Beiträge von Aulus Furius Saturninus

    Es dauerte lange, bis ich das Bewusstsein wieder erlangte. Mit dem Erwachen kehrte der Schmerz mit brüllender Wucht zurück, und der herbeigerufene Medicus flößte mir tagelang papaver ein, Opium mit Honig versetzt, um mich in Morpheus Armen zu halten und die Pein zu lindern. Ich schlief und schlief, aber irgendwann wurde ich gezwungen, zu erwachen.

    Ich murmelte etwas, ja, ich wusste, wer ich war und wo ich mich befand, doch als ich mein Gesicht betastete, meinte ich zu bemerken, dass es völlig aus dem Leim gegangen war, und als ich mich bewegen wollte, dass meine Beine fest mit Leintüchern umwickelt waren. Ich drehte mich zur Wand und starrte auf das Mosaik, während ich vom Lararium her die Bitten der Familia hörte. Dankbarkeit war da, dass ich überhaupt noch lebte.
    Nur ich fühlte keine Dankbarkeit. Ich fühlte nur den brennenden Zorn über die Kränkung, die mir das Schicksal zugefügt hatte.

    Und Scham über das, was ich nun war. Aischylos, der Ianitor, bekam sofort Anweisungen: Niemand durfte zu mir, keiner sollte
    mich in diesem Zustand zu Gesicht bekommen.

    Als meine Stimme als heiseres Krächzen zurück kam, diktierte ich mühesam und mit vielen Pausen dem Diocles, der sich übrigens die ganze Zeit kaum von meinem Bett entfernt hatte, drei Briefe: Den ersten an Procurator ab Epistulis Lentulus, den zweiten an meinen Patron Florus Minor, und den dritten , der mir so schwer fiel wie nichts im Leben zuvor, an

    mein Mädchen mit den lachenden Augen, an meine geliebte Annaea Crispina:


    Procurator

    ab Epistulis Cornelius Lentulus

    Officium

    XXI

    Kaiserliche

    Kanzlei

    Palatin



    Aulus Saturninus Procuratore ab Epistulis Cornelio Lentulo spd.

    Ich bitte dich und den Caesar Augustus, mich aus gesundheitlichen Gründen

    von allen Pflichten und Obliegenheiten in der Kanzlei zu entbinden

    und verbleibe mit dem Wunsch, dass du glücklicher sein mögest als

    ich es bin.

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    Ad

    Senatorem

    Annaeus

    Florus Minor

    Domus

    Annaea

    Roma



    Salve mein Patron,

    das grausame Geschick wollte es, dass ich aus der vita activa gerissen wurde und dies gerade in der Zeit, die hätte die glücklichste in meinem Leben sein sollen. Mein Gesundheitszustand erlaubt es nicht

    länger, die Pflichten eines Klienten zu erfüllen. Ich bitte dich, mich von allem zu entbinden und hoffe, die Götter werden mich einst wieder so herstellen, dass ich weiter meinen Weg gehen kann, nichts anderes habe ich mir gewünscht, o edlelster unter den Römern.

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    Annaea

    Crispina

    Domus

    Annaea



    Crispina dulcis mea, mein Herz, dieser Brief fällt mir schwer zu diktieren, aber es ist vor den Göttern und den Ahnen meine Pflicht.

    Grausames Geschick warf mich aufs Krankenbett, und ich werde nicht der Gatte sein können, den du

    verdienst. Gerade meine Liebe zu dir ist es, die mir folgende Worte eingibt:

    Crispiniuela, ich gebe dein Herz und deine Hand wieder frei.

    Mögest du neues Glück und Liebe an der Seite eines verdienten Bürgers finden.


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    Diocles wich wie gesagt Tag und Nacht nicht von meiner Seite. Der gute Diocles; wie seltsam es war, dass ich seine Liebe und Treue für selbstverständlich genommen, weil er mir ja gehörte. Nun im Unglück erkannte ich , was ich an ihm schon die ganze Zeit gehabt hatte. Bedurfte es dessen erst ein Unglück? Weshalb war das Menschengeschlecht so gestrickt? Ich hatte Zeit nachzudenken, viel Zeit.


    Es würde eine halbe Ewigkeit dauern, bis ich die Fähigkeit zu gehen zurückbekommen würde. Vielleicht würde ich mich auch nur noch an zwei Krücken hinkend fortbewegen, und vermutlich würde ich einäugig bleiben, ein cocles.

    Der junge Furius, der beim Octoberpferd (bald jährte es sich) die Biga gelenkt und die Blumen der Mädchen empfangen, dessen Herz schneller geschlagen hatte, als er die Crispina umwarb, der mit Stolz dem Annaeus Florus als sein Klient gefolgt war und für ihn nächtlich Wände bemalte; der Redner mit der Schweinsblase und Primicerius ab Epistulis in der Kaiserlichen Kanzlei, ein treuer Freund seinen Freunden, leichtlebig und voller Hoffnung auf eine glänzende Zukunft, der war zunächst einmal nicht mehr.

    Sic transit gloria mundi

    Tief in den dreckigen Eingeweiden der Subura, am Ende einer zugemüllten Gasse, lag diese schäbige Kaschemme. Das windschiefe Haus war umgeben von halbverfallenen Insulae, und direkt daneben plätscherten die unappetitlichen Fluten eines Abwasserkanals. Ständig lag ein fauliger Geruch in der Luft.
    Über dem verzogenen Holz der Eingangstüre schaukelte quietschend ein rostzerfressenes Metallschild. Darauf war mit groben Strichen das Bild einer haarigen schwarzen Spinne gepinselt.
    Wer an Dulcius, dem pockennarbigen Messerstecher an der Türe vorbei kam, gelangte in einen langen und düsteren Gang, strich dann einen muffigen Vorhang zur Seite und befand sich im Schankraum. Da war es finster und verwinkelt. Nur einige flackernde Öllampen hingen an Ketten von der Decke. Ihr Qualm hatte die Wände schon längst schwarz gefärbt. Der Boden war mit matschigem Stroh bestreut. Darin standen kreuz und quer die klobigen Holztische und Bänke, die sich immer leicht klebrig anfühlten.


    Allabendlich versammelte sich dort ein lichtscheues Publikum von Trunkenbolden, Bettlern und Vagabunden, Zuhältern und Dirnen, Lumpensammlern und Rattenfängern. Hin und wieder gesellten sich abenteuerlustige Sprößlinge aus gutem Hause dazu, die mal richtig was erleben wollten.
    Hier gab es keine Teller, nur Mulden in der Tischplatte, in die die Suppe mit einer großen Kelle hineingegossen wurde, und die Löffel waren mit Ketten am Tisch befestigt. Aber das Bier war erstaunlich gut und dabei billig, und abends ging es immer hoch her. Da wurde gesoffen, gegrölt, getanzt, gelacht und Geschäfte gemacht.



    Ich wusste nicht, was mich geritten hatte. Vielleicht gehörte ich auch zu diesen Sprösslingen aus gutem Haus, die etwas erleben wollten, vielleicht planten die Götter mein Verderben, vielleicht war es einer dieser Tage, an denen ein Mensch sein eigenes Leben zerstört, aus keinem bestimmten Grund, mehr so wie ein übellauniges Kind seine Puppen zerschlug. Ich war alleine unterwegs, nicht einmal Diocles hatte ich mitgenommen.

    Noch im Tageslicht hatte ich ein paar Griechen aus Parthenope kennen gelernt und mich mit ihnen quasi verbrüdert, da sie aus der Heimat meiner Jugend stammten, war mit ihnen mitgezogen und schließlich in dieser Kaschemme gelandet.

    Die Umgebung war schmutzig, die Huren von ausgesuchter Hässlichkeit, aber die Cervisia war von astringierender Qualität, und ich leerte recht schnell einige Becher.

    Es war ein Moment des Atemholens, bevor morgen schon meine Taten zum Ruhm der Patria beitragen würden. Alles lag vor mir im hellsten Schein: Ich würde heiraten, ich würde Söhne und Töchter haben, ich würde dem nächsten Schritt in meiner Karriere, dem Eques Romanus näher kommen, zumindest war mir das angedeutet worden: „Auf die lieblichste Frau unter Romas Sonne: Meine Annaea Crispina.“, sprach ich: „Auf den Caesar Augustus,auf unser großartiges Imperium und auf die Götter. Auf meine Karriere. Die nächste Runde geht auf mich.“

    Einige Runden gingen an mich. Das Bier kratzte mich auf. Ich hoffte, dass es rein war, im Osten versetzte man es zuweilen mit Bilsenkraut.

    Irgendwann einmal begann das bleierne Zwielicht, das den Morgen ankündigte, die mittlerweile weit weniger munteren Griechen wollten zu ihrem Gastfreund aufbrechen, ein Stück noch begleiteten sie mich und schworen mir lallend Freundschaft bis in den Tod und in Richtung des Esquilinus trennten sich unsere Wege.

    Ich winkte ihnen zu: „Valete! Chairete!“, und dann wankte ich alleine nach Hause.

    Und nach ein paar Meter hörte ich fremde Stimmen im Dunkeln, und fremde Hände gierten nach meinem Beutel, ich drehte mich um und erblickte ein paar widerliche Visagen. Sie waren zu dritt, nun eigentlich zu viert, doch das bekam ich zu spät mit. Als sie mich angriffen, kämpfte ich, da ich die Hoffnung hatte, einen außer Gefecht zu setzen und mir einen Fluchtweg zu schaffen. Ja, ich schlug zu, erwischte den ersten am Solarplexus, und er krümmte sich, einem zweiten schlug ich so ins Gesicht, dass er sich die Hände vors Gesicht hielt und wimmerte, als mich der Dritte dann packten, versetzte ich ihm einen Kopfstoß, dass der Kiefer wohl brach, doch dann bekam ich von einem weiteren Komplizen von hinten mit einem Knüppel einen Schlag gegen die Beine, dann weitere Schläge, und während ich spürte,dass Knochen zersplitterten und es erst weh tat und dann seltsamerweise nicht mehr und dann zuckte vor meinen Augen ein greller Blitz auf, bevor ich in Dunkelheit versank, und dann wusste ich nichts mehr.

    Ich wusste nicht, wer mich angegriffen hatte. Vermutlich „Gäste“,die beobachtet hatten, wie der junge Furius, also ich, allzu freigiebig mit seinem Geld war, Räuber, die gerne Betrunkenen auflauerten.

    Ich war übel zugerichtet, doch ich atmete noch. In diesem Zustand fand mich eine der Huren der Spelunke, mein Geld war zwar fort, aber man wusste, wer ich war, schließlich hatte ich meinen Namen in jener Nacht einige Male herausgebrüllt, und die Sklaven meines Haushalts brachten mich nach Hause, in die Casa Furia.

    Ein Bote aus der kaiserlichen Kanzlei brachte folgendes Schreiben an den Pontifex pro Magistro:



    Ex administratione imperatoris


    Ad pontificem pro magistro

    Flavium Gracchum

    Regia Cultus Deorum Roma




    Imp Caes Tib Aquilius Severus Aug Pont Max Pontifice pro magistro' Flavio Graccho s.p.d.



    Du wirst dringend gebeten

    ANTE DIEM XV KAL OCT DCCCLXXI A.U.C. (17.9.2021/118 n.Chr.) zur hora tertia


    zur Audienz in das an diesem Tag bezeichnete Officium Imperatoris in der Domus Flaviana zu kommen.


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    Eine Einladung an den Pontifex pro Magistro


    Der Pontifex pro Magistro ist umgehend zu einer Audienz in die Domus Augustana zu bestellen.

    Augustus



    Ex administratione imperatoris


    Ad pontificem pro magistro

    Flavium Gracchum

    Regia Cultus Deorum Roma




    Imp Caes Tib Aquilius Severus Aug Pont Max Pontifice pro magistro' Flavio Graccho s.p.d.



    Du wirst dringend gebeten

    ANTE DIEM XV KAL OCT DCCCLXXI A.U.C. (17.9.2021/118 n.Chr.) zur hora tertia


    zur Audienz in das an diesem Tag bezeichnete Officium Imperatoris in der Domus Flaviana zu kommen.


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    Ein Bote aus der kaiserlichen Kanzlei brachte folgendes Schreiben:

    Ex administratione imperatoris


    Ad praefectum Urbi H. Claudius Menecrates

    Praefectura Urbis

    Roma



    Ich habe die Ehre, dich umgehend zu einer kaiserlichen Audienz am

    ANTE DIEM III ID SEP DCCCLXXI A.U.C. (11.9.2021/118 n.Chr.) zur vierten Stunde


    in das an jenem Tage bezeichnete Officium Imperatoris in die Domus Flaviana zu bitten.


    Causa: Rapport über die Sicherheitslage der Urbs


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    Eine weitere Einladung ging an den Praefectus Urbi, und da es umgehend sein sollte, terminierte ich ihn auf den nächsten Morgen:


    Ex administratione imperatoris


    Ad praefectum Urbi H. Claudius Menecrates

    Praefectura Urbis

    Roma



    Ich habe die Ehre, dich umgehend zu einer kaiserlichen Audienz am

    ANTE DIEM III ID SEP DCCCLXXI A.U.C. (11.9.2021/118 n.Chr.) zur vierten Stunde


    in das an jenem Tage bezeichnete Officium Imperatoris in die Casa Flaviana zu bitten.


    Causa: Rapport über die Sicherheitslage der Urbs


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    Ein Kanzleibote brachte folgende Einladung zum Atrium Vestae:




    Ad

    Virgenem Vestalis

    Valeria Maximilla

    Atrium Vestae


    Primicerius ab Epistulis A. Furius Saturninus s.d.


    Bezüglich deines Schreibens vom ANTE DIEM III NON SEP DCCCLXXI A.U.C. (3.9.2021/118 n.Chr.) habe ich die Ehre, dich hiermit am

    PRIDIE ID SEP DCCCLXXI A.U.C. (12.9.2021/118 n.Chr.) zur vierten Stunde


    zu einer kaiserlichen Audienz in das

    an jenem Tage bezeichnete Officium Imperatoris in die Casa Flaviana zu bitten.


    Dieses Schreiben gilt als Legitimation für den Eintritt.


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    Audienz für eine Vestalin


    Der Inhalt des versiegelten Schreibens war mir nicht bekannt, aber folgende Anordnung traf vom Kaiser ein:

    Die Vestalin Valeria Maximilla ist umgehend zu einer Audienz ins Officium zu bestellen.

    Augustus




    Ich ließ folgendes Schreiben verfassen:


    Ad

    Virgenem Vestalis

    Valeria Maximilla

    Atrium Vestae


    Primicerius ab Epistulis A. Furius Saturninus s.d.


    Bezüglich deines Schreibens vom ANTE DIEM III NON SEP DCCCLXXI A.U.C. (3.9.2021/118 n.Chr.) habe ich die Ehre, dich hiermit am

    PRIDIE ID SEP DCCCLXXI A.U.C. (12.9.2021/118 n.Chr.) zur vierten Stunde


    zu einer kaiserlichen Audienz in das

    an jenem Tage bezeichnete Officium Imperatoris in die Casa Flaviana zu bitten.


    Dieses Schreiben gilt als Legitimation für den Eintritt.


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    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Herius Claudius Menecrates und seiner Ehefrau Manlia Grata (NSC)



    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN


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    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Gaius Aemilius Lepidus und seiner Ehefrau Gaia Iulia (NSC)



    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN



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    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Titus Decimus Varenus


    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN


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    Ausstellung der Verleihung des Dreikinderechtes für verdiente Bürger



    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Herius Claudius Menecrates und seiner Ehefrau Manlia Grata (NSC)



    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN



    317-6dbc3ee7.png




    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Gaius Aemilius Lepidus und seiner Ehefrau Gaia Iulia (NSC)



    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN



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    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    VERLEIHE ICH


    Titus Decimus Varenus


    MIT WIRKUNG VOM

    ANTE DIEM XI KAL SEP DCCCLXXI A.U.C. (22.8.2021/118 n.Chr.)


    DAS

    IUS TRIUM LIBERORUM


    MIT ALLEN DAMIT VERBUNDENEN VORRECHTEN


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    "Na, nicht nur um die Hand sondern die ganze Person, Senator Florus Minor.", sagte ich etwas zerstreut, merkte im gleichen Moment, dass das redundant gewesen war und spürte, wie sich meine Ohren röteten. Ich hoffte, der Annaeus hatte meine Flapsigkeit überhört.

    Was er dachte, vermutete ich natürlich: Das Mündel eines aufstrebenden Senators konnte eine wesentlich bessere Partie erwarten als einen Primicerius. Der Standesunterschied war immens.

    Ich schaute ihn an und wartete nun höflich ab. Meine Flapsigkeit war meiner Nervosität geschuldet. Aber die Wahl einer Gattin war keine Kleinigkeit. Ich dachte an Crispinas Augen.

    Florus Minor war noch in seinem Officium. Ich trat ein:

    "Noch einmal Salve , mein Patron", grüßte ich und blieb stehen:

    "Hast du etwas Zeit für mich? Erinnerst du dich noch daran, dass du mir gerade sagtest, dass die Hand deiner Verwandten noch frei wäre, und ich daraufhin, dass ich mich bemühen würde, das mit dem Herzen auch herauszufinden. Nun, ich habe mit der Annaea gesprochen, und sie könnte sich durchaus vorstellen, meine Gattin zu werden."

    Ich machte eine Pause: "Und ich möchte bei dir, ihrem Tutor, in aller Form um Crispinas Hand anhalten."