brauchen die Legion weniger als sie uns,...vielleicht ist es das was sie so beschäftigt und zu diesen Spielchen veranlasst. Er nahm wieder Haltung und schloß Bleibt es also bei der Observation und ggf. der schnellen Eingreifgruppe bei dem Thing?

  • "Es bliebe dabei, in der Tat."
    , konfirmierte der junge Flavius seine Order, welche nach der Stabsbesprechung zu verändern ihm ohnehin schlecht angestanden hätte.


    Einen Augenschlag verharrte der Jüngling dann schweigend, unschlüssig wie er mit dem wortkargen Decurio weiter verfahren sollte. Schließlich entschied er die Explikationen aufzugreifen und das Gespräch auf die Biographie seines Opponenten zu lenken:
    "Warst du ebenfalls genötigt, dir dein Bürgerrecht im Kriegsdienst zu erarbeiten?"
    Der Tribun dachte aufs Neue mit Grauen an Nero Germanicus Peticus und hoffte, mit Varro keinen Anverwandten jenes Narren vor sich zu haben.

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