Conventus zur Kriminalitätsbekämpfung

  • Endlich trafen sich hochrangig Bürger, um die anhaltende Kriminalität auf den römischen Straßen Einhalt zu gebieten. Geladen waren Caius Heius Vibulanus [NPC] als einer der beiden Praefectus Praetorio. Tribunus Cohortis Praetoriae Faustus Decimus Serapio. Ein Senator namens Marcus Iulius Dives. Drei Consulare Iullus Curtilius Victor [NPC], Quintus Ninnius Hasta [NPC] und Manius Flavius Gracchus. Der Praefectus Urbi Gaius Octavius Victor und sein Vertreter Tribunus Cohortis Urbanae Lucius Petronius Crispus. Ach ja, und natürlich der Augustus höchstpersönlich.


    Es war abzuwarten, ob alle geladenen Gäste erscheinen würden.

  • Der Praefectus Praetorio Heius Vibulanus und sein Tribun Decimus Serapio trafen mit militärisch präziser Pünktlichkeit ein.



    Sim-Off:

    Geladene Gäste dürfen gerne davon ausgehen, dass die Wachen sie eingelassen haben und direkt hier posten.




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  • Als Organisator des Consiliums war ich als einer der ersten eingetroffen und würde die heutige Zusammenkunft entsprechend lenken, so der Kaiser nicht selbst das Wort ergriff. Ich grüßte zunächst den bereits anwesenden Praefectus Praetorio und den Tribun Decimus und wartete sodann, gekleidet in einer blütenweißen Toga, auf die Ankunft meines Dienstherren.

  • Der Petronier ließ sich durch die Räume führen - er war bereits auf dem Palatin gewesen, aber das war Ewigkeiten her und stets nur in Audienzen. Heute war seine Fachexpertise gefragt, da wollte er natürlich einen besonders guten Eindruck machen!


    Als er eintrat, sah er bereits den Prätorianerpräfekten und Tribun Decimus. Die beiden kannte er näher, auch wenn er ihnen in der Regel aus dem Weg ging - er mochte diese aufgeblasenen Angeber in Schwarz einfach nicht!

    "Avete!"

    grüßte er in die Runde und fragte sich, wer wohl noch dazustoßen würde.

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  • Gut gelaunt kam der Augustus zu diesem speziellen Treffen. Mal sehen, was sie da erarbeiten können würden. Er nickte Torquatus anerkennend zu und begrüste - natürlich in der angemessenen Reihenfolge - die bereits anwesenden. Die Militärs waren natürlich höchst pünktlich. Die Zivilisten ließen noch ein bisschen auf sich warten.

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  • Der Consular Manius Flavius Gracchus traf kurz nach dem Augustus ein und wandte sich selbstredend zuvorderst der Begrüßung eben dieses zu, ehedem er den Praefectus Praetorio Heius und dessen Tribun Decimus grüßte - letzteren mit der größtmöglichen Unverfänglichkeit, welche er konnte aufbringen, was ob der langjährigen Perfektionierung prätendierter Fassaden in jeglichen Lebenslagen durchaus ihm gelang. Fabius Torquatus grüßte er lediglich mit einem Nicken, ebenso wie den Tribun Petronius - welchen Gracchus ob seiner zivilen Erscheinung weder als Tribun der Urbaner konnte einordnen, noch der ihm sonstig bekannt erschien. Der Flavier war durchaus gespannt auf dieses Treffen, insbesondere ob der Causa der christianischen Umtriebe in der Stadt, hatte er zu seinem Bedauern auf sein Ersuch zu einem Gespräch mit dem Augustus zum Vorschlag zur Änderung des Decretum Christianorum doch bisherig keine Antwort erhalten. Indes, allfällig mochte auch diese Zusammenkunft ein geeigneter Augenblick für diesen Vorstoß sein, ob dessen Gracchus selbstredend jenen Vorschlag mit sich führte.

  • Der Augustus begrüßte auch den Pontifex und drehte sich dann zu Torquatus um. "Irgendwelche Anzeichen, dass sich Octavius Victor und Iulius Dives schon im Palast eingefunden haben? Falls nicht, sollten wir vielleicht schon einmal beginnen. Man wird ihnen dann ein Protokoll zukommen lassen."

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  • Als der Kaiser eintrat, sprang der Tribun in zivil auf und grüßte militärisch, wie er es gewohnt war. Dass das mit einer Toga eher komisch wirkte, bemerkte er nicht - er war es ja auch nicht gewohnt, dieses unpraktische "Staatskleid" zu tragen. Da der Kaiser ihn aber nicht weiter ansprach, schwieg auch der Petronier und nahm wieder Platz.


    Der nächste Teilnehmer war der flavische Consular, den Lucius natürlich kannte - wenn auch nicht persönlich. Er hatte nur dessen dicklichen Sohnemann kennen gelernt, damals bei der Untersuchungskommission zum Sklavenaufstand. Was wohl aus ihm geworden war? Und welche Expertise hatte der ältere Flavier bei der Sicherheit der Stadt? Flavius Gracchus trat doch vor allem als Pontifex in Erscheinung und dass die Götter die Sicherheit Roms bedrohten, war doch eher unwahrscheinlich...


    Der Kaiser löste diese Frage aber vorerst nicht auf, sondern fragte nach den fehlenden Teilnehmern. Iulius Dives hatte er auch schon mal gehört - war er nicht auch Tribun bei den CU gewesen? Und Octavius Victor...

    "Ich vertrete auch Praefectus Octavius, Imperator! Er fühlte sich heute nicht wohl. Ich werde ihn aber auf dem Laufenden halten."

    Sim-Off:

    Gaius Octavius Victor war zuletzt im Oktober aktiv - ich nehme daher an, dass er nicht dazustoßen wird... ich bin mal so frei, ihn zu vertreten. Falls er doch noch kommt, geht es ihm eben unerwartet besser und er schleppt sich zu diesem wichtigen Termin ;)

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  • Torquatus war offenbar kurzzeitig abgelenkt, was aber nichts machte, denn ein Sekretär flüsterte dem Kaiser ins Ohr, dass der iulische Senator in der Tat noch nicht im Palast gesichtetet worden war.

    "Nun gut, wer weiß, was den guten Dives abgehalten haben mag." Er nickte dem Tribun anerkennend zu. "Wir werden dem hoffentlich bald genesenen Octavius unsere besten Wünsche senden. Aber kommen wir deshalb doch nun zu der Angelegenheit, wegen der ich euch heute hier her gebeten habe. Kriminalität. Meine Herren, die Lage der Kriminalität in der Stadt macht mir nicht seit gestern Sorgen und die meisten von euch werden diese Sorge teilen. Nun ist in einer Stadt wie Rom die Herstellung völligen Wohlverhaltens aller Bürger wohl vollkommen unrealistisch. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir dieses Thema aufgeben und die Straßen sich selbst überlassen sollten."

    Soweit keine kontroverse Ansicht.

    "In den letzten Jahren und Monaten allerdings ist es immer wieder zu bedenklichen Vorkommnissen gekommen. Sklavenaufstand, bewaffnete Banden, die offen die Urbani angreifen" er blickte zum Petronier "und natürlich die Christianer, mit denen man immer wieder seine liebe Müh hat. Meine Herren, ich glaube es ist Zeit für ein... koordinierteres Vorgehen an allen Fronten der Kriminalität und wir sollten über Maßnahmen nachdenken, wie wir die Strafverfolgung verbessern. Das ist mein Ziel für heute.

    Doch zunächst wäre es denke ich gut, wenn uns die jeweiligen... Fachleute einen genaueren Lageüberblick verschaffen könnten. Der Pontifex für die religiösen Unruhen, die Praetorianer für die verdeckteren und die staatsgefährdenden Probleme und schließlich der Tribun der Urbani für ihren Bereich. Pontifex Gracchus? Wir wären gespannt, deine Perspektive zu hören."

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  • Gracchus schätze sehr, dass der Augustus ohne Umschweife zur Sache kam, ob dessen er auf die Aufforderung Auquilius' ebenso direkt begann.

    "Die Gefahr für die pax deorum, und damit das Wohle Roms, war in den letzten Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten, vorwiegend geprägt aus dem Inneren heraus. Versäumnisse, Anmaßungen oder Missverständnisse ließen die Götter wider ihr Volk zürnen. In den letzten Jahren indes breitet sich in Rom mit der Sekte der Christianer gar ein Feind aus dem Äußeren in unserem Innersten aus und frisst sich wie ein Ge..schwür durch die Eingeweide des Staatswesens! Wir haben dieses Geschwür viel zu lange ignoriert und gar toleriert! Die Schändung des Tempels der Göttli'hen Flavier* ist nur ein besonders schwerwiegendes Unheil, welches sie durch ihre schändli'hen Aktivitäten heraufbeschworen haben, und dessen Folgen für die pax deorum noch nicht gänzlich abzu..sehen sind, die wiederholte öffentliche Diffamierung unserer Götter und des Göttlichen Augustus ein weiteres, und auch Leib und Leben römischer Bürger ist nicht vor ihnen si'her! Jede ihrer Taten ist eine Gefahr für die pax deorum, und diesen Ma'henschaften muss endlich Einhalt geboten werden! Das Decretum Christianorum ist viel zu vage, immer wieder kommt es vor, dass Richter keine offizielle Handhabe für eine Ver..urteilung haben wenn nicht gerade ein gegenständlicher Schaden wurde angerichtet! Und jede dieser Freilassungen befeuert den christianischen Brand und schwä'ht unser Verhältnis zu den Göttlichen, das essentiell ist für das Wohlergehen unseres Staates und das unserer Bürger!"

    Es kostete den Flavier sichtlich Mühe einigermaßen beherrscht zu bleiben. Es war schlimm genug, dass es den Christianern gelungen war, ernsthaften Schaden in einem Tempel anzurichten - dass sie sich dazu ausgerechnet auch noch den Tempel der vergöttlichten Flavier hatten ausgesucht, traf Gracchus besonders hart. Kritisierte er schon seit langer Zeit, respektive seit der Missionierung seines Bruders Animus, die Christianer und ihre Umtriebe scharf, so stand ihm derzeit der Sinn danach, jeden einzelnen von ihnen zu inhaftieren und den Löwen zum Fraße vorzuwerfen - Männer, Frauen, Kinder, allesamt!


    Sim-Off:

    *da die Geschichte um die Schändung des flavischen Tempels bereits vor einiger Zeit SimOff begonnen und nun auch ihren Höhepunkt überschritten hat, baue ich sie hier SimOn bereits ein, da es recht gut passt. Wir können also davon ausgehen, dass diese Nachricht bereits bekannt ist.

  • Dass ausgerechnet ein Pontifex zu Fragen der Kriminalität hinzugezogen wurde, war Lucius absolut unverständlich - und den deutlichsten Beweis für die Irrationalität dieses ganzen religiösen Unfugs lieferte sein Bericht direkt: Die Götter waren erzürnt über die Schändung eines Tempels - aber anstatt sich selbst darum zu kümmern und die Missetäter zu bestrafen, taten sie... nichts! Oder wenn man den Pontifices glauben wollte, bestraften sie einfach alle dafür. Kollektivstrafen waren zwar manchmal die logische Konsequenz einer Notlage, in der man einen Täter nicht dingfest machen konnte oder so viele Täter hatte, dass man sie nicht alle bestrafen konnte. Im Fall der Tempelschändung oder der vermeintlichen Schändungen durch diese kleine Judensekte sah der Petronier aber nicht, aus welchem Grund ein blitzeschleudernder Göttervater, ein Herr über Erdbeben, Wasserfluten oder Krankheiten seine Pestpfeile oder sonstigen Strafen nicht etwas gezielter auf die Missetäter abschossen.


    Der logische Schluss aus all diesen Beobachtungen war einfach: Es gab keine Götter - oder zumindest keine Mächtigen. Und da war es eigentlich egal, ob man diese Hirngespinste nun Iuppiter, Aphrodite, Iehova, Zarathustra oder Nazarener nannte! Das Decretum Christianorum war natürlich gut - aber besser wäre es gewesen, es gäbe ein Decretum gegen jedwede Religion!


    Entsprechend dieser Gedankengänge verschränkte der Tribun die Arme vor der Brust und schaute eher finster drein. Sagen würde er natürlich nichts - das wäre leider fast ebenso irrational gewesen wie die Hirngespinste des Flaviers und des ganzen Volkes!

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  • "Ich danke dir, Pontifex. Du sprichts ein wichtiges Ereignis an, nämlich die Tempelschäändung. Ich denke wir alle verstehen, deinen Ärger in dieser Sache."


    Wie zur Bekräftigung nickte der Kaiser besorgt. Die sturmumwölkte Miene des Tribuns deutete er gleichfalls als Zorn über den Vorfall.


    "Und eine Schädigung der Pax Deorum ist nicht hinnehmbar. Wir sind hier denke ich eines Sinnes. Wir sollten, wenn es so dringend ist auch konkrete Maßnahmen ins Auge fassen. Es gibt kaum Dinge die schädlicher für ein Gemeinwesen, als Chaos im Götterkult. Hass und Hader entstehen aus dieser Unordnung. Nciht nur die Götter sind erzürnt, wenn ihre Tempel geschändet werden. Ich habe kein Interesse daran, dass Veräumnisse zu religiösen Unruhen führen. Sei so gut, und denke über diese konkreten Maßnahmen nach. Oder teile uns deine Ideen sofort mit, damit wir sie in Erwägung ziehen können."

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  • Selbstredend ging auch der Flavier davon aus, dass das grimmige Antlitz Petronius evoziert war durch den Groll auf die Christianer, was ihn sogleich in Gracchus' Sympathie ein wenig steigen ließ.

    "Wie erwähnt, eine Verschärfung des Decretum Christianorum ist längst überfällig, um unseren Stadteinheiten und den Geri'hten eine bessere Handhabe gegen diese Gelichter zu geben."

    Unter einer Falte seiner Toga zog Gracchus ein Pergament hervor, welches er dem Augustus reichte. Darin war das Decretum Christianorum gefasst, die angestrebten Änderungen durch eine rot gefärbte Tinte gekennzeichnet.

    "Ich habe mich hierzu vor kurzem bereits mit Decimus Serapio"

    , ein kurzer Blick zu diesem folgte,

    "Senator Marcius Salassus und Pontifex Minor Valerius Flaccus beraten, und dies ist unser Vorschlag, eben dies umzusetzen."

    Dass er zu einer entsprechenden Unterbreitung um einen Termin im Palast hatte gebeten, erwähnte Gracchus vorerst nicht.


    Pars Decima - Decretum Christianorum


    § 1 Religionstoleranz

    Im Grundsatz übt das Imperium Romanum eine religiöse Toleranz gegen das Christentum aus. Es wird den Christen gestattet ihren religiösen Praktiken nachzugehen.


    § 2 Allgemeines

    (1) Christliche Riten dürfen an keinem öffentlichen Platz zelebriert werden und es dürfen keinerlei Aufmärsche oder Prozessionen durchgeführt werden.

    (2) Die Christen in Rom sind dazu verpflichtet, einen religiösen Führer aus ihren Reihen zu erwählen. Dieser ist dem Gemeinwesen gegenüber für das Wohlverhalten der Christen verantwortlich. Er hat gegenüber den Quindecimviri Sacris Faciundis regelmäßig Auskunft über die Organisation zu geben, sowie gegenüber Personen mit berechtigtem Interesse auf Anfrage.

    (3) Religiöse Räumlichkeiten sind von außen nicht als solche kenntlich zu machen. Ihre Lokalität ist den Quindecimviri Sacris Faciundis durch den in Absatz 2 benannten religiösen Führer anzuzeigen.

    (4) Keine religiöse Praktik darf geltenden Gesetzen zuwiderlaufen, noch das Römische Pantheon direkt beleidigen.

    (5) Der christliche Glaube ist im Allgemeinen nicht meldepflichtig.

    (5) Es wird den Christen gestattet sich einen religiösen Führer zu erwählen. Dieser hat gegenüber Personen mit berechtigtem Interesse auf Anfrage jegliche Auskunft über die Organisation zu geben.


    § 3 Missionstätigkeit

    Es ist den Christen verboten öffentlich oder im Geheimen Römer offensiv zu ihrem Glauben zu missionieren durch aktives Predigen ihre Lehren zu verbreiten und Römer zu ihrem Glauben zu missionieren.


    § 4 Karriereverbote

    (1) Es ist Christen verboten im Exercitus Romanus zu dienen.

    (2) Es ist Christen verboten im Cultus Deorum zu dienen.

    (3) Es ist Christen verboten Ämter des Cursus Honorum innezuhaben.

    (4) Es ist Senatoren der Römischen Curie verboten Christ zu sein.


    § 5 Strafen

    (1) Christ zu sein ist grundsätzlich noch keine Straftat.

    (2) Verstöße gegen in diesem Decretum festgelegte Auflagen werden vom Iudicium Imperatoris erkannt und abgeurteilt, das jeweilige Strafmaß ist vom Gericht festzusetzen.


    § 6 Unschuldsbeweis

    Wird eine Person beschuldigt als Christ ihm verbotene Ämter innezuhaben so kann er sich von der Anklage mittels eines unter Zeugen zelebrierten Opfers an die Römischen Götter als unschuldig erweisen.

  • "Eine schärfere Handhabe gegen die Christianer ist notwendig, da stimme ich Pontifex Flavius ganz zu." sekundierte ich Manius, nachdem er den Vorschlag unterbreitet hatte und das Pergament begutachtet worden war.
    "Zudem natürlich ein schnelles und hartes Urteil gegen die radikale Gruppe, die die Schändung des Flaviertempels begangen hat. Die führenden Köpfe habe ich verhaftet" – ich sah keinen Anlass dazu, mein Licht unter den Scheffel zu stellen, genug dass der Präfekt mich kleinzuhalten versuchte – "sie werden derzeit noch intensiv verhört*, es gibt aber bereits einen Hinweis, dass sie auch für die blasphemischen Schmierereien am Tempel der vergöttlichten Claudier vor einiger Zeit verantwortlich waren. Auch die Schmährede beim Wettstreit der Rhetoren vor der Augusta haben sie verschuldet. - Eine Hinrichtung auf gebührend abschreckende Weise wird sicherlich förderlich für die Pax deorum und das gesunde Volksempfinden sein."


    Seit der Cena in der Villa Flavia hatte ich viel über das Thema nachgedacht und war noch zu einem anderen Schluss gekommen. Ich hatte zwar Bedenken, mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, verlacht zu werden... doch zugleich beschäftigte mich dies bereits seit meiner Urbanerzeit, oder eigentlich noch länger, schon seit der Zeit meiner adoleszenten Eskapaden, als ich damals in der Wassergasse gehaust hatte, später bei Hannibal Unterschlupf gefunden hatte, sozusagen mitten im Brennpunktviertel, bevor ich sub aquila gegangen war. (Vielleicht lag das Neuaufkeimen dieser Gedanken auch... ein wenig... an meinen jüngsten Ermittlungen im Elendsmilieu, unter rotznasigen Waisenkindern und dergleichen.)


    "Während primum eben diese Repressionen unerlässlich sind... sollten wir secundum auch bedenken, dass der Nährboden, auf dem diese Sekte am besten gedeiht, besteht aus dem alltäglichen Elend der Armen, ihrem dumpfen Unwissen, Hunger, Plackerei und der unbedingten Gier nach einem besseren Leben – sehr ähnlich dem, aus dem die 'gewöhnliche' Kriminalität dieser Stadt entspringt.
    Die Lebensumstände, gerade in der Tiefe der Subura und in manchen Straßenzügen von Aventin und Trans Tiberim sind derart miserabel, dass es nicht verwunderlich ist, wenn die Leute... je nach Disposition... entweder Scharlatanen wie den Christianern hinterherlaufen, die ihnen Erlösung vorgaukeln, oder sich dem gewöhnlichen Verbrechen wie Straßenraub, Falschmünzerei, Bandenwesen etc. zuwenden. Das soll natürlich beileibe keine Verharmlosung sein, Schuld bleibt Schuld!"
    Ich hob die Hand, um dies zu unterstreichen, um hier nur ja nicht mißverstanden zu werden.
    "Doch solange auch ein tüchtiger Arbeiter vielleicht gerade mal einen halben Denar am Tag** verdient... wenn er überhaupt Arbeit findet... die Insulae-Besitzer Wucherpreise noch für ihre schmierigsten und baufälligsten Verschläge verlangen... viele Bedürftige gar keine Chance haben, auf die Frumentationslisten zu gelangen... solange ist und bleibt es eine Sisyphusarbeit, gegen diesen Sumpf von Verblendung und Verbrechen anzugehen."



    Sim-Off:


    * noch nicht ausgespielt                 ** aus "Römer im Schatten der Geschichte" v. R. Knapp



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  • Der Gardepräfekt hatte mit einer Miene wie aus Stein gemeißelt die bisherige Diskussion verfolgt, nun erklärte er mit schnarrender Stimme:

    "Papperlapapp. Das Gesindel zu alimentieren macht es nur noch frecher. Die Christen sind ein Ärgernis, aber nur ein verrückter Verein von vielen. Denken wir an die Isisanhänger, was die früher für einen Aufstand gemacht haben, mittlerweile sind sie ein ganz gewöhnlicher öffentlicher Kult.
    Nein. Das wahre Problem ist folgendes: unsere Stadt wächst und wächst und quillt schon längst über. Dabei kommt der größte Zustrom aus den östlichen Provinzen, orientalische Griechlein, Syrer, ehemalige Sklaven, mit allen Wassern gewaschen, inflationär freigelassen, man kennt das ja, windige Subjekte."

    Iuvenal zitierend fuhr er fort:

    "Schon längst fließt der Orontes in den Tiber' Mehr Bewohner gleich mehr Verbrechen. Jeder Art. Dem gegenüber stehen wir Stadteinheiten mit einer Anzahl von Kohorten, die seit Jahrzehnten nicht mehr erhöht wurde."

    Zuletzt hatte Kaiser Vespasian die Anzahl der Stadtkohorten erhöht, die der Prätorianergarde jedoch verringert.

    "Befindlichkeiten noch aus Republik-Zeiten schränken Bewaffnung und Wehr ein. Die Vigilen stehen nachts mit Knüppeln gegen waffenstarrende Verbrecherbanden!
    Es ist eine einfache Rechnung. Wir brauchen schlicht mehr Prätorianer, mehr Stadtsoldaten, mehr Vigilen und mehr Befugnisse hart durchzugreifen. Zudem müssen alle...."
    - Der Präfekt visierte mit stechendem Blick unverhohlen direkt den Urbanertribun an - "...ausnahmslos alle Stadteinheiten straffe Disziplin wahren, und jeglichen Schlendrian in der Truppe hart sanktionieren."





    FDS

  • Der Urbanertribun würdigte dieses "Decretum Christianorum" keines Blickes - es interessierte ihn nicht und er hatte dazu auch nichts zu sagen. War auch nicht Aufgabe seiner Einheit.


    Die beiden Beiträge der Prätorianer waren schon interessanter, auch wenn sie seine Vorstellungen von diesem vermeintlichen "Elite-Haufen" nur bestätigten. Der Decimer erwähnte ein Problem, das vielleicht stimmte, vielleicht aber auch nicht. Etwas daran zu ändern hatte aber wenig mir rationaler Politik zu tun (das war genauso Sysiphos-Arbeit wie die Verfolgung von Banditen in diesem Moloch). Dem Präfekten hätte er sogar zustimmen können, wenn er nicht mit einer klaren Spitze gegen seine Einheit geendet hätte - wobei Lucius es für ein starkes Stück hielt, dass diese aufgeblasenen Supersoldaten ausgerechnet den Urbaniaci an den Karren fuhren.

    "Soweit ich weiß, ist es Aufgabe der Cohortes Praetoriae, ein Auge auf potentiell staatsfeindliche Sekten zu halten. Vielleicht sollte jeder mal vor der eigenen Tür kehren."

    Natürlich wagte der Petronier es nicht, den mächtigsten Eques Roms direkt zu beschimpfen oder zu beschuldigen - vor allem, weil er es ja auch bei Andeutungen belassen hatte.


    "Ich frage mich aber, ob die Lage tatsächlich so viel schlimmer ist als üblich: Die Angriffe auf unsere Station fanden in der Subura statt, die schon zu Zeiten Catos ein Moloch war, das niemand kontrollieren konnte. Unsere Station dort war eine Provokation gegen die dortigen Banden, die sie erwidert haben. Sicherlich ist es gut, danach ein Exempel zu statuieren. Aber es ist vermessen zu glauben, dass wir mit ein paar netten Ansprechpartnern oder einer kleinen Getreidespende die Banditen und Beutelschneider dort zu friedlichen Bürgern machen. Dasselbe gilt für Trans tiberim und Teile des Aventin. Sicherlich ist es ärgerlich, dass es dort ständig zu kriminellen Aktionen kommt - aber wenn wir dort aufräumen, werden die Banden ausweichen und in anderen Gegenden Roms ihr Unwesen treiben."

    Das war logisch - im Prinzip das gleiche wie in der Physik: Wenn man einen Staudamm an einem Fluss errichtete, hörte der auch nicht auf zu fließen!

    "Wenn wir die ganze Stadt dauerhaft kontrollieren wollen, werden wir wirklich sehr viel mehr Männer brauchen. Oder man wird damit leben müssen, dass es Zeiten und Gegenden in unserer Stadt gibt - die natürlich jedem Römer und uns allen im Besonderen bekannt sind - in denen man sich als unbescholtener Bürger lieber nicht aufhalten sollte. Oder als einzelner Prätorianer, Vigil oder Urbaner."

    Er fuhr sich durchs Haar und lehnte sich zurück.

    "Das Gesocks aus dem Osten, dem Süden und dem Norden unseres Imperiums werden wir kaum aus der Stadt heraushalten können. Was wir aber unbedingt verhindern sollten, ist, dass sich die Kriminalität ausbreitet oder größer organisiert wie bei diesem Sklavenaufstand. Dass wir hier keine Spitzel hatten, die uns vorgewarnt haben, beunruhigt mich wirklich."

    Das war natürlich wieder eine Spitze gegen die Prätorianer - aber so sah es der Petronier tatsächlich. Diese Schönlinge sollten eben etwas weniger in ihrer Parade-Uniform herummarschieren, sondern ihr Informanten-Netz etwas besser pflegen!

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  • Gut, an dieser Stelle sah der Kaiser, der sich gleichzeitig den Vorschlag des Pontifex angesehen und der Diskussion gelauscht hatte, es angezeigt sich wieder zu Wort zu melden. Er nickte den Militärs, zwischen denen sich eine gespannte Atmosphäre zu bilden drohte zu. "Präfekt, Tribun, vielen Dank, dass ihr mir das zur Aufmerksamkeit gebracht habt." Er sah zuerst zu Vibulanus. "Mehr Männer können wir arrangieren. Dafür ist im Budget auf jeden Fall noch Platz." Varenus würde ihm da vielleicht was husten, aber die Sicherheit in der Hauptstadt war nicht mit Denaren aufzuwiegen. "Vielleicht würde das auch den... Kritikpunkte, die Tribun Crispus anspricht, Abhilfe schaffen. Sag mir wie viel du schätzt, dass du brauchst. Denn eines ist klar. Dass der Orontes in den Tiber fließt ist nur deshalb ein Problem, weil das Bett des Tibers im Moment nicht breit genug für den Orontes ist. Ich weigere mich zu glauben, dass die Stärke unseres Gemeinwesens an irgendwelchen Ankommern aus dem Osten überfordert wird. Das gilt auch für die Christianer. Dein Entwurf gefällt mir, Pontifex. Insgesamt, in der Tat. Ausgewogen und schafft Zugriff auf ihre Organisation. Ich übertrage dir gerne alle Befugnisse, die du brauchst für die... Impelmentierung, was die religiöse Komponente anbelangt und erstatte mir gelegentlich Bericht über deine Fortschritte. Diese Gesetzesänderung wird natürlich nur ein erster Schritt im Gesamtmosaik der Verbrechensbekämpfung sein. Inzwischen, wie weit ist die Strafverfolgung in dieser Tempelschändung gediehen?"


    Der Herr der Welt nahm noch einen Schluck Wein. "Thema Subura." sagte er und blickte zum Urbanertribun. "Ich sehe die Gründe für deine Skepsis durchaus. Nichtsdestoweniger scheint mir das Unterfanngen der Station die der ehemalige Praefectus Menecrates dort angestrengt hat zumindest in die richtige Richtung... gegangen zu sein. Allerdings vielleicht nicht groß genug angelegt. Auch Seapios Gedanken zu niedrigen Löhnen und so weiter schienen mir einzuleuchten.

    Meine Herren, dieser spezielle Bezirk hängt der Stadt wie ein Mühlstein um den Hals."

    Er blickte wiederum zu den anwesenden Militärs. "Würdet ihr drei und der Praefectus Urbi" falls sich bei Octavius Victor eine ernsthaftere Krankheit eingestellt haben sollte, würde er interimsweise einen anderen PU ernennen, auch um die Balance zwischen Prätorianern und Urbanern zu wahren "mir also gelegentlich eine umfassende Strategie vorlegen, die dieses Loch Subura im Besonderen bezähmen kann und die die... Gesundheit ihrer Bewohner wahrt?" Dann konnten die auch ihre Differenzen miteinander ausdiskutieren, die der Kaiser meinte ausgemacht zu haben. "Ich meine, niederbrennen lassen könnte ich diese Kloake heute Abend noch ohne großes Aufhebens, aber das ist ja nicht wirklich im Sinne unserer allgemeinen Bemühungen um die Wohlfahrt der Bewohner dieser Stadt insgesamt, nicht wahr?"

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  • Die Worte Heius' zeigten zweifellos, dass er nicht die geringste Ahnung über die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge und insbesondere Einflüsse von Kult, Kulten und ihrer diversen Ausprägungen hatte, was den Flavier indes nicht weiter verwunderte, letztendlich verstand er ebenso wenig von dessen Welt des Militärs. Was indes ihn unterschied war die Tatsache, dass er sich nicht anmaßte, jene Welt als belanglos abzutun. Darüber hinaus schien ihm der Heier - mit welchem er bisherig glücklicherweise kaum direkten Kontakt gehabt hatte - kein Mann, mit dem er eine Cena würde teilen wollen. Da indes der Augustus durchaus alle Belange des Imperium einzuschätzen wusste, wiewohl auf wen er sich in welchen Belangen konnte verlassen und die Umsetzung des Decretum zusagte, tangierte Gracchus die militärische Ruppigkeit, welche zwischen den anwesenden Einheiten herrschte, nicht weiter.

    "Sehr wohl, Augustus"

    , nickte er nur knapp auf dessen Geheiß für die Umsetzung des Decretum Sorge zu tragen. Hernach war er durchaus versucht, den Vorschlag des Kaisers die Subura niederzubrennen zu sekundieren. Würde man stattdessen ein neues, modernes Viertel dort im Zentrum der Stadt errichten und das Gelichter in die Randgebiete vertreiben, würde dies zweifelsohne innerhalb Roms zu mehr Sicherheit führen, wie auch zu einem Aufschwung für all jene die am Wiederaufbau wären beteiligt.

  • Den Ärger über meinen arroganten Kommandanten verbarg ich hinter einer professionellen Miene, ich hatte mittlerweile viel Übung dabei. Mehr Kohorten wären natürlich gut... Petronius gab Heius den Vorwurf mit gleicher Münze zurück. Ich hatte allerdings auch einige bedenkliche Gerüchte gehört, von Urbanern die ein Luxusleben führen würden, nur lässig kontrollierten, und nach Gutdünken die hübschesten Sklavinnen in den Kerker verschleppten. (Wobei ich es Vetter Cascas verrücktem Nymphchen durchaus zutraute, sich selbst in eine solche Misere zu bugsieren.)
    Der Sklavenaufstand war ein Reizthema. Ich kannte nur die Berichte, und ich warf es mir vor, dass ich mich in Nabataea nicht besser geschlagen hatte und dadurch nicht hier vor Ort gewesen war.
    Hingegen war es erfreulich zu hören, dass der Imperator der Verschärfung des Dekretes zustimmte. So schnell und unkompliziert konnte Gesetzgebung also sein, im Prinzipat. Der Senat hätte sicherlich alles nur wieder bis zur Unkenntlichkeit zerquasselt!


    Zur Strafverfolgung der Tempelschänder rapportierte ich:
    "Es handelt sich um eine konspirativ agierende Gruppe um einen Aedituus, Didius Molliculus, der im Merkurtempel am Forum Boarium tätig war, sowie um eine Predigerin, die sich damals unter dem Namen Philo von Amastris in den letzten großen Redewettstreit auf dem Forum einschlich. Wir hatten die Casa Didia durch klassische Ermittlungsarbeit bereits im Visier und ertappten die Kultisten dann in flagrante delicto bei der Tempelschändung. Die Festnahmen habe ich in Kooperation mit dem Centurio Octavius Maro von den Stadtkohorten durchgeführt. Die Verhöre laufen noch. An der Schuld besteht aber keinerlei Zweifel, der Prozess dürfte eine Formsache sein."

    Zur Subura wünschte der Kaiser eine umfassende Strategie.
    "Zu Befehl Imperator." bestätigte ich, und rang mir auf seinen Scherz hin eine amüsierte Miene ab. Schließlich war er der Kaiser.

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    Klient - Decima Lucilla

  • Budget war da. Bestens. Heius Vibulanus wünschte sich folgendes:

    "Die Garde sollte von derzeit neun auf elf, besser noch zwölf Kohorten vergrößert werden."

    Für anwesende Zivilisten erläuterte er: "Da uns ja auch italiaweit die Verfolgung schwerer Straftaten obliegt, jenseits der 100 Meilen, innerhalb derer die Stadtkohorten zuständig sind.*

    Die Cohortes Urbanae empfehle ich, von den zur Zeit vier Kohorten in Rom" – eine war bekanntlich in Lugdunum stationiert – "auf fünf aufzustocken. Die neue Station in der Subura wieder aufzubauen ist eine weise Entscheidung, mein Kaiser." – Heius unternahm einen kleinen verbalen Seitenhieb auf den Urbanertribun – "Defätismus steht Soldaten Roms nicht gut zu Gesicht. Die neue Urbanerkohorte kann dann zumindest teilweise in der neue Station unterkommen.
    Was die Vigilen angeht..."
    So hatte er im Vorfeld mit deren Präfekt ein wenig gekungelt, und empfahl: "... sollten sie von derzeit sieben Kohorten auf neun erhöht werden. Sie sind ja auch vergleichsweise günstig."



    Sim-Off:

    *aus "Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich ", von M.Reuter/R.Schiavone/LVR-Archäologischer Park Xanthen/LVR-RömerMuseum


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