Scato obduzierte die Leiche nach bestem Wissen und Gewissen. Gleichsam füllte er den Obduktionsbericht aus:
[Obduktionsbericht] Unbekannte Christin
Es stand noch einiges an Ermittlungsarbeit vor den Cohortes Urbanae. Insbesondere galt es, die vier Sklaven ausfindig zu machen und zu befragen. Diese konnten vielleicht berichten, wer die vorliegende Person in den Zustand des Todes versetzt hatte und sie anschließend in einen Sack stopfte. Scato konnte sich hier zwei Szenarien vorstellen:
- Die potenzielle Christin war von Mitverschwörern zum Schweigen gebracht worden, damit sie nach ihrer Tat nicht plaudern konnte. Der Mörderin der Vestalis Maxima würde der Staat seine Bluthunde hinterherschicken. Sie würden sie jagen, bis sie sie hatten und alles Wissen aus ihr herausfoltern. Dem Mörder irgendeiner fremden Frau ... eher weniger.
- Die potenzielle Christin war durch einen Leibwächter der Vestalis Maxima zu Tode gekommen, der sich nun vor den Konsequenzen fürchtete und daher nicht böse darüber war, wenn die Cohortes Urbanae einer falschen Fährte folgte. Dabei würde dieser Leibwächter allerdings vergessen, dass er in pflichtbewusster Ausübung seines Amtes wohl mitnichten als Mörder verurteilt werden würde, zumindest ging Scato nicht davon aus. Man würde ihn vermutlich lediglich zusammenstauchen, weil er eine Zeugin um die Ecke gebracht hatte.
Wie dem auch sei, es war nicht Scatos Aufgabe, diese Dinge zu beurteilen, er sammelte nur auf die Art des Miles Medicus Beweise und Indizien. In dem Fall oblag die Ermittlung dem Cornicularius Octavius Frugi, dem er die Kopie schnellstmöglich zukommen lassen würde.
RE: Vorzimmer des Praefectus Urbi - Cornicularius T. Octavius Frugi >>