Beiträge von Tiberia Albina

    Es sind mittlerweile fünf einhalb Jahre vergangen, seit ich damals im Imperium Romanum angefangen habe. Ich habe wundervolle Menschen hier kennen gelernt, großartige Geschichten durchlebt und möchte nichts davon missen. Ich habe einige tolle RL-Freunde hier gefunden, die mittlerweile mehr als nur unser gemeinsames Interesse fürs Rollenspiel verbindet. Aber alles geht einmal zu Ende. Und für mich aus verschiedenen Gründen nun meine Zeit im IR.


    Ich möchte mich bei allen bedanken, mit denen ich wundervolles Spiel hatte. Ob mit Tiberia Albina, Octavia bzw. Germanica Paulina, Duccia Flamma oder auch Vinicia Petronilla - es war schön, euch kennengelernt zu haben.


    Ich nehme meinen Hut vor dem Imperium Romanum, der Spielleitung (ob mit großen oder kleinen Hörnern) und den Spielern. Es hat Spaß gemacht. Macht es gut!


    :wink:

    Schmerz, ja, Schmerz. Das war alles, was Albina denken konnte. Ein erneuter Ruck durchfuhr ihren Körper und sie konnte einen weiteren Schrei nicht unterdrücken. Auf ihrer Stirn standen Schweißperlen, ihre Finger waren in die Hand ihrer Sklavin gekrallt, ihre Augen waren leicht eingefallen. Einen halben Tag schon lag sie nun in den Wehen und sie spürte, wie ihr zusehends die Kräfte schwanden. Mittlerweile fiel es ihr schwer die Augen offen zu halten, die sie nur dann weit aufriss, wenn sie eine erneute Welle des Schmerzes durchzuckte. Die besorgten Stimmen nahm sie nur noch am Rande war und wirkten mehr wie dumpfes Gemurmel in der Ferne. Schmerz! Da war er wieder. Sie bäumte sich ein wenig auf um dann erneut erschöpft in ihr Kissen zu sinken. Sie wusste, was die anderen sich wohl noch nicht eingestehen wollten. Sie würde es nicht schaffen. Doch nach all den Stunden erschien ihr dieser Umstand beinahe wie eine Erlösung, wenn da nicht eine Sache wäre, die sie nicht aufgeben ließ. Ihr Kind. Sie kämpfte für ihr Kind, und wenn es sie alles kosten würde. So wechselte sich das Geschehen ab: Schmerz, Schrei, Pressen. Sofern sie noch einen klaren Gedanken fassen konnte, flehte sie Juno an, zumindest ihr Kind zu retten. Doch auch diese Momente wurden schwächer. Ihr Bewusstsein verließ sie Stück für Stück. Schmerz, Wimmern, Pressen. Während ihr Griff nachließ spürte sie, wie der ihrer Sklavin umso fester wurde. Jemand sprach mit ihr... irgendwo in der Ferne. Und dann... endlich. Sie hörte einen erlösenden Schrei. Der Schrei, der das letzte war, was sie bewusst wahrnehmen sollte.


    Die Anspannung verließ sie, der Schmerz verschwand. Sie stand auf einer Wiese. Um sie herum waren von bestellten Feldern überzogene Hügel. Das Getreide stand in voller Blüte, die Sonne schien und hier und dort warfen Zypressen ihren Schatten auf die Erde. Sie stand mitten auf einem ausgetretenen Weg, an dessen Ende sie zwei Menschen stehen sah. Langsam ging sie auf die beiden zu und je näher sie kam, umso vertrauter erschienen ihr die Umrisse. Schritt für Schritt ging sie voran. Und dann, auf einmal, erkannte sie die beiden Gestalten. Es war Verres. Bei seinem Anblick stiegen ihr Tränen in die Augen und ihre Schritte wurden schneller. Neben Verres, Arm in Arm mit ihm, stand eine größere, hagere Gestalt. Ein vertrautes Gesicht sah sie mit einem milden und liebevollen Lächeln an. Es war ihr Vetter Vitamalacus. Als Albina die beiden erreicht hatte, nahmen diese sie in die Mitte und umarmten sie. Irgendwo zwitscherte ein Vogel. "Lass uns gehen.", sagten sie wie mit einer einzigen Stimme. Sie brauchte nicht fragen, wohin. Sie seufzte und begann den Abstieg...


    Und dieses Seufzen drang bis in die Realität. Es sollte Albinas letzter Atemzug gewesen sein.

    Hallo Lucius,


    das, was du schreibst und auch wie du es schreibst klingt für mich auf den ersten Blick wirklich gut und ich würde dich gern in der gens Tiberia aufnehmen. Allerdings, und ich denke das solltest du wissen, falls du dich noch nicht so gut im IR auskennst, gab es in letzter Zeit einige wichtige Vorgänge. Darunter fällt der Mord am Kaiser, in dessen Zuge es zwei Freitode in unseren Reihen gab. Es kann also sein, dass es zur Zeit nicht der leichteste Einstieg in die Politik sein könnte, Mitglied unserer gens zu sein. Und, was für dein Konzept auch relevant sein könnte, ist die Tatsache, dass die Tiberii keine ursprünglich alte patrizische Familie sind, sondern erst in den Stand erhoben wurden.
    Das sind allerdings auch zwei Aspekte, die viele Möglichkeiten für interessantes Spiel bieten und sofern du es in Anbetracht dessen noch möchtest, würde ich dich in unsere Reihen aufnehmen.


    Vale bene,


    Albina

    Salve Lucius, Hallöchen Magnus!


    Erst einmal auch von mir Herzlich Willkommen im Imperium Romanum! Ich freue mich, dass du Interesse an unserer gens hast. Da Patrizier-gens allerdings eine Beschränkung im Hinblick auf ihre Mitglieder-Zahl haben, sind diese in der Regel wählerisch mit Neuaufnahmen. Allerdings sind wir neuen Spielern und Spielideen gegenüber aufgeschlossen. Damit ich mir ein Bild davon machen kann, ob und inwieweit du in die gens Tiberia hineinpasst, wäre es daher schön eine etwas genauere Vorstellung von deiner geplanten ID zu bekommen. Wie alt soll sie sein? Woher kommt sie, wohin will sie? Was zeichnet die ID aus u.ä.?


    Tiberia Albina

    Als ihr Mann meinte, dass er allem Anschein nach zumindest nicht selbst würde kämpfen müssen, entspannte sich Albina ein wenig. Zumindest würde er hier sein, bei ihr und ihrem Kind. Wie es schien, stellte er allerdings nicht in Frage, auf wessen Seite er stand. Wie selbstverständlich sprach er vom Imperator. "Also wirst du auf Salinators Seite stehen?", fragte sie daher noch einmal nach und zog eine Augenbraue leicht nach oben, was er jedoch nicht sehen konnte, da er sie überragte und sie sich an ihn gelehnt hatte. Sie selbst hatte leider nicht genug Einblick in das Geschehen, um zweifelsfrei sagen zu können, wer nun eher derjenige war, auf dessen Seite zu stehen es sich lohnte. Und dennoch ... Durus Tod hatte in ihr diese Skepsis dem Vescularier gegenüber zurückgelassen.

    Krieg, hallte es in Albinas Kopf wieder. Seit längerem hatte sie, soweit sie sich erinnern konnte, dieses Wort nicht mehr laut ausgesprochen gehört, auch wenn es dennoch irgendwie überall in der Luft zu hängen schien. Seit dem Tod des Kaisers war alles im Umbruch, alles stand auf der Kippe und wirklich überraschen konnte sie diese Neuigkeit daher nicht mehr. Sie fürchtete sich seit geraumer Zeit davor und seufzte.
    Dies würde kein Krieg werden, über den man in Rom sprach, wie diejenigen, die gewöhnlich in fernen Provinzen geführt wurden. Nein, dieser Krieg um die Macht in Rom, würde auch Rom selbst nicht unberührt lassen. Und gerade jetzt trug sie dieses Kind unter dem Herzen, dass sie sich so lange gewünscht hatte. Sie blickte ihren Gatten an, dem dies scheinbar auch zu schaffen macht, brachte die letzten verbliebenen Zentimeter zwischen ihnen hinter sich und lehnte sich bei ihm an.


    "Was sollen wir nun tun?", fragte sie dann. Die Frage war ungenau, das war ihr bewusst. Aber es gab einfach zu viele Einzelfragen, die in ihrem Kopf herumschwirrten, als dass sie alle auf einmal hätte stellen können. Wie lange würde es noch dauern? Würde der Krieg wirklich bis nach Rom kommen? Das war alles ungewiss. Was sollte sie am besten tun? Immerhin würde das Kind bald kommen. Andererseits war sie mittlerweile auch schon in einem Stadium, indem eine Verlassen Roms kaum mehr möglich war. Und was war mit ihrem Mann? Würde Macer selbst kämpfen müssen? Gewiss. Wäre sie dann allein mit einem Säugling in Rom, während Macer irgendwo um sein Leben kämpfte?


    "Wirst du auf Vescularius Seite kämpfen?", fragte sie dann. Ihr gegenüber hatte Macer noch nicht geäußert, welche der Seiten er für die bessere Wahl hielt. An sich war Vescularius gemäß Testament, sofern nicht gefälscht, rechtmäßig Kaiser. Andererseits, und das war etwas was Albina auch seit längerem beschäftigte, musste es Gründe dafür geben, dass Durus sich das Leben genommen hatte. Ohne reifliche Überlegung hätte er sich an keiner Verschwörung beteiligt. War Salinator doch der Schurke, für den ihr Vetter ihn gehalten haben musste? So viele Fragen, so wenige Antworten.

    Ein Bote aus Germanien? Vermutlich von einem von Macers Klienten, vermutete Albina. "Gibt es etwas Neues aus dem Norden?", fragte sie dann. Obwohl sich die Frage eigentlich erübrigte. Es würde wohl kaum ein Bote kommen nur um die Nachricht zu überbringen, dass es nichts Neues gab. Sie hoffte nur, dass es nicht noch mehr schlechte Nachrichten waren. Sie hatte das Gefühl seit dem Tod des Kaisers gab es kaum etwas anderes mehr.

    Albina saß, wie meist, wenn sie ihren Gedanken nachhing, in ihrer Lieblingsecke des Gartens. Und würde ihr jemand dabei zusehen, wüsste er, dass es düstere Gedanken waren. Um sie herum blühte der Frühling in voller Pracht auf und unterstrich damit nur ihre eigene Blüte. Es waren nur noch wenige Wochen bis ihr Kind zur Welt kommen würde, und entsprechend rund wölbte sich ihr Bauch unter der weit geschnittenen Tunika. Doch sie wirkte weniger, wie die meisten hochschwangeren Frauen, die durch gutes Essen und das Glück der Schwangerschaft aufblühten und etwas in die Breite gingen. Albina hatte für das Stadium der Schwangerschaft verhältnismäßig wenig Gewicht zugelegt. Unter ihren Augen, in denen oft ein traurigen Blick lag, machten sich leichte Augenringe bemerkbar - hervorgerufen von dem wenigen Schlaf den sie fand und den vielen schlechten Träumen.


    Sie erinnerte sich noch genau an den Moment, der alles verändert hatte. Der Moment, in dem die Nachricht vom Tod ihres Vetters und ihrer Cousine in der Casa eintraf. Allerdings erinnerte sie sich an wenig danach, weil ihr schwarz vor Augen geworden und sie erst später wieder in ihrem Bett aufgewacht war. Sie hatte tagelang geweint. Doch auch jetzt noch - vier Monate später - war die Trauer nicht gänzlich aus ihr gewichen. Es war das Kind, das in ihr heranwuchs, was sie überhaupt am Leben hielt. Nachdem der Arzt sich durch ihren schlechten Gemütszustand und das wenige Essen, was sie damals herunterbekam, besorgt über das Wohl des Kindes gezeigt hatte, waren wieder Lebensgeister in sie gefahren, die ihr die Kraft gaben, sich einigermaßen zu fassen. Sie aß besser, wenn auch vielleicht nicht so rege, wie sie sollte, ruhte und bewegte sich im richtigen Verhältnis. Alles, was für das Wohl des Kindes von Bedeutung war. Dennoch haderte sie mit ihrem Schicksal. Gerade als sie das Gefühl gehabt hatte, so etwas wie glücklich zu sein - nach all dem Schmerz, den sie nach dem Tode Verres, ihres Vaters und zuletzt von Vitamalacus erlitten hatte.


    Sie verstand noch nicht in Gänze, was eigentlich geschehen war. Ob ihr Vetter oder gar ihre Cousine selbst, in diese leidige Verschwörung verwickelt gewesen waren, oder nicht. Warum sie sich das Leben genommen hatten. Warum sie sie allein hier zurück gelassen hatten. Sie hatte sich selten so allein gefühlt, auch wenn sich ihr Mann sehr um sie bemühte. Sie sollte glücklich sein... sie trug ein Kind unter dem Herzen. Sie war es nicht. Vielmehr plagten sie Fragen nach der Zukunft. Was diese Umwälzungen mit sich bringen würden? Wie sie ihr Kind am besten würde beschützen können? Oder sie haderte damit, weshalb sie gerade jetzt, in dieser unruhigen Zeit, ein Kind auf die Welt bringen musste.
    Die Stirn in Falten gelegt, wie so oft in letzter Zeit, strich sie sich über ihren Bauch, blickte in die Gegend und doch nirgendwohin. Wo sollte das alles bloß hinführen?

    In der Zwischenzeit hatte sich auch Albina vom Essen erhoben - was ihr mittlerweile aufgrund des angewachsenen Bauches mitunter schon recht schwer viel - und war ihrem Mann ins Atrium gefolgt, um zu sehen, was dort vor sich ging. Sie sah den Besucher allerdings nur noch von hinten, als dieser aus dem Raum begleitet wurde. Mit gerunzelter Stirn lehnte sie sich in den Eingang, ihre Hand wie so oft mittlerweile oben auf ihrem Bauch abgelegt. "Wer war das?", fragte sie dann interessiert. Es waren schwierige Zeiten, seit dem Tod des Kaisers und Albina, die noch immer nicht über den Tod von Durus und Arvinia hinweg war, sorgte sich ständig. Nicht zuletzt wegen dem Kind, dass sie in sich trug.

    Albina nickte. "Tu das." Sie lehnte sich noch einmal kurz an ihn und seufzte, bevor sie sich langsam erhob. Welch ein düsterer Tag voller schlechter Neuigkeiten. "Gibst du mir Bescheid, sobald es etwas Neues gibt?" meinte sie dann, obwohl es vermutlich überflüssig war, Macer darum zu bitten. Er hätte es vermutlich ohnehin getan. Dann drehte sie sich um, den Blick voll Trauer, und machte sich auf den Weg in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Nein, dachte sie währenddessen, vermutlich werde ich so bald keine Ruhe finden können.

    Albina sah, was sie zu sehen erwartet hatte und senkte den Kopf wieder. "Ich sollte...", fing sie dann einen Satz an. Ja, was denn? Was sollte sie eigentlich? Sie hatte nicht die geringste Ahnung. Sie betrachtete ihren Bauch und erkannte, dass, was auch immer geschehen würde, diese Aufregung und der Stress sicher nicht gut für ihr ungeborenes Kind waren. Aber was sollte sie dagegen tun? Zunächst wischte sie sich mit dem Handrücken über ihre feuchten Augen, dann legte sie eben jene Hand auf ihren Bauch und strich sanft darüber. "Ich denke..." machte sie dann einen neuen Anfang, mit etwas gefestigterer Stimme, "...ich sollte mich etwas hinlegen." Sie musste zur Ruhe kommen, oder zumindest in einen auch nur annähernden in dieser Situation möglichen Zustand. Und irgendwie kam ihr bei all dem, was draußen vor sich ging, die Vorstellung, in ihrem Bett unter einer Decke zu liegen und die schrecklichen Gedanken auszublenden gerade sehr verlockend vor. Vielleicht würde sie zumindest ein wenig ruhen können, doch noch bezweifelte sie das.

    Was würde nun geschehen? Verschiedene Möglichkeiten hatten sie bereits zuvor besprochen, doch keine davon sah rosig aus. Und die Ungewissheit machte es nur noch schlimmer. Sollte Durus wirklich beteiligt sein... Nein, sie wollte es nicht glauben. Auch wenn sie einander in der letzten Zeit eher seltener gesehen haben, verband Albina immer noch tiefe Zuneigung zu ihrem Vetter. Was sollte sie nun tun? Wann würden sie mehr erfahren? Hier zu sitzen, während sie nicht wusste, was in der Villa Tiberia geschah, wie es ihren Verwandten ging, war schier unerträglich. Dennoch wusste sie, dass sie nicht zur Villa gehen konnte. Selbst direkten Kontakt aufzunehmen, war vermutlich zu gefährlich. Aber irgendwas musste doch gehen. Ihr Herz schmerzte beinahe spürbar vor Verzweiflung und sie merkte, wie ihre Augen feucht wurden. "Können wir denn garnichts tun?", fragte sie dann mit brüchiger Stimme Macer, obwohl sie die Antwort schon kannte.

    Ein wenig Zeit war vergangen, während Albina und Macer verschiedene Aspekte des Geschehenen besprachen, bis der Sklave das Atrium betrat. Schon bei seinem Anblick spannte Albina sich merklich an, noch immer in der Hoffnung, dass Durus einfach nicht wohlauf war. Die Nachricht jedoch belehrte sie eines Besseren. Im ersten Moment fand sie keine Worte, schloss die Augen und versuchte ruhig zu atmen, da sie das Gefühl hatte, ihr bliebe die Luft weg. Ihre Hände spannten sich an und so wand sie sie ineinander, bevor sie wieder aufblickte, erst zu dem Sklaven und dann zu ihrem Gatten. Sie ahnte, was sie in seinem Blick würde lesen können und wollte es doch nicht glauben.

    Lebensmittelvergiftung? Das klang schrecklich, wie Albina fand. Auch wenn es nichts allzu ungewöhnliches war. Aber da sie merkte, dass dieses Thema dem Germanicus unleidig war, entschied sie sich, nicht weiter nachzuhaken sondern nickte nur verstehend. Als das Thema dann zu Geschäftsbeziehungen wechselte, schaltete sie ein wenig ab und lehnte sich einfach an ihren Mann um der Unterhaltung zu folgen. In welchem Umfang ihr Gatte mit wem welche Art von Handel unterhielt, interessierte sie in der Regel nicht in den Details, auch wenn sie nicht völlig unwissend bezüglich des Haushaltes war. Sie wusste, dass sie mehr als genug hatten, was für sie das Wesentlichste war. Während die anderen sprachen, widmete sie sich ihrem Becher mit verdünntem Wein.

    Albina nahm während Macer mit dem Verwalter sprach den Becher entgegen und trank das darin enthaltene Wasser in kleinen Schlucken. Dabei versuchte sie ganz bewusst, sich zu mindest einigermaßen zu beruhigen. Und während sie sich einredete, dass auch alles in Ordnung sein konnte, und Durus einfach krank Zuhause lag, merkte sie auch, dass ihr Puls ein wenig ruhiger wurde und ihre Gedanken etwas klarer. Dann wandte sie sich wieder Macer zu. "Was geschieht denn nun, wenn der Kaiser und sein Sohn tot sind? Ich meine, wer soll regieren? Das ist so fürchterlich..." Der Kaiser war nun einmal der Kaiser. Von Geburt her dazu bestimmt zu herrschen. Wer sollte nun, da sein einziger Erbe verstorben war, herrschen? Es würde sicher Streit und Unruhe, wenn nicht gar Bürgerkrieg geben.

    Ausganssperre? Herrje, in all den Gedanken und Sorgen hatte sie das völlig vergessen. "Du hast Recht, das ist mir völlig entfallen.", meinte sie daher. Was war nur los? Von einem auf den anderen Tag war scheinbar alles durcheinander geraten. Sie hoffte, ja, sie betete, dass es Durus gut gehen würde. "Können wir gleich jemanden losschicken? Desto schneller ich weiß, was vor sich geht, desto eher kann ich mich wieder beruhigen." Und sie musste sich irgendwie beruhigen. Das ungute Gefühl in der Magengegend war noch immer da und das wiederum sorgte sie. Sie wollte nicht, dass das Kind solchem Stress ausgesetzt war. Sie war immer noch etwas durcheinander, sodass ihre Hand leicht zitterte, als sie einen der Sklaven heranwunk und sich etwas zu trinken bringen ließ. "Bei den Göttern, ich hoffe es geht ihnen allen gut." Sie wusste nicht, ob sie es würde ertragen können schon wieder jemanden zu verlieren... erst ihren Vater, dann Vitamalacus und jetzt... Nein, dachte sie. Es war sicher alles in Ordnung. Es musste alles in Ordnung sein.

    Die schiere Vorstellung, dass Durus etwas damit zu tun haben könnte... vielmehr noch, dass ihm etwas "zugestoßen" sein könnte - Albina war völlig aufgewühlt. Die Sorge stand ihr ins Gesicht geschrieben. "Ja, wir müssen es herausfinden. So oder so. Lass uns sofort jemanden zur Villa Tiberia schicken. Ich muss wissen, was dort vor sich geht...dass es ihnen gut geht... Nein, ich denke am besten gehe ich selbst." Auch wenn ihr selbst bewusst war, dass das keine gute Idee war - einerseits wegen dem, was sie evtl. vorfinden würde, andererseits wegen ihrem generellen Zustand. Vor lauter Unsicherheit und Sorge rang sie ihre Hände ineinander. Sie sah ihren Mann an, mit dem Funken einer Hoffnung aber dem fast sicheren glauben, dass er sie nicht würde gehen lassen. "Ich MUSS wissen, was vor sich geht. Wenn..." Sie traute sich nicht einmal ihre Gedanken auszusprechen. Furcht machte sich in ihr breit.

    Kaum das Albina saß, atmete sie zunächst ein paar mal langsam ein und aus um sich zu beruhigen und die Gedanken in ihrem Kopf zu sortieren. Der Kaiser war tot, dachte sie. Das war eine tragische Nachricht und sie befürchtete Unruhen und Machtkämpfe, doch bisher war alles mehr oder minder ruhig. Vielleicht..., dachte sie dann gerade als Macer erneut etwas sagte. Die Worte kamen jedoch erst mit leichter Verzögerung bei Albina an. Durus? Senat? Was...? Sie schlug die Augen weit auf und blickte ihren Mann an. "Was soll das heißen? Ist er vielleicht krank?" Was Macer damit eigentlich andeuten wollte, kam ihr erst tröpfchenweise ins Bewusstsein. Senatoren beteiligt, Rache, Senat, Durus... sollte das etwa heißen? "Du meinst doch nicht etwa, dass Durus etwas damit zu tun hat?" Das konnte sie nicht glauben, das wollte sie nicht glauben. Aber wenn er nicht im Senat war, was konnte geschehen sein. "Er ist sicher nur unpässlich!", redete sie sich dann lauter selbst ein.