Beiträge von Quintilia Valentina

    Jetzt fresst mich doch nicht gleich. 8o

    Habe doch nicht geschrieben, dass man den Stammbaum löschen soll.

    Es wurde nur von mir erwähnt, dass da kaum noch jemand übrig ist.

    Entschuldigt bitte, dass ich etwas geschrieben habe, ich wollte euch nicht aufregen.

    Bei den Quintiliern könnte man den Stammbraum theoretisch komplett einäschern. ;(

    Momentane Mitglieder sind neben mir nur noch Iullus Quintilius Sermo und Lucius Quintilius Clemens.

    Eine wichtige Änderung/Eintragung ist natürlich jetzt die Hochzeit von Valentina mit Faustus Decimus Serapio. :heirat:

    Der kalte Wind blies Valentina in den Nacken. Ihre Haare waren von ihrer ägyptischen Sklavin zu einer kunstvollen Hochfrisur gesteckt worden. Und wie es vorgesehen war, waren um die einzelnen Strähnen wollene Bänder gewickelt worden, ein Kranz aus Blumen bildete den Abschluss. Valentina fröstelte leicht, was allerdings nicht nur vom Wind kam. Wie gebannt sah sie der Zeremonie zu, die vor ihr abgehalten wurde. Sie würde nun tatsächlich heiraten. So oft war sie enttäuscht worden, so viele Männer waren in ihr Leben getreten und hatten es auf die ein oder andere Weise wieder verlassen. Bis vor kurzem dachte Valentina der Mann an ihrer Seite wäre Casca geworden. Das er es nun wäre, der dort neben ihr stand und nicht Serapio. Dieser stand wie eine in Stein gemeißelte Götterstatue neben ihr.

    Das Schwein wurde vorgeführt und fast ohne zu blinzeln beobachtete Valentina wie dieses das Leben lassen musste um für ihre weitere, hoffentlich glückliche Zukunft, geopfert zu werden.

    So oft hatten die Götter ihre Meinung geändert, was die Zukunft der Quintilia betraf. Bis sie nicht wusste was sie nun schlussendlich beschlossen hatten, wagte Valentina nicht zu atmen. Vielleicht auch ein klein wenig wegen dem metallischen Geruch, der sich ausbreitete und ihrem ohnehin schon nervösen Magen nicht gerade gut tat.


    Endlich kamen die erlösenden Worte und Valentina schloss dankbar die Augen. So entging ihr auch der Blickkontakt zwischen den beiden Männern. Erst als sich Serapio ihr wieder zu wandte, sah sie ihn voller Dankbarkeit an. Von ihrer Seite war es offene und ehrliche Zuneigung, ja sogar Liebe, die sie empfand. Sie würde ab sofort nicht mehr alleine sein, ihre Zukunft war gesichert und das war im Moment alles was zählte. Auch wenn dies eine sehr ungewöhnliche Verbindung war, die Valentina nicht alles geben konnte was sie sich gewünscht hatte, so war sie in diesem Moment einfach nur glücklich. Und dankbar dafür, dass Serapio sein zukünftiges Leben mit ihr verbringen wollte, auch wenn sie nicht das war, was er sich für sich wünschte. Sie würde sein Geheimnis bewahren und das für ihn sein, was er brauchte um in der Gesellschaft seinen Stand erhalten zu können. Sie würde die Frau an der Seite dieses hoch angesehenen Mannes sein und das Bild wahren, welches man von ihm verlangte.

    All das versprach sie ihm mit ihrem Blick, als er ihr nun den Kuss auf die Finger gab und sprach mit mit aller Deutlichkeit und Stärke in der Stimme zu der sie nach all den Gefühlen noch in der Lage war, die gleichen Worte wie ihr Ehemann. "Ubi tu Gaius ego Gaia."

    Zum Glück erreichte sie bald darauf ihr zukünftiger Gatte und nachdem man beschlossen hatte kein weiteres Aufsehen mehr um den fremden Sklaven und die Zerstörung eines ohnehin nicht sonderlich ansehnlichen Kunstwerkes zu machen ließ man die Sache auf sich beruhen. Valentina winkte einen anderen Sklaven heran und trug ihm auf, Silas aufzusuchen und ihm genau das mitzuteilen. Man wollte die Angelegenheit auf sich beruhen lassen. Auch wenn sie wusste, dass sie zukünftig eine strengere Hausherrin sein musste, so wollte sie an diesem Abend niemanden unglücklich wissen.

    Zusammen mit Serapio kam sie dann zu den Gästen zurück und wurde von ihm zu einem ihr fremden Mann geführt. Er schien viel von dessen Meinung bezüglich der Ehe zu halten und Valentina hörte aufmerksam seinen Worten zu,


    Dann war es soweit und sie würden zum Opfer übergehen. Serapio fragte sie ob sie bereit wäre und Valentina nickte wortlos. Seine Hände in den Ihren waren so kalt, dass sie fürchtete er würde doch noch bereuen sie zur Frau nehmen zu wollen. Sie wusste welche Bürde er mit der Hochzeit auf sich nahm und war ihm dennoch in Liebe verbunden. Doch sah er das auch immer noch so? Zum Glück musste sie sich nur kurz Sorgen machen, denn schon rief ihr Zukünftiger die Gäste dazu auf, ihnen zu folgen. Seine Hand in der Ihren haltend, drückte sie Serapios Finger leicht zusammen und wollte ihm so Halt signalisieren. Sie würden das zusammen schon schaffen.

    Draußen angekommen überblickte die Braut die auch hier festlich geschmückte Szenerie. Es fühlte sich wirklich an wie in einem Traum. Hoffentlich wachte sie nicht auf, bevor sie endlich verheiratet war.

    Serapio bat sie sich darum zu kümmern und war dann so gut um seine Großtante abzulenken. Ja, das war nun ihre Aufgabe. Die Quintilia straffte die Schultern und ging freundlich lächelnd an den anderen Gästen vorbei in Richtung des Nebenraums. Dabei überholte sie noch ihren Verwandten, der offensichtlich in die gleiche Richtung unterwegs war. Wenigstens war er ihrem Rat gefolgt und aß nun auch ein bisschen was. Im Nebenzimmer angekommen, blieb Valentina im Durchgang stehen und hielt erschrocken die Luft an. Sie hatte sich so sehr gewünscht, dass irgend deine billige Schale den Tot gefunden hatte, doch nun das Geschenk von Serapios Großtante zertrümmert auf dem Boden liegen zu sehen erschreckte sie schon sehr. Nicht der Vase wegen, nein es war ein Geschenk gewesen. Und mit Geschenken ging man anders um. Man zertrümmerte sie nicht. Silas saß kreidebleich am Boden und neben ihm ein ihr unbekannter Sklave. Valentinas erster Impuls war sich zu den beiden Männern zu gesellen und zu versuchen zu retten was noch zu retten war. Doch nach dem ersten Schritt in deren Richtung fiel ihr wieder ein welche Rolle sie ab sofort inne haben würde und so blieb sie stehen und stemmte die Hände in die Hüfte. Sie hörte gerade wie der ihr unbekannte Sklave von seinem Herren sprach. "Ich will gar nicht wissen was hier passiert ist. Für dich Silas, werden wir uns noch eine Strafe ausdenken. Und Du!" Sie sah so böse sie konnte, was nicht wirklich böse war, zu dem fremden Sklaven hinunter. "Du stellst mich jetzt besser deinem Herren vor, damit der Schaden hier beglichen werden kann." Sie trat zur Seite, damit der Sklave voran gehen konnte. "Und wage es nicht wegzurennen. Und mach so wenig Aufsehen wir möglich!" Zugegeben, Befehle zu erteilen musste sie noch lernen. Dennoch meinte es Valentina sehr ernst. In Clemens Richtung blickend wollte sie ihn gerade bitten auf den fremden Sklaven aufzupassen. Doch ob der in seinem Zustand noch dazu in der Lage war, blieb zu bezweifeln. Deswegen blieb es alleine ihre Aufgabe.

    Von der liebevollen Begrüßung durch Großtante Drusilla überwältigt, konnte Valentina nicht anders als das Geschenk mit großen Augen zu betrachten. Es war nicht schön, das war es wirklich nicht. Doch sie zeigte nach außen hin absolut nichts von diesen Gedanken. Neben sich hörte sie ihren Zukünftigen versprechen, dass diese Vase einen Ehrenplatz bekommen würde. Und Valentina erwischte sich bei dem Gedanken, dass dieser Platz hoffentlich irgendwo außerhalb der Casa war. Doch natürlich bedankte auch sie sich höflich bei der Schenkenden.

    Clemens war vorgestellt und Valentina hoffte, dass dieser nun ein bisschen mehr essen als trinken würde. Sie kannten sich noch nicht lange genug, dass sie ihn einschätzen konnte. Und obwohl sie sich sehr freute ein Familienmitglied hier auf der Feier begrüßen zu dürfen, so hoffte sie doch auch, dass dieser sie nicht blamieren würde. "Koste doch bitte auch mal von dem Huhn, es schmeckt köstlich." Raunte sie ihm noch zu, dann drapierte sie sich wieder neben ihrem Verlobten.

    Weitere Glückwünsche wurden an sie heran getragen, bis vom Nebenzimmer plötzlich ein klirrendes Geräusch zu hören war. Genau der Nebenraum in welchem der Sklave gerade mit der Monstrosität von Vase verschwunden war. Valentina schlug sich erschrocken die Hand vor den Mund. Das war doch hoffentlich nicht...? Angstvoll wanderte ihr Blick durch den Raum und suchte Großtante Drusilla. Hatte die das Geräusch auch gehört? Gleichzeitig drückte sie mit der anderen Hand die von Serapio ohne es bewusst zu merken.

    Überwältigt von all den Gratulanten schien Valentina schon bald der Kopf zu schwirren. Es war beeindruckend, wie viele Verwandte, Bekannte und Freunde ihr Zukünftiger hier in der Stadt hatte. Valentina wurde klar welche Aufgabe ihr zukünftig zukommen würde. Sie war ab sofort die Frau an der Seite eines sehr angesehen und wichtigen Mannes. Eines Mannes, der sie auf seine ganz eigene Art und Weise lieben würde. Valentina jedoch liebte ihn und war sich sicher, dass dies für sie Beide reichen würde. Vielleicht ein frommer Wunsch, momentan allerdings alles was sie brauchte.
    Bei Serapios Tante hatte sie offensichtlich alles richtig gemacht. Was Valentina viel bedeutete, denn sie wusste, dass sie ein wichtiger Teil in Serapios Leben inne hatte und sie sich zukünftig sicherlich öfter sehen würden. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, als sogar Serapio sie lobte. Die nächste Herausforderung war das Mitglied der Iulier Familie. Sie erwiderte den Händedruck und wagte es nicht etwas zu sagen. Es war nicht die Verschmähte selbst, die vor ihr stand. Aber ein Mitglied aus dieser Familie und sie konnte sich lebhaft vorstellen wie sie in dieser Familie betitelt wurde, seit Serapio die Verbindung gelöst hatte und sich für sie entschied. Unmerklich nickte sie auf das was ihr Zukünftiger ihr zuraunte und bedankte sich ebenfalls besonders höflich für die Glückwünsche.

    Nachdem all die anderen Gratulanten an ihr vorbei gegangen waren und sie sich bei allen freundlich für die Geschenke und Glückwünsche bedankt hatte, kam ihr Verwandter auf sie zu. Scheinbar war er schon bei den Leckereien gewesen, doch das tat Valentinas Freude keinen Abbruch. Freudestrahlend trat sie auf Clemens zu und drückte ihm beide Hände. "Danke für deine Glückwünsche. Es freut mich, dass du hier bist." Endlich konnte sie mal jemanden vorstellen. "Darf ich vorstellen, das ist mein Verwandter Lucius Quintilius Clemens." Bei seiner Bemerkung wegen dem Rennen schüttelte sie leicht den Kopf. "Das ist doch schon längst vergessen." An Serapio gewandt meinte sie. "Er hat bei dem Rennen gegen dich gewettet. Das hat mir nicht gefallen." Doch mit einem Lächeln war der Ernst der Situation auch schon wieder vergessen. "Bitte genieße die Feier."

    Tatsächlich sprach Serapio das aus, was sie sich gerade die ganze Zeit einzureden versuchte. Überglücklich nickte sie, und errötete gleich darauf wegen seinem Kompliment. Sie hatte sich so viel Mühe gegeben neben ihm eine ansehnliche Erscheinung darzustellen. Schließlich war sie heute die Frau an seiner Seite und wollte keinen unangenehmen Eindruck machen. Niemand sollte sagen, dass Serapio wohl eine bessere Wahl hätte treffen können. So viel Ehrgeiz besaß sogar Valentina. Als er ansprach der meist beneidete Mann in Rom zu sein, schüttelte sie leicht den Kopf. "Es ist genau anders herum. Alle Frauen in Rom würden sich heute gerne an meiner Stelle sehen." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte ihrem Zukünftigen einen Kuss auf die Wange.

    Dann war auch schon der erste Gast bei Ihnen und überreichte Geschenke. Vorgestellt durch Serapio, nickte sie ihm würdevoll zu und bedankte sich für das Geschenk. Kurz hatte Valentina den Impuls danach zu fragen ob Annaeus Florus Minor in Germanien etwas von ihrem Bruder gehört hatte, der immer noch als verschollen galt. Doch sie schwieg und schalt sich selbst eine Närrin. Dieses düstere Land war groß und Valerian nun schon so lange vermisst.

    Als nächstes trat ein Rivale beim Rennen vor sie. Auch ihn begrüßte Valentina mit einem freundlichen Lächeln und bedankte sich für die wohl gewählten Worte. Sie wusste, dass Serapio so etwas gut gefiel und sie betrachtete den Fahrer vor sich einen Moment eingehend. Nur Valentia wusste den wahren Grund dafür.

    Lange blieb ihr aber keine Zeit ihren Gedanken nach zu hängen, denn sie zuckte fast etwas zusammen als sie die Frauenstimme hörte. Dann aber richtete sie sich noch etwas mehr auf und streckte die Schultern nach hinten durch. Das musste eine sehr enge Verwandte ihres Zukünftigen sein und ihr Erscheinen ließ Valentina fast sprachlos werden. Durch Serpaio vorgestellt, bestätigte sich ihre Vermutung und die Quintilia bekam es einen Moment mit der Angst zu tun, als der prüfende Blick auf ihr lag. "Es ist mir eine große Ehre dich kennen zu lernen." Respektvoll senkte Valentina für einen Moment den Blick um ihn danach aber wieder selbstbewusst auf ihre Gegenüber zu richten. "Es stimmt, Serapio hat mir bereits viel von dir erzählt. Es ist mir so, als würden wir uns schon sehr lange kennen."

    Den weiteren Gäste schenkte Valentina die gleiche Aufmerksamkeit, wie jedem Anderen zuvor. Bedankte sich für überreichte Geschenke und ließ sie sich von ihrem Zukünftigen vorstellen. Bei der Frau, die ihre Hände ergriff und Serapio gar nicht so richtig anzusehen vermochte, bekam Valentina ein ungutes Gefühl, ließ es sich aber nicht anmerken und wartete gespannt auf die Vorstellung.

    Obwohl sie schon mehrmals kurz vor diesem Tag gestanden hatte, war Valentina so aufgeregt, dass sie die ganze Nacht nicht geschlafen hatte. Sie hatte Angst, es könnte alles nur ein Traum sein und wenn sie aufwachte, war Serapio doch wieder verschwunden. Nun aber stand sie neben ihm und begrüßte die Gäste. All der Trubel in der Casa und die vielen Sklaven die herum eilten, die bunten Farben, die Gerüche, das alles kam ihr so unwirklich vor. Und doch war nun der Tag ihrer Hochzeit gekommen. Schon seit Sonnenaufgang hatten sich zwei Sklavinnen um ihre Haare bemüht, hatten die goldenen und amethystfarbenen Bänder eingeflochten und ihr anschließend damit geholfen ihr Gewand anzuziehen. Es bedeutete Valentina so viel, dass all die Feierlichkeiten hier in der großen Villa stattfinden konnten. Nur kurz dachte sie mit Wehmut daran als sie an ihr eigenes Zuhause dachte. Dort hätte man aber nicht annähernd so viele Leute unterbringen können und der Rahmen wäre dem Stand ihres Zukünftigen nicht gerecht geworden. Deswegen war das hier genau der richtige Ort. Und sie würde nun bald hier dazu gehören.


    Die Hand von Serapio festhaltend, kam es ihr vor wie in einem Traum. Sie hatten bereits eine Verlobungsfeier gehabt, hatten all die Glückwünsche entgegen genommen, doch dann war er einfach verschwunden. Musste gehen und hatte sie zurück gelassen. Dann kam Casca und Valentina wusste erneut einen Mann an ihrer Seite. Doch die Götter hatten auch Casca nicht für sie bestimmt, denn ihr Weg hatte sie wieder zurück zu Serpaio geführt. Manchmal hatten die Götter schon einen komischen Sinn für Humor. Doch Valentina wagte es nicht weiter darüber nachzudenken, immer wieder sah sie Serapio von der Seite an und lächelte glücklich. Es bedeutete ihr viel, dass er sie zurück genommen hatte. Schließlich hatte sie nichts im Vergleich zu der Frau die er eigentlich heiraten hätte sollen. Glück und Leid so eng zusammen. Viel Zeit weiterhin ihren zukünftigen Mann anzuschmachten blieb Valentina nicht, denn schon trafen die ersten Gäste ein.

    Also wenn hier jetzt auf Latein umgestiegen wird bin ich leider raus. :hmm:

    Wenn ihr es standesgemäß umändern möchtet mit Sprache und Schrift, muss ich Valentina packen und sie in den germanischen Teil des Forums entführen. Und da dann aber auch nur zum Stamm der Bajuwaren. :wink:

    Und die Tannenzweige am oberen Rand gefallen mir sehr gut.

    Es kam nicht sehr oft vor, ehrlich gesagt konnte wohl kaum jemand sagen wann es das letzte Mal überhaupt vorgekommen war, doch Valentina schrie tatsächlich so laut sie konnte und feuerte Serapio dort unten an. Ihre Wangen waren gerötet und durch den leichten Regen und ihre Aufregung hatten sich einige Haarsträhnen aus dem Haarband gelöst und hingen nun mit den goldenen Bändern, die sie ebenfalls eingeflochten hatte um ihr Gesicht. Sie war so angespannt und hatte solche Angst um ihren Zukünftigen dort unten, dass sie den Blick gar nicht bemerkte der kurzzeitig auf ihr ruhte. Erst als ihre ägyptisches Sklavin neben ihr fast einen Hustenanfall bekam, weil sie sich so laut räuspern musste, löste Valentina ihre Aufmerksamkeit von dem Rennen. Sie blickt in die Richtung, in die ihre Sklavin deutete und konnte gerade noch ihren Verwandten erkennen, bevor sich die Menge um ihn herum drängte. Clemens war noch nicht lange Gast in ihrer Casa und sie hatten sich erst kennen lernen müssen, war ihr Verwandtschaft doch ziemlich weitläufig. Valentina aber mochte den Mann mittlerweile gut leiden. Und einen männlichen Verwandten in der Casa wohnen zu haben war ein beruhigendes Gefühl für sie.

    Sie gab Renenet ein Zeichen und die eher zierlich anmutende Ägypterin bahnte mit erstaunlicher Gewandtheit einen Weg für ihre Herrin durch die anderen Zuschauer.

    Unglücklicherweise kam Valentina genau in dem Moment bei Clemens an, als dieser eine Wette auf einen anderen Fahrer aussprach. Obwohl ihre Wangen nun nicht mehr vom Rufen gerötet waren sondern vom aufkommenden Zorn, war sie zu gut erzogen ihm nicht in aller Öffentlichkeit ins Wort zu fallen. So platzierte sie sich nur neben ihn, wobei ihr Blick sicherlich schneidender war als so manches Schwert. "Ein spannendes Rennen, nicht wahr?" Rief sie ihm dann über die tosende Menge hinweg zu.

    Natürlich spürte Valentina, dass der Kuss zuerst nur zurückhaltend erwidert wurde. Es war eine Umstellung von den liebevollen und fast sogar stürmischen Küssen mit denen Casca sie bis zuletzt beschenkt hatte auf diese Küsse, die sie damals schon hin und wieder von Serapio erbat. Doch er war nun hier. Casca, der ihr die Welt zu Füßen legen wollte, hatte Rom schon verlassen. All die innigen Küsse hatten ihn nicht an ihrer Seite halten können. So würde sie sich mit dem zufrieden geben, was Serapio bereit war ihr zu geben. Er gab sich Mühe, auch das entging Valentina nicht. Und sie beendete den Kuss bevor er zu lange werden würde. Statt dessen lehnte sie sich wieder an ihn und genoss einfach seine Nähe. Aufgewühlt von all den Gefühlen, die über sie herein gebrochen waren.
    Auf seinen Vorschlag hin, richtete sie sich wieder auf und sah ihn ungläubig an. Hatte er nicht vorhin gesagt er wäre müde vom Tag? Und dann wollte er so viel mit ihr unternehmen? Nur um sie abzulenken? Valentina war versucht zu seinen Gunsten abzulehnen. Er hatte allerdings vorgeschlagen ihr einen Ring zu kaufen. Nach all den Rückschlägen, die sie hatte erdulden müssen ein Vorschlag, den sie sich nicht traute abzulehnen.

    Und ein bisschen Zeitvertreib würde ihr sicherlich gut tun. Dazu noch die Aussicht auf leckere Pistazienkringel war einfach zu verlockend. Sie mussten ja hinterher nicht auch noch ins Theater gehen, das würde sie dann entscheiden, wenn sie sah wie wach Serapio noch war. Deswegen nickte sie. "In Ordnung, gib mir kurz Zeit mich wieder frisch zu machen, dann bin ich bei dir." Im Aufstehen strich sie dem Kater über den Kopf und bat ihre Sklavin sich um das Tier zu kümmern. Dann verschwand sie durch den Rosengarten um sich wieder herzeigbar zu machen, wenn sie gleich mit ihrem zukünftigen Mann auf die Straße ging.

    Als die Wagen wieder zum Stehen gekommen waren, richtete Valentina sich noch etwas mehr auf um Serapio dort unten ausfindig zu machen. Sie sah ihn auf seinem Wagen stehen und war beeindruckt.

    Dann wurde es plötzlich ungewöhnlich still, was bedeutete, dass es gleich losgehen würde. Valentina richtete sich nun etwas mehr auf, sodass sie nun fast stand und versuchte einen Blick auf das kleine Mädchen zu erhaschen, welches gleich das Rennen beginnen lassen würde. Und als das Tuch dann fiel und die Wagen lospreschten, hielt es die junge Quintilia nicht mehr auf ihrem Platz. Sie sprang auf und feuerte mit lauten Rufen ihren Favoriten an.

    Etwas verwundert wegen der sehr überzeugten Antwort suchte Valentina im Blick Ihres Gegenübers irgend ein Zeichen davon, dass er doch zögerte. Sagte er das jetzt nur so euphorisch weil sie so elend verweint aussah? Wollte er sie damit trösten, aber wenn ihm dann klar wurde was er gesagt hatte würde es ihm leid tun? Doch seine weiteren Worte schmeichelten Valentina ungemein. Was ihm wohl für Gedanken durch den Kopf gingen, während er sie so ansah?

    Da aber begann auch sie darüber nachzudenken was seine Worte für sie bedeuteten. Es war nicht anders als beim ersten Mal als sie sich diese Frage stellte. War sie dafür bereit einen Mann zu heiraten, der sie nie so lieben würde wie es Casca getan hatte? Damals kannte sie Casca nur flüchtig und hatte bereits die Versprechen einiger Männer zu Füßen gelegt bekommen. Und schon damals wusste Valentina, dass sie bereit war Serapio zu teilen. Und vor allem sein Geheimnis für sich zu bewahren und nach außen hin die Frau zu sein, die sie an seiner Seite zu sein hatte. Sie war damals bereit gewesen und dieses Mal war sie es auch. Wenngleich ihr der Schritt ein klein bisschen schwerer fiel. Schließlich hatte sie wieder einmal vom süßen Trank der Liebe kosten dürfen. Doch die Götter hatten es wohl bestimmt, dass sie nicht mehr bekommen würde. Und so nickte sie schließlich.


    "Schon damals als du mich das erste Mal gefragt hast, war mir der Umstand unserer Ehe bewusst. Und ich war bereit dafür. Vielleicht wirst du mich nie so lieben können wie es ein anderer Mann vielleicht vermocht hätte. Aber ich verdanke dir nicht nur mein Leben." Sie hob wieder ihre Hand und legte sie Serapio an die Wange. "Du warst damals schon bereit eine mittellose Frau zu heiraten und bist es nun wieder obwohl du eine so viel bessere Aussicht auf eine Ehe hättest." Sie rückte näher zu ihm heran. "Wie könnte ich dir da nicht dankbar sein? Und vielleicht genügt meine Liebe für dich ja für uns beide." Und mit diesen Worten streckte sie sich etwas um Serapio einen Kuss geben zu können.

    Es fühlte sich gut an, wie sie nun so an ihn gelehnt dasaß. Das Gefühl alleine zu sein verblasste etwas als er seinen Arm um sie legte. Seufzend genoss Valentina den Moment. Es hätte wirklich ein gutes Ende nehmen können. Doch es sollte nicht sein. Sie hatte ausgesprochen was sie dachte und eigentlich damit gerechnet, dass Serapio sie auf die Stirn küsste und ihr zustimmte. Als sie nun jedoch hörte was er ihr zu sagen hatte, löste sie sich von ihm, richtete sich auf und sah ihn ungläubig an nachdem er geendet hatte. Hörte er was er da sprach? Die Erwähnung von Dives ließ Valentina immer noch einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Auch wenn sie sich am Tempel hatten aussprechen können, Freunde würden sie niemals werden. Das jedoch war im Moment nicht das vorrangige Problem. "Bist du dir sicher?" Hörte Valentina sich dann selber sagen. "Du würdest eine so einflussreiche Gens wie die der Iulier vor den Kopf stoßen? Für mich?" Fast hätte Valentina wieder zu weinen angefangen, dieses Mal jedoch vor Rührung. "Meinst du nicht, dass dir eine Verbindung mit dieser Gens große Vorteile bringen würde? Im Gegensatz zu einer Gens Quintilia, die im Grunde nur noch aus mir besteht? Ich bin so gut wie mittellos."

    Sie legte ihm eine Hand an die Wange und lächelte. "Wenn du mir etwas Zeit lässt um über meine Gefühle Casca betreffend hinweg zu kommen, würde ich sehr gerne deine Frau werden." Dann wurde sie aber wieder ernst und sah ihm tief in die Augen. "Doch ich frage dich noch einmal. Bist du dir wirklich sicher?"

    Dankbar hörte Valentina zu als Serapio von den Ereignissen der Nacht erzählte. Natürlich war es nicht schön zu hören mit was er sich herum schlagen musste, doch es war wenigstens ein Stück Normalität.
    Dann jedoch berichtete er ihr von seiner Verlobten und Valentina spürte wieder diesen Stich im Herzen. Es war falsch, sie hatte Casca geliebt, sie meinte es ehrlich mit ihm. Und doch hatte sie nicht aufgehört Serapio zu lieben. Dann aber stockte Serapio und Valentina hob den Kopf. Was hatte er nur? Es war Cascas Stärke gewesen sie mit Reimen und Erzählungen zu faszinieren. Doch auch Serapio wusste stets mit Worten umzugehen. Ihn jetzt so neben sich sitzen zu haben, machte Valentina fast ein klein wenig Angst. Egal was er zu berichten hatte, es musste etwas ganz wichtiges sein. Und dann sprach er aus was ihm so sehr auf dem Herzen lag.


    Nachdem Serapio geendet hatte, schwieg Valentina einen Moment, dann rückte sie näher an ihn heran lehnte sich an ihn und legte ihren Kopf an seine starke Brust. Sie hörte sein Herz schlagen und schloss die Augen. "Das ist ein wunderschöner Traum, Serapio." Sie strich über seinen Arm. "Du warst mir immer sehr wichtig auch als du nicht da warst. Ich habe Casca ehrlich geliebt, ich dachte er würde mich glücklich machen. Und doch habe ich nie aufgehört an dich zu denken und dich zu lieben. Auch war mein Angebot ehrlich als ich sagte ich helfe dir mit der Werberei. Wenngleich mir das nicht leicht fallen wird. Dich in die Hände einer anderen Frau zu geben wäre mir vor wenigen Tagen schon nicht leicht gefallen, jetzt..." Sie atmete tief durch. Sie wollte ihm nicht in den Ohren liegen, dass sie ja nun alleine war. "Deine Worte klingen so wunderschön und gerne wäre ich die Frau an deiner Seite. Das wollte ich damals schon und jetzt... nun ich wäre dafür bereit. Egal was du für eine Stellung hast. Du weißt ich habe keine großen Ansprüche." Jetzt musste sie innehalten und nochmal tief durchatmen. "Aber du hast gerade den Namen der Frau erwähnt, die in Zukunft an deiner Seite sein wird." Ihre Finger krallten sich in den Stoff seiner Kleidung und sie vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. "Was wäre ich für eine Invidia wenn ich mich nun zwischen euch drängen würde?"