Der Wettstreit der Rhetoren

  • Welch unmäßige Ehre war es, hier zum Juror berufen zu sein. In der allererlauchtesten Gesellschaft lauschte ich den Reden, mal gefesselt, mal anerkennend, mal mit kritischer Miene, mal schmunzelnd über die rhetorischen Kühnheiten der aufsteigenden Sterne am Rednerhimmel über der Ewigen Stadt. Als es dann schließlich galt den hellsten dieser Sterne zu küren, da begann mich die Frage zu quälen, ob überhaupt statthaft war sich nicht dem Votum unserer erhabenen Augusta anzuschließen...? Glücklicherweise hatte mich die erste der Reden ebenfalls bei weitem am meisten gefesselt, darum blieb mir dieses Dilemma zum Großteil erspart.


    Gegenüber den beiden anderen Juroren votierte ich also:
    "Ich stimme ebenfalls dafür, den Siegerkranz dem Helvetius Severus zuzusprechen. Sei Stil war elegant ohne zu blumig zu sein, die Argumente klar, die Gesten feurig. Zudem hat er sehr schön das gesunde römische Ehrgefühl bei seinen Hörern angesprochen." Denn für mehr Patriotismus in unserem verkommenen römischen Alltag, da war ich immer zu haben! "Wenn er seine Stimme noch etwas kräftigt, wird ihm das weiteren Schliff verleihen."
    Meinen jungen Vetter unvoreingenommen zu beurteilen, das fiel mir natürlich nicht leicht. Mir gefiel sein mutiger Auftritt, und zweifellos würde seine Idee mit Cascas kleinem Sklavenmädchen als Helena-Darstellerin lange im Gedächtnis bleiben.
    "Mein Vetter Decimus Scipio... hat sich einfallsreich mit seiner extravaganten Requisite hervorgehoben und schwungvoll gesprochen. Das Plädoyer, dass das vorherbestimmte Geschick der mythologischen Dame ihre persönliche Schuld aufhöbe, das will mir jedoch nicht so ganz munden."
    Da war ich mal lieber etwas strenger, auch um den Ruch der Vetternwirtschaft zu vermeiden. Scipios würde es schon überstehen, wir Decimer mussten da alle mal durch.
    Der nächste Redner war insofern interessant, als mir dieser Name bisher vollkommen unbekannt gewesen war. Wer war das, woher kam dieser Octavius Maro? Ich würde es herausfinden lassen.
    "Auf dem dritten Platz sehe ich Octavius Maro. Er hat einen ausgesprochen schweren Fall, ich denke gar den schwersten heute, wacker und unerschrocken verteidigt, und er hat als einziger im Auftakt seiner Rede die Kunst der Rhetorik, der zu Ehren dieser Wettkampf stattfindet, ausgiebig gerühmt." Und nicht nur der Rhetorik, auch Manius als dem Veranstalter hatte er geschickt seinen Respekt gezollt, was mich doch sehr für diesen Rede einnahm.
    "Der launige Auftritt des Sergius Plautus war wirklich amüsant, doch..." Wie sollte ich das nun sagen, ohne den Geschmack der Augusta zu kritisieren. Ach herrje! "...die Gestik noch ausbaufähig, und... obgleich bisweilen geistvolle Ironie aus seinen Nebenbemerkungen sprüht" – zum römischen Recht, köstlich! – "würde ich ihn wohl eher auf einem Symposion als hier in seinem Element sehen."
    Mir schien sein respektloser Stil dem Auftritt in diesem Rahmen nicht angemessen. Vor dem Kaiserpaar! Dem Kaiserpaar!!
    "Die Rede des jungen Petilius war klassisch, klar und höchst eloquent. Er hat geschickt den Leumund des Theseus aufgebaut und den der Ariadne vernichtet. Eloquent an das Ehrgefühl der Hörer apelliert." (Würde ich jemanden bei der Ermordung meines eigenen Bruders unterstützen? Wenn der ein menschenfressendes Monstrum wäre? Hm. Wenn ich an meinen widerwärtigen Stiefbruder Flavus dachte, da war ich mir meines empörten NEINs nicht mehr ganz so sicher...) "Ich sehe ebenfalls Petilius Rufus auf dem zweiten Platz."

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    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla

  • Scipio lauschte was Serapio sagte, aber er kannte ja bereits die Antwort. Vetternwirtschaft durfte nicht sein, also konnte er, egal wie gut die Rede war, niemals oben landen, aber das war OK. "Mir scheint es läuft auf einen Gewinner hinaus."


    Dann wandte er sich wieder Plautus und Rufinus zu. "Dein Vater kann gar nicht ablehnen wenn du gut argumentierst, und ohne gute Argumente wirst du es eh nicht weit bringen. Ich finde wir sollten uns bald erneut treffen und dann den Aequadukt aufsuchen, das alles klingt viel zu spannend und interessant es nicht zu tun wie ich finde. Denn wir beide..." er schaute Rufinus an... "...könnten eines Tages das Amt begleiten und dann schadet es nicht sicher vorher bereits etwas gebildet zu haben." Eine gute Vorbereitung war eben alles.

  • Während die beiden Juroren ihre Wertung äußerten, notierte Gracchus sich ihre Wahl auf einer Tabula und nickte ab und an zustimmend, wiewohl ihre Argumentation ihn nicht von seiner eigenen Wertung abbringen konnte, die sich bereits in ihm hatte gefestigt.
    "Bezüglich der Güte aller Beiträge kann ich dir nur zustimmen, Augusta, es waren durchweg wundervolle Reden! Gleichwohl kann ich euer beider Wertung in Hinblick auf den Sieger dieses Wettstreites ebenfalls beipfli'hten, hat sich Helvetius Severus doch durch wohl überlegten Aufbau und stichhaltige Argumentation, wiewohl einem verständlichen und leichtgängigen Fluss seiner Rede hervorgetan."
    So war zumindest diese Entscheidung eindeutig zu treffen.
    "Hernach indes gilt meine Stimme dem Sergius Plautus, dessen Argumentation gleichwohl durchdacht und dessen humorvolle Art eine wunderbare Würze vor diesem Publikum gab."
    Vor einem ernsthaften Gericht wäre sein Spott allfällig ein wenig unbotmäßig gewesen, doch dieser Wettstreit galt letztendlich dem Amüsement der Zuhörer.
    "Bei den übrigen sehe ich ebenfalls großes Talent, da ihre Reden alle durchweg in Aufbau, Argumentation und Fluss stimmig waren, ob dessen ich letztendli'h meine dritte Stimme Decimus Scipio möchte angedeihen lassen für seinen wunderbaren Einfall, der Rede ein wenig mehr Nachdruck beizugeben durch seine Statistin."
    Der Flavier ritzte für jede Platzierung eine entsprechende Anzahl an Strichen neben die Kürzel der Namen auf seiner Tabula und lächelte erfreut.
    "Somit ist das Votum eindeutig."
    Er gab dem Ausrufer einen Wink und erhob sich.


    Calpetanus hob seine Hand und gab den Wink weiter, so dass alsbald einige Fanfarenstöße den Fortgang des Spektakels verlautbarten.
    "Hochverehrte Zuschauer! Es ist soweit, die Juroren haben ihre Wahl gefällt! Die Kandidaten mögen noch einmal auf die Rostra empor kommen ... ja, ja, nicht so schüchtern, nur herauf mit euch!"
    verkündete er gewichtig und unterstrich die Aufforderung mit großer Geste.
    "Um die Spannung nicht mehr unerträglich in die Länge zu ziehen hat das Wort nun wieder unser hochverehrter Iudex prior, der Consul Flavius!"


    Der Consul bedachte die Kandidaten mit einem aufmunternden, schmalen Lächeln.
    "Werte oratorii, noch einmal möchte ich euch meinen Dank ausspre'hen für eure Teilnahme an diesem Wettstreit und euch alle dessen versichern, dass eure Beiträge durchweg überaus ersprießlich und von überzeugender Güte waren! Aus diesem Grunde war es durchaus nicht einfach für uns als Richter über diesen Wettstreit eine Ent..scheidung zu treffen und ich kann wohl getrost behaupten, dass letztlich nur Nuancen den Ausschlag für eine Platzierung gegeben haben."
    Da der Flavier nicht allzu viel Talent für kurzweilige Unterhaltung hatte, hielt er nun nicht lange sich damit auf, die Bekanntgabe des Ergebnisses noch weiter hinauszuzögern, sondern ging dazu über die Preise zu verkünden.
    "Marcus Decimus Scipio und Marcus Octavius Maro - die Teilnahme an diesem Wettbewerbe wird zweifelsohne euch bereits ein Gewinn sein, denn kaum wohl jemand in Rom wird eure Namen nicht mehr kennen und zweifelsohne werden diese Namen in der kommenden Zeit noch lange im Gespräch bleiben. Und auch wenn kein großer Preis der eure sein kann, so soll denno'h ein kleines Andenken euch noch lange an diesen Tage erinnern."
    Einer durchaus ansehnlichen Sklavin, Astarte aus dem Hause der Flavier - eine Idee des flavischen Vilicus, hätte Gracchus selbst für diese Aufgabe doch eher einen jungen Mann ausgewählt - kam die Aufgabe der Preisüberbringerin zu. Sie überreichte den beiden genannten jeweils einen stilvollen Glaspokal, welcher mit einer Darstellung der Kalliope bemalt war. Nachdem der Applaus für die beiden Redner verklungen war, fuhr Gracchus fort.
    "Galeo Sergius Plautus - auch dein Name wird ab heute in Rom wohl kaum mehr überhört werden können. Nicht nur deine Worte und Argumente haben unseren Zuspru'h erhalten, sondern ebenso die kurzweilige Art, mit welcher du wusstest dem Ernst der Anklage ein wenig die Schwere zu nehmen und das Publikum zu erheitern. Dir gebührt darob der dritte Platz dieses Wettbewerbes, und damit neben dem Andenken an diesen Tage ebenso einhundert Sesterzen!"
    Der Flavier trat nun vor, um den Glaspokal, sowie einen kleinen, ledernen Beutel zuerst selbst von der Sklavin zu nehmen und sodann dem Drittplatzierten mit einem persönlichen Glückwunsch zu überreichen, ehedem er zur Seite trat und dem Beifall der Menge beipflichtete bis dass wieder - mäßige - Ruhe einkehrte.
    "Quintus Petilius Rufinus - als Sohn eines Senators ist der Weg in den Cursus Honorum dir zweifelsohne vorgezei'hnet. Du hast heute bewiesen, dass zumindest in Hinblick auf dein Talent zu ausgefeilter, großartiger Rede dem kaum wohl etwas im Wege stehen wird. Der zweite Preis geht darob an dich, dotiert mit dreihundert Sesterzen!"
    Wiederum trug die Sklavin einen Beutel und einen Glaspokal heran, welchen Gracchus dem Petilius mit einem Glückwunsch überreichte, ehedem er für die Beifallsbekundungen wieder zur Seite trat und dem Kandidaten alle Ehre zukommen ließ. Da das Spannungsmoment nun ohnehin bereits verspielt war, fuhr Gracchus nach dem Ende des Applauses fort.
    "Und nun - Marcus Helvetius Severus. Du hast es geschafft, die Iudices durch deinen Stil in Wort und Gestik, deine Argumentation und die Vielschi'htigkeit deiner Rede zu überzeugen, so dass unser Votum eindeutig ist in Hinblick auf die dir zustehende Ehre! Der erste Platz dieses Wettstreites gebührt dir - und somit eintausend Sesterzen, sowie eine Statuette der schönstimmigen Kalliope, welche dir augenscheinlich besonders gewogen ist!"
    Mit strahlendem Lächeln brachte Astarte die bronzene, mit Goldblatt überzogene Statue heran, welche etwa einen halben Fuß hoch war, ehedem sie nocheinmal kurz zum Rande der Rostra ging um auch den Beutel mit Münzen zu bringen. Die Statue überreichte Gracchus dem Sieger selbst.
    "Meinen Glückwunsch, Helvetius, du hast dir den Sieg wahrlich verdient. Es wäre zweifelsohne ein Gewinn für Rom, würdest du dein Talent auch künftig zu nutzen wissen."



    Sim-Off:

    Die WiSim-Gewinne werden über das Konto des Familien-Bankiers Manius Flavius Gracchus Minor übertragen.

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    IUS LIBERORUM

    PONTIFEX PRO MAGISTRO - COLLEGIUM PONTIFICUM

  • | Quintus Petilius Rufinus


    Der Sergius versuchte, Quintus Mut zuzureden. So recht fruchten wollte dieser Versuch bei Letzterem allerdings nicht.
    "Nunja.", antwortete Quintus also mit dem gleichen entschuldigenden Lächeln, das er auch bei - den insgesamt sehr seltenen - Widerworten gegen seinen Vater stets aufsetzte. "Ich glaube, so einfach 'passieren' kann und wird mir das nicht, dass ich Curator werde. Denn ich denke, da ernennt mich niemand einfach dazu, ohne dass ich mich aktiv darum bemühe.", äußerte Quintus seine Zweifel und zögerte. Denn der Wille seines Vaters, dass er sich auf die politische Laufbahn konzentrierte, bedeutete am Ende nichts anderes, als dass Quintus einmal Consul werden sollte. Ob er vorher oder nachher mal temporär als Curator amtierte - innerhalb der Cura Aquarum oder auf einem anderen Gebiet - das wäre für seinen Vater vermutlich eher nebensächlich, solange es nur nicht Quintus Fokus vom höchsten Staatsamt ablenkte.


    Anschließend stimmte auch der Decimer in den sergischen Zuspruch ein.
    "Und was tue ich, wenn er sagt, dass ich mich auf dem Weg zum Consulat lieber erstmal darauf konzentrieren soll, dass ich Senator werde, bevor ich davon träume, als Senator irgendwelche Ämter zu übernehmen und auszufüllen, die vor allem meinen Fokus ablenken vom Großen und Ganzen, vom Consulat?", fragte er etwas missmutig und seufzte. Denn diese Argumentation - und das mochte man an der Stimmlage des Senatorensohnes wohl durchaus ablesen können - hatte sich Quintus nicht spontan ausgedacht und aus den Fingern gesogen. Es war indes schlicht die gleiche Argumentation, welche der Sohn offenkundig wohl nicht erst einmal von seinem Vater zu hören bekommen hatte.



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    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • | Quintus Petilius Rufinus


    Der Augenblick der Wahrheit war gekommen und Quintus, der selbstredend nicht mitbekam, wie sich die Jury im Einzelnen entschieden hatte und welches Urteil sie damit nun insgesamt über die heutigen Redner fällen würde, war einmal mehr nervös und aufgeregt. Denn auch wenn er seine eigene Rede für nicht schlecht befand, waren doch auch die anderen Redner alles andere als schlecht gewesen. Überdies hatte jeder einzelne von ihnen ein gewisses Alleinstellungsmerkmal ins Feld geführt, welches der Jury entweder aufgefallen oder nicht aufgefallen war - und welches die Juroren, so es ihnen ins Bewusstsein gelangte, entweder positiv oder negativ bei ihrer Entscheidungsfindung beeinflusste.


    Da war zum Beispiel der Octavius gewesen, der sich hervorgetan hatte durch sein Vorwort zur Ars Oratoria und sein an den Consul gerichtetes Lob. Da war zudem der Sergius gewesen, der sich ausgezeichnet hatte durch seine ihm eigene Art mit einer ganz speziellen Mischung aus amüsantem Spott und geistreicher Ironie. Ferner durfte man natürlich auch den Decimus nicht vergessen, der insbesondere durch sein menschliches Requisit wohl jedem aufgefallen war. Dazu kam der Helvetius, der sicherlich vor allem die einfache und schlichte Eleganz seiner Rede als Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen konnte. Und auch Quintus eigener Vortrag hatte natürlich etwas, das kein anderer hatte - neben einem gewiss etwas "bürokratisch" komplizierten Stil nämlich das durchgehende Motiv, den eigenen Fall aus der griechischen Welt mit einem anderen aus der römischen in Beziehung zu setzen.


    Es war letztlich wohl also vor allem die Frage, wie die Juroren die jeweiligen Alleinstellungsmerkmale der einzelnen Reden bewerteten. Welche Merkmale gefielen ihnen? Welche Merkmale gefielen ihnen nicht? Und nicht zuletzt welche Merkmale fand überhaupt jeder einzelne Juror in jeder Rede? In diesem Punkt schließlich war Quintus eigener Eindruck mit Sicherheit nicht vollständig, sondern am Ende nicht mehr und nicht weniger als nur genau das, ein einzelner Eindruck. Der eine mochte ihn teilen, der andere nicht. Vergleichsweise sicher war sich der petilische Senatorensohn vor der Urteilsverkündung folglich auch nur in einem einzigen Punkt. Weder der Consul noch seine beiden Mitjuroren hatten wohl eine tabellarische Liste vor sich, in welcher sie gleich einem Magister irgendwelche Teilbewertungen in statischen Kategorien wie Eloquenz, Körpersprache, Kreativität und Inhalt vornahmen.


    So erhob nach spannungsvollem Warten letztlich also der vorsitzende Juror das Wort, die Entscheidung seiner Jury zu verkünden. Als Quintus aufgerufen wurde, trat er hervor, die folgenden Glückwünsche entgegen zu nehmen.
    "Vielen Dank, Consul.", bedankte er sich sodann eher einem kleinen Jungen gleich, denn wie ein Sohn aus senatorischem Hause. Doch genau so - wie ein kleiner Junge, nicht ein Sohn aus senatorischem Hause - kam sich Quintus in diesem Augenblick auch vor, da er dem flavischen Consul gegenüberstand. Und so blieben dies dann auch die einzigen Worte aus seinem Mund, währenddem er der Versuchung widerstand, der hübschen Preisüberbringerin nachzuschauen. Selbst bei einem Wettstreit der Oratoren war Reden eben manchmal nur Silber, indes Schweigen Gold. Bei diesem Gedanken grinste Quintus ein bisschen verstohlen, während sein Blick erst über die Loge der Ehrengäste glitt und anschließend ein letztes Mal das sonstige Publikum einsog, bevor er nachfolgend dem heutigen Sieger den Platz beim Consul überließ.



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    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Oh man ein schwieriger Fall..
    "Rufinus..." Marcus atmete tief durch... "wenn du nichtmal deinen Vater überzeugen kannst, dann wirst du niemals Konsul werden außer man geht den schmutzigen Weg und du erkaufst dir deine Karriere. Also frag nicht uns nach Argumente, du musst sie selbst finden und ausspielen."
    Argumente waren das Wichtigste, denn wie sagte sein Großvater immer? Wenn du nicht debattieren und argumentieren kannst bist du im Senat nur ein kleiner Fischhappen in einem Becken voller Haie

  • | Quintus Petilius Rufinus


    Dies war ein schwieriger Fall, in der Tat. Dennoch wollte Quintus den decimischen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen.
    "Nur weil mir keine Argumente dafür einfallen, bin ich noch lange nicht unfähig, irgendwann Senator und Konsul zu werden.", wehrte er sich gegen den Angriff. "Denn nur weil mir kein Argument einfällt, weshalb Schafe auf Bäumen wachsen, bin ich noch lange nicht dumm.", holte er dann zu einem Konter aus. "Das heißt nämlich nur, dass ich _vielleicht_ auch die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass ich kein Argument finde, weil es einfach keins gibt.", konnte er sich am Ende seiner Worte gerade noch ein beleidigtes Verschränken der Arme verkneifen. Denn Argumentieren, so dachte er über sich selbst, das konnte er. Einzig Argumente zu finden gegen eine Aussage, die er bereits so oft und immer und immer wieder von seinem Vater gehört hatte, dass er sie mittlerweile auch ohne Beweis blind zu glauben bereit war, das konnte er nicht. - Aber das fiel bestimmt nicht nur ihm, sondern auch seinen heutigen Mitstreitern schwer...



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    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Vielleicht versuchst du es auch nicht gleich mit dem Argument zukünftiger Ämter, sondern zuerst mit dem Argument der Aneignung von Sachverstand. schaltete sich schließich auch Severus ein, ohne allerdings dem Petilier so nahe zu treten, wie es der Decimus tat. Im Gegensatz zu den beiden strebte der Helvetie ja ohnehin nicht den Latus Clavus, sondern den Ritterring an, daher sah er in den beiden weniger Konkurrenten, als Menschen, die man vielleicht nochmal brauchen konnte, um weitere Kontakte in den Senat zu bekommen. Denn natürlich kann man sich seine Fähigkeiten vor allem selbst aus Büchern oder Gesprächen aneignen, aber es macht, wie ich glaube schon für den Einstieg in die Karriere Eindruck, wenn du zum Beispiel bei deiner Anhörung für das Viginitvirat bereits mit Wissen und Erfahrung zu deinem angestrebten Amtswunsch aufwarten kannst. fügte er an, zuckte dann aber die Schultern. Severus hatte ja auch keine Ahnung, wo der Petilier überhaupt ämtertechnisch hinwollte und wenn er sich jetzt nicht grade für bestimmte Aufgabengebiete interessierte, brauchte er sich darauf ja auch nicht vorzubereiten. Den Hinweis auf das Konsulat oder einen Curatorposten fand er derweil noch viel zu verfrüht.

  • Wie alle Zuhörer brannte auch der Kaiser auf die Entscheidung der Jury. Seine Frau und die anderen beiden schienen eine ganze Zeit lang nachzudenken, bevor dann ein sehr kurzer Wortwechsel zu verfolgen war. Und dann war es so weit: Die Sieger wurden verkündet und Severus fiel in den Jubel der Menge ein. Als der erste Platz bekannt gegeben wurde, erhob er sich sogar von seinem Platz und bot stehenden Applaus.
    Als der Helvetier zur Ehrentribüne hinüber blickte, schenkte er dem jungen Mann sogar ein freundliches Lächeln. Eine durchaus gelungene Veranstaltung!

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    CENSOR - CURSUS HONORUM

    PONTIFEX MAXIMUS - COLLEGIUM PONTIFICUM

  • Mit schief gelegtem Kopf hörte sich Plautus den kleinen Streit der Rhetoren an.


    "Schluss mit dem Wortgehäcksel, Freunde! Jetzt lassen wir erst mal den Sieger Helvetius hochleben und dann uns alle und das machen wir nachher in der nächsten Taberna. Nun bleibt uns noch, uns bei den Iuroren zu bedanken."


    ~~~


    Er stand auf und ging hinüber zu den Rostra.


    "Verehrte Quiriten, hochverehrte Iuroren. Wir bedanken uns dafür, dass Ihr die Geduld aufgebracht habt, unseren rethorischen Gehversuchen zuzuhören, dass ihr mit akribischer Finesse aus unserem Wortgeklingel das herausgehört habt, was man als preiswürdig ansehen kann und dass überhaupt jemand auf die Idee eines solchen Rhetorenwettstreits gekommen ist. Ihm gebührt der eigentliche Ruhmeskranz!"

  • Die Spannung stieg. Letztlich erhob der Moderator des Wettbewerbs das Wort und verkündete, dass das Ergebnis feststünde. Die Gespräche unter den wartenden Kandidaten verstummten für die wenigen Augenblicke, während nun alle Kandidaten auf die Rostra traten, um das Ergebnis entgegenzunehmen. Die Form hingegen, war ihn vorher nicht mitgeteilt worden, sodass nun auch jeder Kandidaten noch mal ein kurzes Feedback kam, während der Konsul damit auch die Reihenfolge setzte. Severus wartete angespannt, während die Namen verkündet wurden, zuerst diejenigen von Decimus Scipio und Octavius Maro, was für eine erste kleine Erleichterung bei dem Helvetier sorgte, da er damit schon mal unter den ersten Dreien gelandet war. Erneut erklang ein Name, dieses Mal derjenige von Sergius Plautus, der offenbar mit seinem eher lockeren Stil überzeugt, wenn auch nicht gewonnen hatte. Dann hielt Severus die Luft an und es fiel ein weiterer Name - der nicht seiner war. Den zweiten Platz hatte Petilius Rufinus gemacht und wurde für seinen klaren Stil gelobt. Und damit blieb nur noch einer übrig.


    Er hatte gewonnen, den ersten Platz geholt und damit nicht bloß ein gutes finanzielles Polster für die nächste Zeit aufgebaut, sondern zugleich auch noch den Ruhm gewonnen, der mit diesem Sieg einherging und vor allem dafür gesorgt, dass der Name Helvetius mal wieder in aller Munde war. Er wartete ab, bis Plautus und Rufinus ihre Preise entgegen genommen hatten und trat dann selbst die paar Schritte auf den Konsul zu, während er noch einmal kurz in die Zuschauerreihen blickte und doch tatsächlich wahrnahm, wie der Kaiser, der Imperator Caesar Aquilius Severus - ja ein Namensvetter, wie ihm jetzt erst bewusst wurde - Augustus höchstselbst sich für ihn (!!!) von seinem Platz erhob und ihm sogar freundlich zulächelte. Severus bekam als Antwort ein Nicken zustande, bevor er nun, vor dem Konsul stehen, die Statuette aus den Händen des Konsuls und dessen freundliche Worte sowie den gut gefüllten Beutel mit 10 Aurei aus den Händen der ansehnlichen africanischen Sklavin entgegennahm.


    Ich danke dir, Konsul.


    antwortete er, während er langsam sein Selbstbewusstsein wiederfand und sich nun mit der schweren bronzenen Statuette und dem Geldbeutel zurück zu den übrigen Rednern ging.

  • | Quintus Petilius Rufinus


    Die Aneignung von Sachverstand klang als Argument gar nicht so verkehrt. Unschlüssig nickte Quintus zum Helvetier. Denn auch wenn es zunächst einen ganz guten Klang hatte, konnte er die Worte seines Vaters schon beinahe hören. Der würde vermutlich wieder irgendein bildliches Beispiel wählen, wie auch Quintus bei seiner Verteidigung gegen den Decimer ja sehr bildlich von dem Schaf auf dem Baum gesprochen hatte. Hier fiel der Apfel offenkundig nicht weit vom Stamm. Wahrscheinlich würde sein Vater also in die Richtung fragen, wozu jemand das Maurer-Handwerk lernte, wenn er doch eigentlich nicht Maurer sondern Bäcker werden wollte? Und in der Tat, Quintus wollte - im übertragenen Sinne - durchaus am liebsten Bäcker werden. Eines Tages wollte er gar für ein Jahr Meisterbäcker sein, wie es auch sein Großvater einst war. Doch während er selbst gerne am Rande noch das eine oder andere zum Beispiel auch aus dem Maurer-Handwerk lernen würde, selbst wenn er es später nicht wieder brauchte, legte sein Vater stets großen Wert darauf, dass Quintus seinen Fokus nicht verlor und am Ende womöglich noch Maurer statt Bäcker wurde.


    "DAS ist eine gute Idee!", überzeugte ihn am Ende am meisten von allen der Sergier mit seinem Vorschlag, später noch in die nächste Taberna zu gehen. Denn Kontakte zu guten Rednern zu knüpfen und zu vertiefen, war immer gut. Da könnte auch sein senatorischer Vater nicht viel dagegen sagen. Und vielleicht, ja vielleicht, würde Quintus in der Taberna dann auch noch ein paar Argumente finden, um mit den anderen ein wenig mehr über die Aquaeducte zu lernen. Denn in vino veritas, im Wein lag die Wahrheit, so sagte man schließlich.



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    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • | Quintus Petilius Sophus


    Das Warten für die Teilnehmer und die Zuschauer hatte begonnen, sodass auch Dives und sein petilischer Mitsenator sich mit etwas Smalltalk die Zeit zu vertreiben suchten.
    "Sieh dir das an, Dives, wie voller Scham er sich nicht einmal traut, seinem eigenen Vater nach diesem Auftritt hier unter die Augen zu treten.", beäugte Sophus das Verhalten seines Sohnes wie immer überaus kritisch. "Ich sage dir, wenn _dein_ Sohn einmal in dieses Alter kommt, in dem du bereits so viel für ihn getan hast, ihm ein sorgenfreies Aufwachsen erlaubtest, ihm eine tadellose Ausbildung hast zukommen lassen und ihm stets deine Aufmerksamkeit widmetest, indem du ihn beständig fördertest und dazu brachtest, dass er seine eigenen Grenzen durchbrach, dann wünsche ich dir, dass du einen etwas dankbareren Sohn hast, der _deine_ Anstrengungen auch durch _eigene_ Anstrengungen und einen bewussten Fokus auf die Zukunft dir vergütet.", erklärte der Petilier streng und Dives lächelte ein wenig betreten. "Nun, ich bin mir sicher, dass er dir sehr wohl dankbar ist und weiß, was du alles für ihn getan hast. Jedoch sehe ich keinen einzigen der fünf Teilnehmer sich zu ihren Vätern, Verwandten und Freunden begeben. Ich denke, womöglich möchte er schlicht nicht der Eine sein, welcher ein wenig, nun, 'unselbstständig' als erstes zu seinem Vater gelaufen kommt, nachdem seine Rede ihr Ende gefunden hat.", hielt der Iulier anschließend nur vorsichtig dagegen und hoffte, sich hier nicht zwischen zwei Stühle zu manövrieren.


    "Nun, wie dem auch sei.", wiegelte Sophus ab. Noch einmal warf er einen Blick auf seinen Sohn, bevor seine Augen weiter wanderten bis zur sich beratenden Jury. "Die drei Iuroren reden bereits ziemlich lange miteinander, findest du nicht?", wandte er sich anschließend neuerlich an seinen divitischen Nebenmann. "Ich vermute, sie werden ihre Entscheidung mit großer Sorgsamkeit zu treffen versuchen.", mutmaßte der Angesprochene. "Du denkst nicht, dass womöglich der Iuror Decimus seine beiden Mitiuroren davon zu überzeugen versucht, für den teilnehmenden Decimus sich auszusprechen, oder? Womöglich sollte ich gar auch selbst nicht hier sein, sondern stattdessen für meinen Sohn dort vorne bei den drei Iuroren mich ebenfalls einsetzen?", äußerte sich der Petilier neutral. "Du glaubst nicht wirklich, dass hier jemand zu bestechen versucht." Er sah seinen Nachbarn ungläubig an. "Oder?" Sophus zuckte mit seinen Schultern. "Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es gewiss nicht die ersten Richter eines römischen Gerichts wären, die einer solchen Versuchung erlägen.", stellte er nüchtern fest. "Allerdings magst du damit Recht haben, dass es sich vermutlich niemand würde leisten können, einen wohlhabenden Praefectus Praetorio, einen reichen und mächtigen Consul und die Frau des erhabenen Aquilius Augustus auf diese Weise für sich... einzunehmen." Dies mochte wohl selbst für den betuchtesten Römer ein wenig zu groß sein. So letztlich also sprachen die beiden Senatoren noch eine Weile über das eine oder andere ernste und auch weniger ernste Thema, bevor schlussendlich die Entscheidung sich ankündigte.


    "Siehst du.", begann der Iulier, nachdem zunächst die Namen Decimus und Ocatvius fielen, "Ich glaube kaum, dass die Verwandtschaft des teilnehmenden Decimus zum Iuroren Decimus Serapio hier irgendeinen Einfluss auf das Ergebnis hatte." Dives und Sophus applaudierten. Der dritte Platz sodann ging an den sergischen Teilnehmer. Auch hier spendeten die beiden Senatoren gerne Beifall, bevor die Spannung immer weiter stieg. "Nun heißt es wohl, mein Klient oder dein Sohn.", kommentierte Dives die Lage. "300 Sesterzen, dass mein Sohn gewinnt!", konnte sich der Petilier der Versuchung des Wettens nicht erwehren. Der iulische Quaestorier indes stockte. Denn die Unsicherheit des Wettens war etwas, das er doch stets zu vermeiden suchte, gleich ob er es sich in diesem Fall leisten konnte oder in einem anderen Fall womöglich auch nicht. Doch noch eh er zu einer Antwort sich durchringen konnte, hatte der Flavier auch schon offenbart, dass es am Ende nicht Petilius Rufinus sein würde, der den heutigen Sieg davontragen würde. "Ach, ich hab es doch gewusst.", ärgerte sich Sophus. "Gräm dich nicht. Es ist gewiss keine Schande gegen einen meiner Klienten zu verlieren.", frohlockte indes der Iulier und zog seinen Nebenmann ein wenig auf. "Du freust dich doch nur, dass ich dir jetzt 300 Sesterzen schulde.", unterstellte der Petilier. "Haben wir gewettet?", stellte Dives in den Raum. Denn tatsächlich angenommen hatte er die vorherige Wette schließlich eigentlich nicht. "Wettschulden sind Ehrenschulden, keine Sorge.", kommentierte der Vater des Zweitplatzierten leicht säuerlich, bevor sodann also der Sieger des heutigen Tages gekürt wurde.


    "BRAVO!", applaudierte der Patron des siegreichen Helvetiers anschließend begeistert für seinen Klienten. Denn in der Tat hatte letzterer doch einen sehr guten Auftritt am heutigen Tag gezeigt - und überdies machte es selbstredend gleich noch einmal so viel Spaß, sich für Helvetius Severus zu freuen, wenn man direkt neben dem Vater des 'nur' Zweitplatzierten stand. Dass Dives am Ende des Tages zudem noch um 300 Sesterzen reicher sein würde, war darüber hinaus wie der süße Honigmantel des eingelegten Obstes, welches der Iulier auf den Märkten der Urbs verkaufte. Eine durchaus gelungene Veranstaltung!

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    DECURIO - OSTIA
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    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Die Spannung wuchs in Unermessliche. Chrysogona hatte allen Rhetoren zugehört und versucht aus den dargebotenen Leistungen die beste herauszufiltern. Sie hätte nicht entscheiden wollen. Fand sie doch jeden Vortrag auf seine Weise gut und stimmig. Ungeduldig wartete die Griechin auf die Entscheidung der Juroren. Sie konnte jede der Begründungen der Jury nachvollziehen und als schließlich Helvetius Severus gewann, klatschte sie mit Begeisterung.
    "Bravo, bravo!", rief sie während sie ihre Handflächen wundklatschte.


    Als sich der erste Rummel gelegt hatte und die Teilnehmer sich gegenseitig gratuliert hatten, verließ sie ihren Platz, um dem Sieger zu gratulieren.
    "Ich gratuliere dir, Helvetius Severus! Du hast verdient gewonnen! Ich bin allgemein beeindruckt von der Güte des Wettbewerbs, doch ohne Zweifel gebürt dir die Krone des heutigen Tages."
    In gespielter Ehrfurcht deutete sie eine Verneigung an.

  • Severus stand immer noch etwas neben sich, als das Angebot erklang, in einer Taberna den Wettkampf und seinen Sieger, sprich Severus zu feiern. Natürlich sagte er zu, sah sich aber nun erstmal mit einigen Gratulanten konfrontiert, darunter auch der kaiserlichen Ärztin, Plinia Chrysogona. Schön, dich zu sehen, Plinia, und vielen Dank für die Glückwünsche. antwortete er auf die Worte Chrysogonas, verstummte aber dann. Zuerst die gespielt ehrfürchtige Verbeugung, dann der Blick auf die bronzene, recht schwere Statue der Kalliope in seiner Rechten. Verzeih, Plinia, mir fehlen ein wenig die Worte, was für den frischgekürten Sieger eines Rednerwettstreits ja schon ziemlich paradox ist, nicht wahr?

  • Die Idee mit der Taberna gefiel auch Marcus gut, also willigte er ein. Nun aber hieß es sich nochmal dem Publikum zeigen und ein gutes Bild abzugeben, auch wenn er keinen wirklichen Preis gewonnen hatte, er hatte sich der Öffentlichkeit gezeigt und war nun kein niemand mehr, keine anonyme Person in der Masse. Er hatte einen Namen der nun bekannt war, sowas half sicher weiter.

  • Nachdem die Sieger gekürt worden waren, wandte der Consul sich das Publikum, um den offiziellen Teil des Wettstreites zu beenden.
    "Werte Zuschauer, bevor dieses Ereignis ein Ende findet möchte ich auch der hochverehrten Augusta Veturia Serena, sowie dem Praefectus Preatorio Decimus Serapio meinen Dank ausspre'hen, dass sie mir bei dieser überaus schwierigen Urteilsfindung sekundierten. Auch ihnen gebührt darob ein Applaus!"
    Jener neuerliche Beifall war nicht eben gering, erfreute sich doch insbesondere die Kaiserin großer Beliebtheit im Volk. Als er verklungen war, erhob der Consul ein letztes Mal seine Worte zu den Zuschauern.
    "Somit findet dieser Wettstreit nun sein Ende. Ich hoffe indes, dass die Schönheit der Reden dieses Tages die Kunst des Wortes wieder ein wenig mehr in das öffentliche Bewusstsein gerückt haben, so dass ihr auch künftig wieder ein wenig mehr Augenmerk wird zukommen."



    [Blockierte Grafik: http://www.niome.de/netstuff/IR/nsc/redner.jpg"Ihr habt es gehört, was der Consul gesagt hat, darum übt euch nur fleißig im Reden!" grinste Calpetanus breit in das Publikum.
    "Und dass euch die Worte etwas flüssiger über die Lippen kommen, gibt es zum Abschluss des Wettstreites noch ein wenig Wein! Aber haltet das rechte Maß und denkt daran, dass morgen die Parilia anstehen!"
    Der Ausrufer verließ die Rostra, um sich nach all dem Reden nun in Schweigen zu hüllen und sich selbst etwas die Kehle anzufeuchten.

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    IUS LIBERORUM

    PONTIFEX PRO MAGISTRO - COLLEGIUM PONTIFICUM

  • Die Kaiserin ließ es sich nicht nehmen jeden Teilnehmer einzeln zu seiner Leistung zu beglückwünschen. Und da sie ja fand, dass alle ihre Sache gut gemacht hatten und es wirklich schwer gewesen war zu entscheiden fand sie, dass auch alle eine besondere Wertschätzung verdient hatten. So wand sie sich nun also auch zum Abschluss nochmal allen gemeinsam zu.
    „Meine Herren, ich fand eure Leistung wirklich außergewöhnlich. Und so möchte ich euch auch alle gemeinsam zu einer Cena in den kaiserlichen Palast einladen. Ich bin mir sicher, das mein Mann und mein Stiefsohn auch hocherfreut sein werden, jeden Einzelnen von euch näher kennenzulernen."
    Sie warf einen kurzen Blick zu der Tribüne, auf welcher ihr Mann saß, aber der würde schon keine Einwände haben, denn natürlich würde man von dem ein oder andere hier in Zukunft noch hören. Da war es nicht schlecht, wenn man nicht nur die Namen und Gesichter kannte, sondern auch schon etwas mehr über die Männer wusste.
    Dann sah sie wieder zu den jungen Männer und bedachte sie mit einem freundlichen Lächeln.
    In den nächsten Tagen würde sie dann ihre Schreiber beauftragen entsprechende Einladungen aufzusetzen. Natürlich würde sie vorher erst die Termine innerhalb der kaiserlichen Familie abstimmen müssen

  • Eine Cena beim Augustus? Scipio verschlug es die Sprache, mit so etwas hatte er natürlich nicht gerechnet. Und sicher auch keiner der anderen seiner Mitkämpfer in diesem Wettbewerb. Das bedeute aber auch, dass er mit den Männern der Garde Bekanntschaft machen würde, zum ersten mal sozusagen, Faustus zählte nicht das war privat. Immerhin, der ganze Wettbewerb hatte mehr gutes als er denken konnte, auch wenn er auf solch eine Veranstaltung überhaupt nicht vorbereitet war.


    Er brauchte den Wein gerade deutlich mehr als noch zuvor.

  • Maro hatte die Verleihung der Preise mit einem zufrieden Nicken aufgenommen, die Besseren hatten gewonnen.
    Während sich seine Konkurrenten so vortrefflich unterhalten hatten, war es Marus lieber gewesen mit soldatisch-stoischer Haltung dabei zu sein, den Augenblick zu genießen und noch einmal die einzelnen Reden revue passieren zu lassen.


    Und war bass erstaunt und sprachlos, als die Kaiserin höchstpersönlich verkündete, sie in den Palast einzuladen. Zum Kaiser. Was für eine unerhörte Ehre. Normalerweise hielten Soldaten nur in Gestalt der Prätorianer in der Nähe des Kaisers auf. Aber auch die wurden äußerst selten zur kaiserlichen Cena eingeladen - das nahm Maro jedenfalls an.


    Unter die Vorfreude und den Stolz mischte sich aber auch ein leiser Anflug von Unbehagen. Der Kaiserpalast war nun gar nicht seine Welt. Dort ging es wohl anders zu, man sollte besser keine Fehler machen...


    Maro gab sich einen Ruck. er sollte schleunigst aufhören, ein solcher Langweiler zu sein und den einmaligen Moment genießen. Zum Kaiser, unglaublich.

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