Am Stadttor - Wer nach Rom will soll sich Zeit für die ordentliche Durchsuchung und Befragung nehmen!

  • Auf das freundliche Lächeln hin vergaß Ferox, dass er eigentlich fortan etwas strenger wirken wollte. Er verzichtete darauf, in den Habseligkeiten und der Wäsche des Mannes herumzuwühlen. Das war einfach nur ein Reisender mit zu wenig Geld, um sich einen Sklaven zu leisten, der ihm die Taschen trug. Er besaß ja nicht mal einen Esel, auf dem er hätte reiten können ... Ferox´ Gesichtsausdruck wurde von Bedauern erfüllt.


    "Als ich nach Rom kam, war ich fast so mittellos wie du", plauderte er leutselig. "Aber ich hatte wenigstens ein altes Maultier, meine treue Vespa. Rom kann die Geschicke der Menschen ändern!" Dass er immer noch nahezu mittellos war, verschwieg er, um den Annaeus nicht zu demotivieren. Diese Stadt konnte die Treppe hinauf in höchste Kreise sein, aber auch hinab in den Abgrund führen. Damit, dass er sich an Ort und Stelle hielt, machte Ferox vermutlich wenigstens nicht alles verkehrt. Er winkte den Annaeus weiter.


    "Wünsche viel Erfolg. Gute Weiterreise und angenehmen Aufenthalt!"

  • Ich muss einen erbärmlichen Anblick bieten, zumindest kann ich das dem Gesichtsausdruck der Wache entnehmen. Aber ich will mir nichts anmerken lassen. "Wenn ich es hier zu etwas bringen will, brauche ich alles, was ich habe. Ein Maultier wäre beinahe Verschwendung gewesen für das bisschen, das ich habe. Und viel bequemer wäre ich auch nicht gereist", sage ich daher fröhlich und versuche Zuversicht auszustrahlen. "Danke für den wunderbaren Empfang, wenn ich es zu etwas bringe, seid ihr der erste, dem ich es danken werde! Auf bald!"


    Ich mache mich auf den Weg in die Richtung, die mir der Mann eben noch gezeigt hatte. Ich hätte nach seinem Namen fragen sollen, merke ich einige Meter später, aber das kann ich sicher noch nachholen. Oder ich treffe ihn irgendwann wieder, so viele Menschen wird es hier schon nicht geben...

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    KLIENT - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

    TIRO FORI - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

    SODALIS - FACTIO ALBATA



  • Tarpa war überrumpelt. So eine Situation hatte er noch nie erlebt.


    "A-hä?", machte er unschlüssig. Hilfesuchend blickte er zu Ramnus, doch der war mit seinem schmerzenden Zeh beschäftigt, die er sich gerade von Scato mit einem Kräuterverband versorgen ließ.


    "Na du hast doch die wichtigen Namen gehört", maulte Scato ohne aufzusehen, während er den störrischen Zeh versorgte. Rot und dick wie eine Erdbeere, die gleich platzte. Das gefiel ihm nicht. "Gens Aemilia, das sind Patrizier, und ein Subpraefectus kommt noch dazu. Willst du sie vielleicht noch durchsuchen?!"


    Tarpa blickte zu dem Mann auf dem strahlend weißen Pferd hinauf. Der Kerl wirkte wie jemand, dem die Mami noch mit Spucke auf dem Taschentuch den Helm saubergeputzt hatte. Hinter der Truppe stauten sich die Ochsenkarren, die um diese Zeit eigentlich in die Stadt wollten. Was sollte es. Tarpa winkte die Truppe durch. "Schönen Aufenthalt in Roma."


    Scato wickelte den Verband noch einmal neu, weil er nicht hielt. "Und, Tarps? War das jetzt so schwer?"


    "Ich war nicht sicher, ob die in ihrem Aufzug nach Roma rein durften, wegen dem Pomerium und so."


    "Und? Wir tragen schließlich auch Waffen. Du hast doch gehört, dass das die Eskorte von wem Wichtigen war. Da wird sich schon keiner aufregen."


    Tarpa zuckte hilflos mit den Schultern.

  • Tot oder lebendig


    Nicht nur auf dem Forum wurde der Steckbrief ausgehängt, er wurde auch an allen Stadttoren an die Kollegen von den Stadtkohorten verteilt.





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    Die Cohortes Praetoriae geben bekannt:


    Gesucht wird


    SCIURUS


    Meuchelmörder, Tempelschänder, Fugitivus, Christianerkultist.


    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Der Gesuchte ist hochgewachsen,

    von sehniger Statur,

    hat kurzes hellblondes Haar,

    auffallend helle Augen, die an Fischaugen erinnern,

    und einen stechenden Blick.
    Er ist bewaffnet mit Dolch und Würgeschlinge und mordet skrupellos.



    Für seine Ergreifung ist eine Belohnung ausgesetzt:


    tot 500 Sesterzen

    (der Leichnam muss noch zu identifizieren sein)


    lebend 1000 Sesterzen
    bei Ablieferung in der Castra Praetoria.


    gez.
    F. Decimus Serapio
    Gardetribun


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    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla

  • Crispina war elend zu Mute. Bereits seit gefühlt Tagen wurde sie in dem kleinen überdachten Wagen durchgeschüttelt auf dem Weg von Misenum nach Rom. Am liebsten wäre sie selbst geritten, aber dies war nicht möglich. Sie konnte die Aussicht nur wenig genießen, da das Schaukeln des Wagens ihre Dienerin seekrank machte. Seekrank auf dem Land! Was für eine Ironie...


    Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte der Karren das Stadttor und ihre Dienerin Mella sprach kurz mit der Stadtwache. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Fahrer des Wagens ging das Geschaukel nahtlos weiter. Nur langsam setzten sie den Weg ins Domus Annaea fort. Sie konnte es gar nicht erwarten wieder ein festes Dach über dem Kopf, ein Bad und ein Bett zu haben Reisen war wirklich nichts für Crispina.

  • Der Ritt durch das morgendliche Roma verlief ohne weitere Ereignisse. Mit den Praetorianern an der Spitze sprang alles zur Seite was genug Beine hatte.

    Bassus hing seinen Gedanken nach. Die Sache mit seinem Cousain, die hübsche Phoebe, die Vollidioten seiner neuen Einheit. So wie die sich anstellten war es ein Wunder daß sie überhaupt hierher gefunden hatten. Sein Blick fiel auf den Decurio neben ihm. Herausgeputzt wie ein Pfau, ein Schönling vor dem Herrn. Als Decurio taugte er allerdings wenig...und dann verlor er auch noch einen Mann. Bassus grummelte in seinem Zorn und starrte düster nach vorn. Das Stadttor , die Porta Appia brachte sie heraus. Beim Passieren der Porta überkam Bassus ein seltsames Gefühl, geradeso als wäre es das letzte Mal, daß er Roma verließ.

    Die Praetorianer erhöhten die Geschwindigkeit stellte Bassus fest. Er war der einzige Neureiter in dieser Abteilung, der Weg vor ihnen war lang und er hatte jetzt schon Probleme.

    Das konnte ja heiter werden. Danke Vater, dachte er bei sich. Warum bei Poseidons Bart durfte er nicht zur Classis? Warum musste es die Ala sein? Germania hatte doch auch eine Classis!

    Seine Laune wurde immer besser. Er gab seinem Pferd die Fersen und verringerte den Abstand zu den Praetorianern wieder auf den alte Distanz.

  • Es gab auch bei der dritten Zenturie der zwölften Kohorte schwarze Schafe.


    In dem Fall war es allerdings eine Frage des Blickwinkels, ob es sich beim korrekten Quietus um eines handelte. Er selbst sah das freilich anders, als er seine eigene Einheit bei den Offizieren verpfiff, weil neuerdings Zivilisten und Militär beim Tor nach Belieben ein und aus gingen und niemand Anstalten machte, sie zu stoppen und schon aus Prinzip einer ausführlichen Kontrolle zu unterziehen. Zu Quietus' Verblüffung war ihm jedoch mitgeteilt worden, dass in den heutigen Zeiten keine Kontrollen mehr notwendig seien, wenn die Passanten das nicht wünschten. Für den korrekten Quietus war das ein Skandal. Das blanke Entsetzen im Gesicht eilte er zurück in seine Stube.


    Sein Contubernium hatte sich für seine Rückkehr eine schöne Strafe überlegt, denn niemand mochte Petzen. Sie hatte mit einem stinkenden Holzbottich zu tun, in dem die neuen Diensttuniken nach dem Kauf rot gefärbt wurden. Als Quietus jedoch aufgeregt fuchtelnd verkündete, dass sie nicht nur keine Strafe für ihre Passivität erhielten, sondern ihnen sogar untersagt wurde, Passanten gegen deren ausdrücklichen Wunsch zu kontrollieren oder auch nur anzusprechen, war die Strafe für Quietus vergessen und ein lautstarkes Stimmengewirr brandete auf.


    Man hätte annehmen können, dass eine vergnügte Feierlichkeit ob der gewonnenen Freizeit abgehalten werden wurde, stattdessen verfiel die Truppe in lautstarkes Lamentieren mit den Hauptinhalten: Was waren das für Zeiten? Was war mit der Bandenkriminalität, war irgendwer von denen da oben von einer Bande bestochen worden, um den Milites die Hände zu binden? Vermutlich gab es einen Maulwurf, der die Cohortes Urbanae gezielt unterwanderte und von innen heraus schwächte! Früher wären solche Zustände undenkbar gewesen, generell war früher alles besser.


    Aus Denunziant Quietus wurde ein Held, der unerhörte Missstände aufgedeckt hatte; man brachte ihn zum Tisch und gab ihm Wein, damit er noch einmal ganz genau erzählte, wie das Gespräch verlaufen war. Wenn wirklich etwas passierte, waren sie es, deren Köpfe rollen würden für eine Vernachlässigung ihrer Pflichten, die ihnen per Anweisung aufgezwungen worden war. Der Arbeitsmoral der Truppe verpasste diese neue Anweisung zum Schutz des seelischen Wohls der Passanten, wie die Milites sie fortan nannten, einen empfindlichen Dämpfer und ihrem Stolz ebenfalls. Niemand machte sich gern vor Zivilisten zum Affen.


    So kam es, dass die dritte Zenturie beim Wachdienst am Stadttor die Passanten nicht einmal mehr anschaute, selbst als Hufgetrappel erklang. Das Unheil nahm auch ohne ihre überflüssige Anwesenheit seinen Lauf. Die Männer lungerten auf der Mauer, unterhielten sich miteinander, spielten auf dem Boden des Wehrgangs Astragaloi oder saßen in den Wachstuben der Türme um die Tische, wo sie in düsteren Prophezeiungen für die Zukunft Roms schwelgten.


    Unten am Tor stand überhaupt niemand mehr.

  • Lucius Annaeus Florus Minor

    Hat den Titel des Themas von „Am Stadttor“ zu „Am Stadttor - Wer nach Rom will ist gebeten, sich Zeit für die ordentliche Durchsuchung und Befragung zu nehmen!“ geändert.
  • Bala hing seinen Gedanken nach als sie das Tor passierten. Er war es gewohnt daß man bei seinem Anblick in Schockstarre verfiel, ebenso dürfte es den meisten beim Anblick herankommender berittener Praetorianer ergehen.

    Er zügelte sein Pferd und winkte Furius zu sich.

    Warum ist an der Porta keine Wache? fragte er mehr zu sich selbst. Decurio?! Nimm dir drei Mann und trete diesen Nichtsnutzen einmal ordentlich in den Hintern. Auch wenn er Roma verließ und wahrscheinlich nie wiedersehen würde ging es ihm gegen den Strich, daß hier derartige Sitten Einzug hielten. Grimmig nickte er Furius zu.

    Und sah ihm ernst nach als er mit drei Equites zurückritt und vor der Porta vom Pferd glitt.

  • Furius trat in den Wachbereich der Porta und sah was kein Offizier sehen durfte. Ein kurzer Blick nach hinten zu seinen Männern bestätigte sein Entsetzen. Na schön,...Tor schließen!

    Und während die drei ihre liebe Not hatten die Porta zu schließen ließ Furius seine Anwesenheit auf die verlotterte Truppe wirken.

    Doch er hatte keine Zeit, der Caesar wartete. Deshalb griff er sich einen der Spieler vom Boden rammte ihn gegen die Wallanlage und zischte Wer ...ist ..hier...der...Wachhabende Offizier? Seine Stimmlage und sein Blick ließen keinerlei Zweifel zu,...das Leben des Wachpostens hing an einem seidenen Faden.

  • Die Männer sprangen auf, als Scato gegen die Wand gedonnert wurde. Da er keinen Helm trug, hatte es ordentlich geknallt. Durch sein Hirn ratterte eine Reihe möglicher Verletzungen, die durch eine solche Behandlung entstehen konnte, von der leichten Gehirnerschütterung bis zur offenen Schädelfraktur. Da er allerdings noch klar denken konnte, hielt der Schaden sich wohl in Grenzen.


    "Kein Offizier anwesend", ächzte er.

  • Lucius Annaeus Florus Minor

    Hat den Titel des Themas von „Am Stadttor - Wer nach Rom will ist gebeten, sich Zeit für die ordentliche Durchsuchung und Befragung zu nehmen!“ zu „Am Stadttor - Wer nach Rom will soll sich Zeit für die ordentliche Durchsuchung und Befragung nehmen!“ geändert.
  • Furius starrte den Burschen durchdringend an, dann ließ er ihn los und entlang der Mauer zu Boden sacken. Es wurde wirklich höchste Zeit für eine Zäsur. Mit grollender Stimme ließ er die anwesenden wissen;

    Dort hinten wartet der Caesar...er fragt sich warum wir nicht kontrolliert worden sind, warum wir am hellichten Tag durch Roma reiten können, warum eine Abteilung der Ala mit Pferden und Waffen herein und wieder hinaus reiten konnte ohne von der CU daran gehindert worden zu sein?!

    Zornig trat er an den immer noch benommenen Mauerkäfer heran. Du besorgst stante Pede eine Liste mit Namen und Dienstgrad der Wachhabenden, ...los los!


  • Scato rappelte sich auf. An ihrem Tor hatte nur ihr Contubernium Dienst. Etwas benommen und mit dem Gefühl, dass eine gewaltige Beule am Hinterkopf schwoll, griff er sich eine Tabula. Seine Handschrift war heute fürchterlich. Noch mehr weh tat es ihm, die Namen seiner Kameraden aufschreiben zu müssen und er fühlte sich wie ein zweiter Quietus.



    Cohors XII Urbana

    Centuria III · Contubernium VII


    • Sisenna Iunius Scato - immunes (Capsarius)

    • Manius Purgitius Lurco - Miles

    • Kaeso Rufius Ramnus - Miles

    • Potitus Sittius Pullus - Miles

    • Faustus Ateius Quietus - Miles

    • Cossus Maecius Tarpa - Miles

    • Galeo Sentius Asper - Miles

    • Nero Germanicus Ferox - Tiro



    Lurcos Namen schrieb er am wenigsten gern auf. Sogar der arme Ferox, ihr Küken, der erst kürzlich in ihr Contubernium gezogen war, musste nun wohl dran glauben. Quietus war der Einzige, der gut gelaunt schien, weil seine Anklage gegen die untätigen Kameraden scheinbar nun Früchte tragen würde. Ramnus hingegen blickte drein, als würde er überlegen, ob er es schaffte, Quietus´ Schädel zwischen seinen Händen zu zerquetschen wie eine überreife Frucht. Asper und Tarpa schauten wenig begeistert, wobei Asper es hinbekam, sogar dabei blendend auszusehen. Und Pullus ... war vermutlich pullern.


    Scato reichte die Tabula dem Prätorianer.

  • Furius nahm die Tabula an sich betrachtete die Namen und Dienstgrade. Er schüttelte den Kopf. Kein Offizier, keine Principales?

    Was war los bei den Urbanern? Zwischen Daumen und Zeigefinger wedelte er mit der Tabula, Das wird für euch ein Nachspiel haben! Macht euch jetzt fertig und tut eure Pflicht. Ich hoffe für euch, daß für den Rest eurer Schicht keine weiteren Probleme oder Klagen auftreten.

    Kopfschüttelnd, fast traurig betrachtete er die Männer. Sie waren letzten Endes das Ergebnis einer miesen Planung. Die Wurzel des Übels lag sicherlich nicht bei diesen traurigen Gestalten, der Fisch stank vom Kopf her. Rasch wandte er sich um und lief die Stufen hinunter zum Tor, nickte seinen Männern zu und diese öffneten das große Tor wieder. Erwartungsgemäß hatte sich dort einiges gestaut, vor und hinter dem Tor. Die Praetorianer gingen zurück zu den Kameraden und dem wartenden Caesar.

    Furius hatte die Tabula verstaut. Im Grunde dachte er nicht daran die armen Teufel zu melden, er wollte sie nur motivieren sich mit Gedanken daran zu befassen. Dem Caesar zugewandt meinte er, Keine Offiziere oder Principales,...aber die Männer wissen jetzt Bescheid und werden ihre Pflicht tun! Bala war Soldat genug um diese Situation zu werten.

  • "Jawohl" und "zu Befehl", murmelte es bedrückt.


    Die Männer räumten die Astragale in die Stoffsäckchen und verstauten diese. Die Stühle wurden an die Tische geschoben und was sonst noch im Weg stand beiseite geräumt. Wer seine Rüstung ausgezogen hatte, zog sie wieder an. Diese Handgriffe dauerten nur wenige Minuten, dann war das Contubernium dienstbereit. Sie nahmen ihre Posten ein.


    Als die Prätorianer außer Hörweite waren, musste Scato sich den ersten Witz von Asper anhören, dass ausgerechnet der Capsarius verletzt war und alle anderen heil. Amüsiert beobachtete Asper, wie Scato unter einigem Gemecker den recht eng anliegenden Helm über die Beule zog und dann festzurrte. Anschließend klopfte Asper zwei Mal auf den Helm, damit Scato noch mehr meckerte.


    Weniger spaßig würde der Abend für Denunziant Quietus werden, sobald sie daheim in der Baracke waren.

  • Der Blick von Lurco war genauso Rache verheißend wie der von Ramnus. Quietus würde bereuen, was geschehen war. Sonst achteten sie alle mit größter Sorgfalt auf die kleinste Kleinigkeit, aber es gab Ausnahmen und es gab Missgeschicke. Das würde auch noch Quietus lernen, sobald er verkehrt herum auf der Latrine saß und an seiner eigenen Scheiße erstickte mit dem Kackschwamm bis zum Anschlag im Rektum. Das letzte Wort war noch nicht gesprochen über dieses Kameradenschwein! Lurco erwiderte grimmig Rammys Blick und nickte Richtung Quietus.

  • Bala nickte Furius zu. Er vertraute dem Terentier. Wozu hier jetzt noch ein Fass aufmachen. Er warf noch einmal einen letzten Blick auf die Mauer der Stadt, dann gab seinem Pferd die Sporen. Eine neue Aufgabe, im Grunde ein neues Leben lag vor ihm.

    Vielleicht war es gut so, denn hier konnte und wollte er nicht bleiben. Es gab zuviel Zwist zwischen ihm und seinem Vater.

    Ein leichtes Lächeln umspielte seinen Mund. Einer der wenigen die ihm fehlen würden war ausgerechnet Aemilius Lepidus. Er war ihm viel mehr Vater als sein eigener. Onkel Lepi mit den phantastischen Geschichten. Stundenlang lauschten er und Marcus den Abenteuern des Odysseus, der Schlacht um Troja, ließen sich in ferne Länder entführen wo es seltsame Menschen und noch seltsamere Tiere gab. Marcus,...ja,...Marcus fehlte ihm schon lange. Ständig verpaßten sie sich wenn er einmal in der Stadt war.

    Die Speculatores rissen ihn aus seinen Erinnerungen. Sie meldeten freie Wege bis Mediolanum und eine Unterkunft alle 100 Meilen...Er hoffte ohne all zu viele Probrleme über die Alpen zu kommen. Wobei Hoffnung ein schlechter Ratgeber war.

    Hundert Meilen reiten, Bala hoffte, daß er seinen Hntern nicht allzusehr strapazieren musste.

  • Der Decurio spürte milde ein schlechtes Gewissen, da er sich beim Einreiten in die Stadt womöglich mehr Zeit hätte nehmen sollen. Gleichzeitig war ihm bewusst, dass ihn keine Schuld traf, wenn die Stadtkohorten ihre Pflichten verletzten. So wenig, wie er Schuld an der Abwesenheit des Iunianus Fango trug. Mit diesen Gedanken im Kopf, auf dem der auf Hochglanz polierte Helm mit dem weißen Federbusch funkelte, wartete Calenus darauf, dass die Prätorianer zurückkehren würden und das Signal zum Weiterreiten erklang.


    Als der Caesar seinem Pferd die Sporen gab, folgte ihm die Abordnung der Ala und die Equites der Legio die Straße entlang nach Norden.

  • Fast zwei Wochen war sie nun schon auf der Via Appia unterwegs von Tarentum nach Roma. Ihre Sklaven hatten ihr Sack und Pack in einen Wagen geladen und sie und ihre kleine Tochter saßen in einem zweiten, überdachten Wagen. Der Wagen war links und rechts von jeweils einem bulligen Sklaven zu Pferde begleitet. Unterwegs hatten sie jedes Wetter erlebt, dass der Frühling zu bieten hatte. Auch jetzt war es eher kühl und nieselte, als sie früh morgens hier am Stadttor eintrafen.


    Ihre Tochter Iulia war wie immer total aufgedreht und es hielt sie kaum im Wagen, als sie ans Stadttor kamen. Die Kleine quietschte und rannte herum und die griechische Kinderfrau Irene, die sie in Tarentum erworben hatte, hatte alle Hände voll damit das Kind von den Ochsen und Pferden der Leibwächter fern zu halten. Auch Faustina stieg nun aus dem Wagen, um sich der Befragung der Stadtwache zu stellen. Außer ihr selbst hatte sie nur Kleidung, Spielzeug und anderen Hausrat dabei.

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